And the Oscar goes to…

Bild: Rebecca Such // Der Albrecht

Netflix! Klingt zwar wie ein Scherz, ist aber keiner. Und wie es aussieht, könnten wir das in Zukunft häufiger hören. Dieses Jahr gewann zum ersten Mal ein Netflix-Film bei den Oscars und das gleich dreimal. So bizarr es zunächst klingen mag, dass Netflix und Co. nun plötzlich mit den großen Jungs und Mädels aus Hollywood spielen dürfen, so viel Sinn ergibt es doch: Kinobesuche schrumpfen, Streaming boomt.

Bedeutet dieser Wandel nun das nahe Ende des Films? In meinen Augen: Nein. Vielmehr sehe ich hier den einzigen Weg, um den Film noch zu retten. Seien wir doch mal ehrlich. Wenn nicht gerade Marvel oder Disney draufsteht, gehen wir doch kaum noch ins Kino, oder? Warum auch, wenn eine Kinokarte mit einer kleinen Portion Popcorn plus Getränk um die 20 Euro kostet und sich die Zuschauenden dafür dann noch stundenlang Werbung in einem eisigen Kinosaal anschauen müssen. Dann doch lieber zuhause auf der Couch sitzen und Snacks zum Einkaufspreis futtern. Die Qualität der Filme stimmt eben auch hier!

Zwar kommen auf jede Perle aus dem Hause Netflix drei Filme mit Noah Centineo in einer der Hauptrollen, doch glänzen sie dafür genauso, wie jeder ’normal‘ produzierte Film, ein Qualitätsunterschied ist kaum erkennbar. Ende November erschien so beispielsweise der Netflix Originals Film The Irishman, produziert und inszeniert durch Martin Scorsese. Moment mal, ich dachte produziert von Netflix! Falsch gedacht. Das rote N bedeutet eben nicht automatisch, dass ein Film durch einen namen- und gesichtslosen Businessmenschen massenproduziert worden ist. Netflix kauft zumeist nur die Vorführrechte. Und wer lieber ins Kino geht, als zu Hause zu gucken, wird in der Zukunft auch nicht enttäuscht: Obwohl der Streaming-Dienst die Rechte hält, wurde The Irishman bereits vor Online-Start auch in Kinos gezeigt. Ein Ablauf, der inzwischen immer häufiger zu sehen und zukunftsweisend ist.

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