Comic Kolumne Sommer 2015

02 Nowhere Men„Nowhere Men“
Titel: Nowhere Men Bd. 1: Schlimmer als der Tod
Autor: Eric Stephenson (Skript) und Nate Bellegarde (Zeichnungen)
Verlag: Cross Cult. 184 Seiten (farbig), Hardcover. 22 Euro.

Noch mehr klassische Vorbilder gefällig? Die Serie „Nowhere Men“ hat welche und macht insofern alles richtig, als dass sie sich das Beste vom Besten zum Ideal auserkoren hat: Die  Prämisse lässt sich als „Watchmen“ mit Wissenschaftlern (die ihrerseits frei an die Beatles angelehnt sind) umschreiben. Im Mittelpunkt stehen vier aufstrebende Forscher, die das Unternehmen „World Corp.“ gründen und damit nicht nur ihre jeweiligen Fachgebiete revolutionieren, sondern die Wissenschaft auch zum neuen Zentrum der Populärkultur werden  lassen. Doch als der Astrophysiker Simon Grimshaw ethisch immer zweifelhaftere Forschungen vorantreibt, kommt es zu einem Zerwürfnis, das sich zur Gefahr für die gesamte Menschheit  auszuweiten droht. An guten Ideen mangelt es „Nowhere Men“ wahrlich nicht, das Bild einer  Gesellschaft, in der Forscher Schauspieler und Musiker aus den Klatschspalten verdrängt haben,  wird etwa einfallsreich in einer Reihe fingierter Zeitungsartikel ausformuliert. Doch zeichnerisch  ist die Serie leider ein Super-GAU: Sämtliche Figuren werden auf einen einzigen  Gesichtsausdruck reduziert, der mit hängenden Augen und heruntergezogenen Mundwinkeln wirkt, als würden sie hundert Seiten lang von einem fiesen Sodbrennen geplagt. Dazu sind die Hintergründe und Kolorierungen über weite Strecken so flach, als hätte das Grafikprogramm die freien Stellen im Auto-Modus gefüllt. Dass der Klappentext Zeichner Nate Bellegarde allen Ernstes als Ausnahmetalent tituliert, setzt dem Ganzen die Krone auf. Das kann nur im Sinne vom „exzeptionell schlecht“ gemeint sein. (5)

03 Hier„Hier“
Autor: Richard McGuire
Verlag: Dumont. 300 Seiten (farbig), Hardcover. 24,99 Euro.

Comics, die die Aufmerksamkeit der Feuilletons erregen und mit hymnischen Besprechungen bedacht werden, wecken bei Fanboys und –girls traditionell ein anderes Gefühl: Misstrauen. Das  ist nachvollziehbar, handelt es sich zumeist doch um konzeptionell zwar recht originelle, erzählerisch aber wenig packende Werke, die eher dazu geeignet sind, Unkundigen die formalen Möglichkeiten des Mediums vorzuführen. Richard McGuires „Hier“ ist so ein Beispiel: Bereits die sechsseitige Ur-Version, die 1989 in Art Spiegelmans Anthologie „RAW“ erschien, war ein Kritikerliebling und die auf Buchlänge erweiterte Version wird nicht eben weniger geherzt. McGuire erzählt aus gleichbleibender Perspektive, seine Doppelseiten zeigt stets denselben Bildausschnitt, einzig der zeitliche Rahmen verändert sich – vom Urknall bis weit in die Zukunft. Zwar liegt der erkennbare Schwerpunkt auf dem 20. und 21. Jahrhundert, dennoch bewegt sich „Hier“ völlig frei durch die Historie, springt fröhlich hin und her und nutzt Bild-im-Bild
Kompositionen um zu zeigen, was die Zeiten unterscheidet und vereint. Das Ergebnis sind bemerkenswerte Layouts, die sich allerdings recht schnell wiederholen und deren  Überraschungseffekt schon beim zweiten Mal verpufft. Da wiederkehrende Figuren nur  sporadisch auftreten und die Bildfolgen keiner Dramaturgie untergeordnet sind, lassen sich nur  rudimentär ausgebildete narrative Momente erkennen. Daher ist es letztlich einfach, „Hier“ für seinen originellen Ansatz zu loben – tatsächlich etwas aus der Lektüre mitzunehmen ist hingegen wesentlich schwieriger. (6) 

04 Saga„Saga“
Titel: Saga Bd. 3 und 4
Autor: Brian K. Vaughan (Skript)/Fiona Staples (Zeichnungen)
Verlag: Cross Cult. 160 Seiten (farbig), Hardcover. 22 Euro.

