Begegnung unterm Weihnachtsbaum

Es ist nicht schön, alleine zu sein. Gerade vor Weihnachten fragen sich deshalb besonders viele ausländische Studierende, wie sie die Weihnachtsfeiertage verbringen sollen. Ohne die eigene Familie und den kulturellen Umbruch bleiben sie meist alleine in ihren Studentenwohnheimen zurück.

Um das zu vermeiden, bietet das International Center jedes Jahr das Austauschprogramm Begegnung unter dem Weihnachtsbaum an. Es  ermöglicht international Studierenden, Weihnachten bei einer deutschen Gastfamilie zu verbringen und das „deutsche Weihnachtsfest“ kennenzulernen.  Dabei geht es vorrangig um den kulturellen Austausch beider Positionen. Viele Familien freuen sich darüber, einen Gaststudenten aufzunehmen. Sie feiern das Weihnachtsfest im großen Kreis mit Familie und Freunden.

Familie Schlender aus Kiel nimmt bereits seit 2011 Gaststudenten auf, nachdem sie von dem Angebot des International Centers gehört hatte. Auf die Frage weshalb, antwortet Frau Schlender, das liege an mehreren Beweggründen.  Durch persönliche Erfahrungen mit Gaststudenten, bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr, und einem zweijährigen Aufenthalt im Ausland schätzt sie die Begegnung von Menschen verschiedener Kulturen. „Es ist immer wieder eine schöne Erfahrung und bisher habe ich niemals eine Enttäuschung erlebt, sondern vielfach haben sich Freundschaften daraus entwickelt, die bis heute anhalten.“, sagt sie.

Auch ihr Gaststudent aus Südkorea fühlte sich im Programm gut aufgehoben. Er lernte seine Gastfamilie bereits 2011 kennen und verbrachte schon sein zweites Weihnachtsfest bei ihr. Er beschreibt sie als „einfach toll“.  Der Kontakt riss auch nach dem Weihnachtsfest nicht ab, weshalb er auch dieses Jahr wieder herzlich eingeladen war. Zusammen mit einer weiteren Gaststudentin aus China verbrachten sie so mehrere Weihnachtstage und sogar das Silversterfest mit ihrer Gastfamilie zusammen.

„Ein deutsches Herz soll kalt sein.“, erklärt der Student. Jedoch kann er das nicht bestätigen. Er fühlt sich wohl und aufgenommen. Er habe bereits viele schöne Erfahrungen sammeln können und schätzt sich glücklich seine deutsche Familie kennengelernt zu haben. Anderen Studenten, die sich auch einsam fühlen, legt er die Teilnahme an diesem Programm ans Herz. Denn den gegenseitigen Austausch an Kulturgut beschreiben sowohl Gaststudent als auch Gastfamilie als sehr angenehm.

So gab es bei Familie Schlender Heiligabend ein zusammengestelltes Menü aus einem koreanischen, einem chinesischen und einem deutschen Gericht, das allen schmeckte. „Beide erzählen auch gerne von ihrer Heimat, sind aber auch sehr neugierig und aufgeschlossen uns gegenüber.“, so Frau Schlender. Sie werden auch  in den nächsten Jahren weiterhin Studenten aufnehmen und ihnen das deutsche Weihnachtsfest näherbringen.

Auch für Familie Fiedler war das gemeinsame Weihnachtsfest eine Bereicherung. Durch die positiven Erfahrungen bekannter Familien entschlossen auch sie sich letztendlich dazu, einen Gaststudenten über die Feiertage aufzunehmen. Für sie ist Weihnachten „ein traditionelles Fest, das sehr von dem Zusammengehen der Familienmitglieder lebt“.

So feiert sie die Feiertage meist in großer Runde, in die sich ein Gaststudent gut einfinden kann. Das Angebot des International Centers bringt so viele Menschen zusammen, die einander viel geben können. Aufgefasst wird es durchweg positiv. Studenten müssen die Feiertage nicht einsam verbringen und die Familien erhalten unter anderem einen Einblick in fremde Kulturen und die Religion der Gaststudenten. Im Vordergrund stehen jedoch vor allem der Spaß und der freundliche Umgang miteinander. Denn Weihnachten ist und bleibt nun mal das Fest der Liebe.

Foto: Julien Christ

Autor*in

Miriam ist 24 Jahre alt und studiert Skandinavistik und friesische Philologie an der Uni Kiel. Seit Herbst 2012 ist sie Teil der Redaktion. Sie singt, schreibt und lektoriert am liebsten.

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Über Miriam Doka 2 Artikel
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