„Der Teamgedanke steht im Vordergrund“

Die Kieler Sportakrobatikgruppe Ocean Crew will auf Bundesebene auf sich aufmerksam machen

Quelle: Ocean Crew

Seit November 2019 gibt es die Ocean Crew. Trainer Lasse Petzold (23) formte aus Akrobatikbegeisterten ein Team, das gemeinsam turnerische Elemente und Tanz zu einer Show verbindet. Nach Auftritten an der Kiellinie in diesem Sommer möchte das Team im nächsten Jahr an bundesweiten Wettkämpfen teilnehmen.  

Was ist Showakrobatik? 

Showakrobatik ist eine junge Sportart mit Elementen aus dem Geräteturnen, der Sportakrobatik, Tanzen und Cheerleading. Bei Wettkämpfen werden die Gruppen nach Synchronität, Choreografie, Bühnenbild, Kostüm und Schwierigkeitselementen bewertet. 

„Das Besondere an der Showakrobatik ist, dass es wenig feste Vorgaben zu den Figuren gibt und eine Show nach deinen eigenen Wünschen gestaltet werden kann“, sagt Lasse. 

Mit Ehrgeiz zum eigenen Team 

Ocean Crew bei einem Auftritt an der Kiellinie im Sommer. Quelle: Ocean Crew

Lasse ist eher zufällig auf Akrobatik gestoßen. Vor sechs Jahren entdeckte er online ein Video, in dem jemand Tricks im Handstand gemacht hat. Er war fasziniert und versuchte, die Tricks zuhause nachzumachen – zunächst mit wenig Erfolg. „Es hat schon sechs bis acht Monate gedauert, bis ich den Handstand stabil halten konnte. Ich komme eigentlich aus dem Fußball.“ 

Showakrobatik lernte der Lehramtsstudent erst durch zwei Schülerinnen in seinem Grundschulpraktikum kennen. „Ich bin zum Vereinstraining hingegangen und das hat echt viel Spaß gemacht.“ Im Verein trainierte Lasse für zwei Jahre und fuhr mit auf deutsche Meisterschaften. 

„Ich durfte im Verein mit kleinen Gruppen eigene Choreografien aufführen, aber in mir wuchs der Wunsch, eigenständig zu trainieren, meine eigenen Ideen und Vorstellungen umzusetzen.“ 

„Bei der Showakrobatik steht der Teamgedanke ganz weit im Vordergrund – jeder unterstützt das Team bestmöglich.“

 Trainer Lasse. 

Handstände, Würfe und Tanz  

Im November 2019 gründete Lasse die Showakrobatik-Sparte im Heikendorfer Sportverein. Der anfängliche Kern von fünf Aktiven wuchs auf das vielfältige Team der Ocean Crew mit 14 Mitgliedern an.  

Im gemeinsamen Training geht es zum einen darum, eine gute Grundlage in den Bereichen Kraft, Beweglichkeit und Koordination zu schaffen und zum anderen darum, die individuellen Stärken zu fördern. „Aktuell üben wir schnelle Sprungelemente“, erklärt Anakin. „Auch Gruppenelemente wie Pyramiden, Würfe und Tanz stehen auf dem Trainingsplan“, sagt Lasse. Schlussendlich werden alle Elemente verbunden und in eine Show verpackt. 

Die Schwierigkeit ist es, die Heterogenität der Gruppe so in Szene zu setzen, dass die Bewertungskriterien für Wettkämpfe bestmöglich erfüllt werden. „Aber das ist auch das Großartige an dem Sport“, sagt Lasse, „Jedes Teammitglied hat seine eigene wertvolle Aufgabe.“ 

„Turnen macht mir sehr viel Spaß. Jetzt kann ich Akrobatik in dem Team lernen.“

Shakti stieß im Sommer zur Gruppe, als sie für ihre Sporteignungsprüfung übte. 