Sollte es den Begriff: „Hipster-Fantasy“ noch nicht geben – für „Saga“ müsste er erfunden  werden. Da braucht man nicht lange drum herum reden: Band 4 der äußerst erfolgreichen Serie  beginnt mit nichts geringerem als einem ganzseitigen Bild, das en Detail zeigt, wie ein  Roboterbaby aus der Vagina seiner Mutter gepresst wird. Noch expliziter kann man die ironische  Aneignung von gemeinhin als uncool geltenden Fantasy- und Science-Fiction-Versatzstücken  wohl kaum postulieren. Während Stil im Hipstertum jedoch jeglichen Inhalt dominiert, reüssiert  „Saga“ gleichsam mit differenziert gezeichneten Figuren und komplex konstruierten Konflikten.  Diese ranken sich um Widdermann Marco und Fee Alana, die sich, auf unterschiedlichen Seiten  eines kosmischen Krieges stehend, verlieben und die kleine Mischpoke Hazel zeugen, die erst  zum Politikum und dann von der halben Galaxis gejagt wird. Das trug die ersten zwei Bände ganz  hervorragend, nutzt sich in Teil drei und vier aber etwas ab: Die Spannung leidet zunehmend  darunter, dass die Hauptfiguren kein richtiges Ziel verfolgen, sondern bestenfalls kurz einen  trügerischen Frieden erfahren, der dann von einer erneuten Flucht abgelöst wird, bevor das Ganze  wieder von vorne losgeht. So kreist alles letztlich um sich selbst ohne dabei irgendwo  hinzuführen. Also doch irgendwie hipster-mäßig. (7) 

06 Opus„Opus“
Titel: Opus Bd. 1
Autor: Satoshi Kon
Verlag: Carlsen Manga. 194 Seiten (s/w), Softcover. 14,90 Euro.

Die alte Mär vom Künstler, den es in die von ihm erdachte Welt verschlägt, erfreut sich  besonders im Comic ungebrochener Beliebtheit. In „Opus“ ist es Zeichner Chikara, der kurz vor  der Fertigstellung seines Action-Mangas „Resonance“ steht, als plötzlich seine Figur Rin aus dem  Papier heraus die entscheidende Seite greift und in den Tiefen der Geschichte verschwindet. Sie  hat einen guten Grund dafür: Chikara war gerade dabei, Rins Tod zu zeichnen. Als es den Zeichner dann auch noch selbst in seinen Comic hineinzieht, nimmt er zusammen mit seiner Protagonistin, der attraktiven Polizistin Sakoto die Suche nach dem Flüchtigen auf. Satoshi Kon, der einem breiteren Publikum vornehmlich als Regisseur der Animes „Perfect Blue“ (1997) und „Tokyo Godfathers“ (2003) ein Begriff ist, interessieren weniger metafiktionale Spielereien als vielmehr die philosophischen Implikationen seiner Prämisse. Die Fragen danach, wer wir sind und ob wir unser Leben wirklich selbst lenken werden dabei in einem Zeichenstil verhandelt, der  stilecht den Action-Manga der 1980er wieder aufleben lässt. Kritisieren lässt sich eigentlich nur  die Edition: Dass „Opus“ mit einem Gesamtumfang von 400 Seiten in zwei Bände unterteilt erscheint und nicht als Gesamtausgabe veröffentlich wird, ist 2015 nicht mehr unbedingt auf der Höhe der Zeit. (8)  

05 StrangersWiederveröffentlichung des Monats: „Strangers in Paradise“
Titel: Strangers in Paradise – Gesamtausgabe Bd. 5
Autor: Terry Moore
Verlag: schreiber&leser. 311 Seiten (s/w), Softcover. 16,95 Euro.

