China gestattet keine Homo-Ehe

Ein chinesisches Gericht hat die erste Klage eines schwulen Paares auf Zulassung der Homo-Ehe in China abgewiesen. Die Klage des 26-jährigen Klägers Sun Wenlin bestärke jedoch die Gemeinde der Schwulen und Lesben in China, die häufig in Anonymität leben, sagen Aktivisten. Über 200 Unterstützer versammelten sich vor dem Gericht. Sie ermutigten Sun Wenlin, welcher mit seinem Freund und seiner Mutter in das Gerichtsgebäude ging.

Nur Männer und Frauen könnten heiraten, argumentierte das Bezirksgericht von Changsha in der zentralchinesischen Provinz Hunan am Mittwoch. Sun Wenlin äußerte sich nach dem Urteil verärgert. Er wehrt sich dagegen, dass sich das Standesamt von Changsha geweigert hatte, seinen Antrag auf Eheschließung mit seinem Freund anzuerkennen.

Das Gericht ließ die in China bislang einmalige Klage zu. Die Anhörung war allerdings sehr kurz. Am Ende der Verhandlung kam dann das nicht überraschende Urteil. In seiner Klage argumentierte Sun Wenlin, dass Chinas Heiratsgesetz nicht explizit vorsehe, dass Ehen nur zwischen Männern und Frauen geschlossen werden könnten. Mehrfach wurde begrüßt, dass die Klage überhaupt erstmals zugelassen wurde.

Bis 1997 galt Homosexualität in China noch als Verbrechen und wurde erst 2001 von der amtlichen Liste der Geisteskrankheiten gestrichen. In großen Metropolen wie Peking und Shanghai haben sich Gemeinschaften von Schwulen und Lesben in Bars und anderen Treffpunkten, sowie Unterstützungsgruppen gebildet. Viele leben aber in der Anonymität, da chinesische Familien nach dem konfuzianischen Wertesystem von ihren Kindern erwarten, dass sie heiraten und den Familienstamm fortsetzen. Aus Rücksicht auf ihre Eltern heiraten nach Schätzungen rund 80 Prozent der Homosexuellen in China und leben ihre Sexualität nur im Geheimen aus.

Autor*in
Rune Weichert
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Rune ist 21 und studiert seit 2013 an der CAU Politikwissenschaft und Skandinavistik. Seit 2014 ist er beim ALBRECHT dabei. Nebenbei ist er auch beim Campusradio als Nachrichtenredakteur tätig.

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