ALLES STEHT KOPF – Filmkritik

Baymax, Drachenzähmen leicht gemacht, Die Eiskönigin und Minions: Pixars Anrecht auf den Thron des besten Animationsfilmstudios wurde in den letzten Jahren durch immer stärker werdende Konkurrenz bestehend aus Dreamworks, Illumination Entertainment und Co., regelmäßig angefochten. Dass man in den letzten 5 Jahren abseits von Cars 2, Monster University und Toy Story 3 mit Merida – Legende des Highlands gerade einmal einen neuen Film aus frischem Originalstoff produzierte, machte die Sache für die Kalifornier nicht gerade einfacher. Dass Pixar aber trotzdem nicht so schnell abzuschreiben ist, beweisen die Findet Nemo-Macher mit ihrem neuen Meisterwerk Alles Steht Kopf / Inside Out:

[wpdevart_youtube]_MC3XuMvsDI[/wpdevart_youtube]

Dieser erste und einzige Trailer lief das vergangene halbe Jahr auf Kinoleinwänden, Musik-Festivals und Werbeanzeigen deutscher Großstädte rauf und runter. Die kurzfilmartige Sequenz bringt innerhalb von einer kleinen, unterhaltsamen Szene das Konzept von Alles Steht Kopf auf den Punkt. Dass dieser Clip das einzige Material des Hauptfilms ist, welches in der groß angelegten Werbekampagne verwendet wurde, ist ein wesentlicher Grund dafür, wieso man als Zuschauer die phantasievolle Welt im Kopf der Elf Jahre alten Riley zum allerersten Mal im Kino entdecken darf. Und das, was sich (im Gegenteil zum scetchlastigen Trailer) während des Kinobesuchs auf der Leinwand entfaltet, steckt so voller Kreativität, Ideenreichtum und Phantasie, dass es selbst die abgeklärtesten Animationsfilm-Veteranen von Neuem verzaubern wird. Mit der Darstellungsweise gedanklicher Prozesse und Akteure, wie beispielsweise unsichtbaren Freunden, abstraktem Denken oder grauen Zellen zündet Pixar Szene für Szene, wieder und wieder ein Ideen-Feuerwerk und beweist, dass sich die lange Produktionszeit von sechs Jahren mehr als gelohnt hat. Die Umgebungsmechanik, rund um die Steuerzentrale der Emotionen, die riesigen Persönlichkeitsinseln oder den „Abgrund des Vergessens“, verleiht der Geschichte nicht nur eine genauso hohe Immersion wie Christopher Nolan’s Arthouse-Blockbuster Inception, sondern auch eine ähnlich hohe Komplexität, was im Genre des Kinderfilms ein Novum darstellt.


alles-steht-kopf
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

 FAZIT

Vom Drehbuch bis zum Figuren- design, vom Voice-Acting, Sound-Design und Soundtrack, bis hin zur immersiven Umgebungs- gestaltung trifft ALLES STEHT KOPF in allen Bereichen der Filmkunst ins Schwarze. Pixars neues Meister- werk ist Kino-Magie pur.

 


Wertung: 10,0 Kinokatzenpunkte


 

SPIELZEITEN:
Ab Donnerstag im Metro-Kino im Schloßhof, sonst täglich im Cinemaxx Kiel (Stand: 23.10.15)

Titelbildquelle:

Autor*in
René Baltrusch
Über René Baltrusch 0 Artikel
René war vom Wintersemester 2014 bis Februar 2017 Teil der Redaktion sowie von April 2015 bis Februar 2017 Chefredakteur für den Online-Bereich. Als Spezialist zum Thema Film rief er Ende 2015 die Kultur-Sparte 'KinoKatze' ins Leben.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*