David liebt Katchoo. Katchoo ist in Francine verknallt. Doch Francine will nicht von ihrer  heteronormativen Vorstellung einer Partnerschaft abweichen und verleugnet ihre Gefühle. Mit dieser Konstellation kann man zwar eine Daily Soap bestreiten, aber keine Comic-Serie von  knapp 2000 Seiten. Das wurde auch Terry Moore schnell klar, weshalb er Katchoo in die Machenschaften einer kriminellen Geheimorganisation verstrickte und aus der Geschichte einer schwierigen Liebe einen handfesten Thriller machte. Der fünfte Band der Gesamtausgabe von „Strangers in Paradise“ (1996-2002) lässt es aber etwas gemächlicher angehen als seine Vorgänger und erzählt in aller Ruhe von diesem und jenem. Es rücken in den Fokus: Davids Flegeljahre als jugendlicher Gangster, Katchoos Karriere als Aktmalerin, eine abgeschmackte Las Vegas-Episode um die unvermeidliche impulsive Hochzeit und ein Sprengstoffattentat auf einen Krankenwagen im Rettungseinsatz. Das liest sich folglich etwas zerfahren, wird aber durch den visuellen Elan Moores zusammengehalten, der seinen Kapiteln mittlerweile auch schon mal Bibelzitate als Motto voranstellt. Vermutlich weil das gute Buch auch das letzte ist, dass es in punkto Umfang (und Versponnenheit) überhaupt noch mit „Strangers in Paradise“ aufzunehmen vermag. Gegen Ende brüllt Francines greise Tante in den Himmel, das nächste UFO solle sie mitnehmen, da Jesus einfach zu lange brauche. Moore ist der Einzige, der zur Religion gefunden hat und nicht augenblicklich stinklangweilig geworden ist. (7)

07 Batman„Batman: Der verlorene Sohn“
Titel: Batman Knightfall – Der Sturz des dunklen Ritters 4: Der verlorene Sohn
Autor: Chuck Dixon/Alan Grant/Doug Moench (Skript) und Bret Blevins/Mark D. Bright/John
Cleary/Mike Gustovich/Phil Jiminez/Graham Nolan/Ron Wagner/Lee Weeks (Zeichnungen).
Verlag: Panini. 292 Seiten (farbig), Softcover. 24,99 Euro.

Gutes 1990er Material hat immer Saison – besonders wenn dieses in Deutschland bisher unveröffentlicht war: Der Batman-Zwölfteiler „Prodigal – Der verlorene Sohn“ erschien ursprünglich von November 1994 bis Januar 1995 als Epilog des berühmten „Knightfall“-Zyklus, in dem Muskelprotz Bane der Fledermaus das Rückgrat bricht. Ein Vorfall, der beim dunklen Ritter tiefe Spuren hinterließ, auch nach seiner körperlichen Genesung fühlt er sich noch nicht wieder in der Lage, seine Position als nächtlicher Beschützer erneut einzunehmen. Stattdessen übernimmt der erste „Robin“ Dick „Nightwing“ Grayson diese Funktion und muss erkennen, welche mentale Last die spitzohrige Maske mit sich bringt. Die Qualität des Bandes begründet sich dabei aber weniger in tiefenpsychologischer Präzision, als vielmehr in den diversen Stilen, in denen die Kämpfe des Interim-Batmans gezeichnet sind. Während Mike Gustovichs (Kapitel 1 und 5) etwas grobschlächtiges Artwork heute recht altbacken wirkt, ist Lee Weeks (3 und 7) Kunstfertigkeit eine geradezu phänomenale Wiederentdeckung. Bei Ron Wagner (8) und Mark D. Bright (10) hat bereits der Einfluss von Zeichnern wie Todd McFarlane („Spawn“) und Jim Lee („Wild C.A.T.S.“) Einzug gehalten, der den Rest der Dekade maßgeblich prägen sollte. Und alle entwickeln sie immer wieder Momente, die eindrucksvoll das Bedrohliche, Monströse an Batman herausstellen – ein fantastisches Musterbuch der Kunst der mittleren Neunziger. (8)

08 UtopiaTV-Serie des Monats: „Utopia“
Titel: Utopia – Staffel 1
Autor: Dennis Kelly (Drehbuch) und Wayne Che Yip/Alex Garcia Lopez (Regie)
Verlag: Polyband. 316 Minuten (6 Episoden), 2 DVD/Blu-Ray. 14,97 Euro.