Über kleine Auftritte …  

„Wir können das.“ Selbstbewusst führen die Athlet*innen ihr Können vor. Quelle: Ocean Crew

Dass die Sportler*innen im Alter von neun bis 25 Jahren nach nur wenigen Monaten ein Team geworden sind, bewiesen sie bei ersten selbstorganisierten Auftritten an der Kiellinie. An mehreren Wochenenden im Sommer stellte die Ocean Crew ihr Talent unter Beweis. 

Von Aufregung keine Spur: „Wir können das“, sagt Shakti. „Die Elemente haben wir alle im Training geübt“, erzählt Michel. Ein paar Male hat eine Haltung gewackelt, aber das Team ist zufrieden. „Wir haben Bock auf mehr“, sagt Lasse.  

Die dynamische Gruppe ist ehrgeizig und hat sich hohe Ziele gesteckt. Seit einigen Wochen üben sie eine neue Choreografie ein, mit der sie auf bundesweiten Wettkämpfen überzeugen wollen. 

„Eigentlich habe ich Football gespielt, aber Akrobatik fand ich schon immer faszinierend.“

Brian ist dankbar für Lasses Hilfestellungen. 

„Ich komme aus dem Leistungsturnen.“ 

Für Emil gehört der Sport seit Jahren dazu. 

… und Training im Wohnzimmer … 

Beim Online-Training arbeitet das Team am Handstand oder an seinen individuellen Aufgaben. Quelle: Ocean Crew

Trotz der gesperrten Hallen trainiert das Team weiter – online. Wenn Kamera, Mikrofon und Internet mitspielen und zerbrechliche Gegenstände außer Reichweite gebracht wurden, kann es losgehen: Nach einem gemeinsamen Aufwärmprogramm teilt sich die Gruppe in Breakout-Räume auf, um je nach Spezialisierung Handstand oder an Sprungkraft und Beweglichkeit zu trainieren.  

Das Online-Training gewährleistet vor allem für die jüngeren Sportler*innen Routine und einzelne Elemente können mit etwas Improvisation zuhause trainiert werden. Allerdings fehlt aktuell die Gruppendynamik aus der Halle. Für Würfe und Pyramiden reicht das Online-Training nicht aus.  

„Jede*r aus dem Team setzt sich gerade das Ziel, fitter zu werden, damit der Einstieg in das Präsenztraining schnell gelingt“, sagt Lasse. Denn natürlich will die Gruppe weiter an ihrer Show arbeiten. 

… auf die große Bühne 

„Im Frühjahr findet planmäßig die Qualifikation für den Showsportwettbewerb ’Rendezvous der Besten’ statt”, erklärt Lasse. „Das ist unser nächstes Ziel.“

Ein Jahr hat Ocean Crew nicht nur zu einem starken Team geformt, sondern auch gezeigt, wo die Gruppe noch Unterstützung braucht: „Ich habe jetzt viel Erfahrung gesammelt als Akrobatiktrainer, kenne mich aber in Sachen Tanz und Choreografie nicht so gut aus“, sagt Trainer Lasse. „Es wäre super, wenn wir noch eine Person finden, die in dem Bereich Vorerfahrung hat und Lust hat, dieses großartige Team an die Spitze zu führen.“ 

Quelle: Ocean Crew

Instagram: @ocean_crew_showakrobatik 
Mail: showakrobatik.hsv@gmail.com 
Tel : 0157 35392072

Autor*in

Alexandra studiert Biochemie und Molekularbiologie. Sie ist seit Oktober 2016 beim Albrecht als Redakteurin aktiv, schreibt über Hochschulforschung oder gibt im Gesellschaftsressort ihre Meinung zum Besten und beim Layout und Design der Zeitung hilft sie gerne aus.

Über Alexandra Tietze 27 Artikel
Alexandra studiert Biochemie und Molekularbiologie. Sie ist seit Oktober 2016 beim Albrecht als Redakteurin aktiv, schreibt über Hochschulforschung oder gibt im Gesellschaftsressort ihre Meinung zum Besten und beim Layout und Design der Zeitung hilft sie gerne aus.

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