Bei Nacht und Nebel – Uni zu später Stunde

An einem kalten Novemberabend fand die sechste „Night of the Profs“ statt. War sie ursprünglich aus einer studentischen Protestaktion gegen Kürzungen in Bildungseinrichtungen entstanden, so hatte die „Night of the Profs 2011“ eher den Flair einer Prestige-Veranstaltung der CAU. Umgeben von Nebelschwaden leuchteten das Audimax und das CAP3 geheimnisvoll in violettem Licht. Von 18 bis 1 Uhr konnten hier Interessierte verschiedenen Vorträgen von Kieler Professorinnen und Professoren zum Motto „Zukunft gestalten“ lauschen. Die insgesamt 37 Vorträge, davon drei Kurzvorträge von Doktoranden, beinhalteten verschiedenste Themen von „Geschichte in Star Trek“ über „Demokratie – Für jetzt und in alle Ewigkeit?“ bis hin zu „Neue Wege in der Krebsbehandlung“. Klar in der Mehrzahl waren Vorträge aus den Naturwissenschaften, Informatik, Medizin und Psychologie, abgerundet von ein wenig Politikwissenschaft, BWL, Pädagogik und Theologie. Völlig außen vor blieben Philosophie und sämtliche Philologien, abgesehen von dem Kurzvortrag der Doktorandin Maria Kürschner „Unzuverlässiges Erzählen“.

Die Dominanz der Naturwissenschaften zeigte sich auch bei der Kür des „Prof of the Night“: Mit 152 Stimmen wurde der Astrophysiker Professor Wolfgang J. Duschl zum „Prof of the Night“ gewählt und ist somit bis zur nächsten „Night of the Profs“ Besitzer eines Wanderpokals. Anhand von drei Fragen, davon die erste „Warum wird es nachts dunkel?“, sprach er über die Entwicklung des Weltalls. Dabei hatte er zu jeder Zeit sein Publikum fest im Griff und brachte die gespannt folgende Menge durch die humorvolle Präsentation seines Themas immer wieder zum Lachen. So auch als er festhielt, dass ein sich beschleunigt ausdehnendes Universum bedeutet, dass „das Weltall leer werden wird sehr, sehr leer. Aber bis dahin werden wir genug Zeit haben, um zu verstehen, wie das alles funktioniert.“ Zur Verdeutlichung der Ausdehnung des Weltalls und der zunehmenden Entfernung der Galaxien voneinander zog er das bekannte „Experiment Backofen“ heran: Dazu sind ein Backofen und ein mit Rosinen verzierter Hefeteig nötig. Mit der Ausdehnung des erhitzten Hefeteiges entfernen sich die Rosinen zunehmend voneinander. Während der Hefeteig das Weltall darstellt, stehen die Rosinen für die Galaxien. Tosender Applaus beendete Duschls Vortrag.

Trotz der späten Uhrzeit konnte die „Night of the Profs“ rund 8 000 Zuschauer erzielen. Den ganzen Abend über konnte man sich an verschiedenen Stellen kleine Snacks wie Antipasti-Teller, Wiener Würstchen oder Minifrikadellen kaufen. Außerdem gab es im Foyer des Audimax selbstgebackene Kuchen gegen eine freiwillige Spende sowie Getränke von Cola über Bionade bis hin zu Bier. Mit zunehmender Uhrzeit stieg auch die Anzahl der Bierflaschen in den Hörsälen. Eine gemütlich-entspannte Atmosphäre machte sich breit und obwohl der letzte Bus zum Hauptbahnhof um 0:33 fuhr, waren die Hörsäle auch in der letzten Stunde des Abends noch gut gefüllt. Wer um Mitternacht nicht mehr in der Universität sein wollte und sich dennoch für die Vorträge „Der Blick zurück in der Zukunft: Geschichte in Star Trek“ oder „Vom Homunkulus zum Designerbaby: Rechtsprobleme bei der künstlichen Erzeugung menschlichen Lebens“ interessiert, kann sich diese am 21.12. ab 13 Uhr über den Offenen Kanal Kiel ansehen.

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Über Rebecca Fritzl 0 Artikel
Rebecca war von 2011 bis 2014 stellvertretende Chefredakteurin des Albrechts und in diesem Bereich auch für die Finanzen und Werbeanzeigen zuständig. Außerdem war sie Teil der Plattensau-Redaktion.

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