In der DDR war man verrückt nach Bananen. Weil es halt keine gab. In der BRD steht man heute auf schräge und gewalttätige englische Serien. Weil das deutsche Fernsehen so was halt nicht produziert. Gut für „Utopia“, denn das ist ein besonders schräges und gewalttätiges Exemplar: Als einer vierköpfigen Gruppe von Comicfans das Manuskript zur Fortsetzung eines kultisch verehrten Albums in die Hände fällt, geraten sie auf die Abschussliste skrupelloser Geheimdienste. Der Comic entpuppt sich dabei als Werk eines verrückten Wissenschaftlers, der darin Hinweise auf eine weitreichende Verschwörung, die einen globalen Genozid zu initiieren gedenkt, eingearbeitet hat. „Utopia“ nutzt Comics allerdings nicht nur als die Handlung vorantreibendes Element, sondern macht auch visuell deutliche Anleihen, die in durchkomponierten Bildtableaus und satten Farben ihren Niederschlag finden. Leider ist die ebenso brutale wie irre (und bisweilen auch irre brutale) Hetzjagd nach zwei Staffeln schon wieder vorbei, allerdings arbeitet David Fincher in Amerika angeblich schon an einem Remake für HBO. Wer sich jetzt fragt, wann man in Deutschland endlich mal eine Serie dieses Kalibers produziert, der sollte lieber darauf warten, dass ein Bananenbaum im Schwarzwald wächst. Die Wahrscheinlichkeit ist einfach höher. (8)


Short Cuts

Barry Windsor-Smith: „Marvel Comic Sammlung – Wolverine: Waffe X“: Den Klassiker von 1991, der erzählt, wie Wolverine in einem inhumanen Experiment seinem Willen beraubt und zur Tötungsmaschine instrumentalisiert werden soll, kann man gar nicht oft genug wiederveröffentlichen. Die drastischen, eindringlich arrangierten und kolorierten Zeichnungen unterstreichen die fatalistische Story optimal – kaum eine Marvel-Erzählung geht so an die Nieren, keine präsentiert derart eindrucksvoll die reine Neunziger-Lehre. Essentiell. (150 Seiten; Hardcover. 12,99 Euro)

Neil Gaiman/Andy Kubert: „1602“: Und noch ein bemerkenswerter Titel aus der Marvel Comic Sammlung: 2002 schuf Neil „Sandman“ Gaiman diese achtteilige Miniserie, die Spider Man, Nick Fury und die X-Men ins England unter Elizabeth I. versetzt. Das Ergebnis changiert zwischen cleverer Neuinterpretation und eitler Selbstbezogenheit. Wo die Grenze zwischen Metafiktion und Referenzhölle verläuft braucht man Gaiman bekanntlich nicht fragen – das wusste der noch nie.
(248 Seiten; Hardcover. 12,99 Euro)

Régis Hautière/Philippe Berthet: „Perico“: Viel hat Frankreich zum stets boomenden „Comic Noir“ bisher nicht beigetragen, nur Philippe Berthet widmet sich ihm nach „Tödliche Nähe“ ein weiteres Mal: 1958 flüchtet der kubanische Page Joaquin mit einem Koffer voll Mafiageld und der undurchsichtiges Schönheit Livia in die USA, stets verfolgt von einem Aufgebot an Killern, die sowohl Mädchen als auch Moneten wiederhaben wollen. Inhaltlich stark an den tradierten Vorbildern orientiert, gelingt Berthet visuell eine eigenständige Eleganz, die auf Schwarz-Weiß zugunsten einer reichhaltige Palette erdiger Töne verzichtet. Die amerikanische Konkurrenz dürfte angesichts seiner Stilsicherheit gelb vor Neid werden.
(126 Seiten; Hardcover. 24,80 Euro)

Tim Seeley/Mike Norton: „Revival Bd. 2“: Seit es in der Kleinstadt Wausau, Wisconsin zu einer rätselhaften Auferstehung der Toten kam, verbietet eine Quarantäne den Einwohnern die Ausreise. Die Sondereinheit der jungen Polizistin Dana versucht verzweifelt, die Ursache für die Wiederauferstehungen zu finden und den Frieden aufrecht zu erhalten. Leider krankt der zweite Band der vielversprechenden Serie an seiner Multiperspektivität – ständig werden neue Handlungsfäden aufgenommen ohne dass die alten zu Ende gebracht wurden. Erst das pointierte Finale zeigt eindrucksvoll, über welches Potential „Revival“ eigentlich verfügt. (128 Seiten; Hardcover. 18 Euro)

Terry Moore: „Rachel Rising Bd. 3“: Als Referenz in Sachen „lebende Tote“ erweist sich zum dritten Mal „Rachel Rising“. In „Grabgesänge“ beobachtet Terry Moore das Treiben der rachsüchtigen Hexe Lilith, des dämonischen Mädchen Zoe und der Freundinnen Rachel und Jet, die auch nach schweren Unfällen und erfolgreichen Mordversuchen stets wieder ins Leben zurückkehren. Was seinen Stil dabei so einzigartig macht, ist der Verzicht auf alles Reißerische und Spekulative, das Horrorgeschichten für gewöhnlich auszeichnet. Moores beinahe zärtlicher aber nicht verklärender Blick ist einzigartig im Genre – auch über den Comic hinaus. (128 Seiten; Softcover. 14,95 Euro)

Yusei Matsui: „Assassination Classroom Bd. 3“: Seit drei Monaten unterrichtet das Krankenmonster Korosensei auf das ein gewaltiges Kopfgeld ausgesetzt ist jetzt schon die Problemklasse 9E, deren Schüler stets auf eine Chance lauern ihn zu eliminieren. Doch ihr Lehrer entgeht mühelos jedem Anschlag und münzt diesen freundlich lächelnd in eine pädagogische Lektion um. Absurde Komik, die sich von Band zu Band in neue Höhen schraubt – so berückend irre war der Manga seit dem genialem Körpertausch-Inferno „Ranma ½“ nicht mehr. Viel zu lange ist das her. (189 Seiten; Softcover. 5,95 Euro)

Naoki Urasawa: „Billy Bat Bd. 10“: Wer niemals diese labyrinthisch-ausufernde alternative Weltgeschichte, die von einer ominösen Schriftrolle und Ying-und-Yang-artigen Fledermauserscheinungen angetrieben wird, gelesen hat, wird auch niemals einen Ahnung davon haben, was der Begriff „Mindfuck“ eigentlich bedeutet.Auch nach dem zehnten Band von „Billy Bat“ ist man eigentlich keinen Deut schlauer, bleibt aber trotzdem weiter dran. Eine nicht zu unterschätzende Leistung.
(196 Seiten; Softcover. 8,95 Euro)

Vallée/Callède: „XIII Mystery Bd. 7: Betty Barnowsky“: Der umwerfende Rotschopf Betty Barnowsky gehört zu den heimlichen Stars des unkaputtbaren franko-belgischen Verschwörungsthrillers „XIII“. Da verwundert dieses Prequel kaum, das von Bettys Schlüsselerlebnissen als Soldatin im südamerikanischen Dschungel erzählt. Die weitestgehend enge inhaltliche Verknüpfung mit der Hauptserie legt zwar das Prädikat „für Fans“ nahe, an der Hauptfigur kann man sich dennoch kaum sattsehen.
(64 Seiten; Softcover. 12 Euro)

Jonathan Ross/Bryan Hitch: „America’s got Powers“: Vor siebzehn Jahren landete ein Gestein aus dem All in San Francisco und verlieh jedem Kind, das an diesem Tag geboren wurde Superkräfte. Zu Teenagern herangewachsen, versucht man die Übermenschen mithilfe einer Casting-Show zu kontrollieren, deren Sieger die Aufnahme in ein offizielles Superheldenteam winkt. Johnny Ross legt eine Utopie vor, die von „Watchmen“ und „American Idol“ gleichermaßen inspiriert ist und einen dem Sujet angemessenen Zynismus mitbringt. Visuell ist das ganze aber wenig aufregend, da die Action-Szenen hauptsächlich aus unübersichtlichen Keilereien bestehen. Den Titel erringt man so nicht. (108 Seiten; Softcover. 14,99 Euro)

Scott Snyder/Bryan Hitch/Diverse: „Batman Sonderband 45“: Als Batman im November sein 75. Geburtstag beging, feierte dies sein Verlag mit einer voluminösen Ausgabe seines Stammhefts „Detective Comics“, das nun endlich auch auf Deutsch vorliegt. Versammelt sind hier sechs Geschichten unterschiedlicher Zeichner und Autoren von denen zumindest zwei ein echter Grund zum nochmaligen Feiern sind: In „Better Days“ entflieht ein 75jähriger Bruce Wayne seinem Rentneralltag, um noch einmal Gothams Gangster zu vertrimmen, während er in „The Sacrifice“ erfährt, wie sein Leben verlaufen wäre, wenn seine Eltern nicht ermordet und er nie zur Fledermaus geworden wäre. Hoch die Tassen!
(100 Seiten; Softcover. 12,99 Euro)

Janwillem Dubil
Über Janwillem Dubil 59 Artikel
Janwillem promoviert am Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft. Er schreibt seit 2010 regelmäßig für den Albrecht über Comics und Musik, letzteres mit dem Schwerpunkt Festivalkultur.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*