Die tragische Einsamkeit

Einsamkeit kann krank machen – aber wir können das ändern.

Was ist Einsamkeit? Ist es das schlichte „Alleine sein“? Laut Lexikon ist Einsamkeit „die Empfindung, von anderen Menschen getrennt und abgeschieden zu sein“. Ist es nur das? Geht Einsamkeit auch, wenn man in Gesellschaft ist? Jeder hat und kennt diese Momente der Einsamkeit. Sei es, dass man jeden Abend alleine ins Bett geht und am nächsten Morgen alleine aufsteht, dass man jeden Abend für sich alleine kocht oder dass man auf einer WG-Party als Single nur von Pärchen umgeben ist. Letzteres Beispiel zeigt gut, dass man auch in bester Gesellschaft das Gefühl von Einsamkeit empfinden kann. Man hat das Gefühl, nicht richtig dazu zu gehören oder dass einem jemand fehlt, der einen auf eine besondere Art und Weise vervollständigt. Einsamkeit muss von Alleinsein getrennt werden. Einsamkeit ist ein unangenehmes Gefühl und wird subjektiv aufgefasst, „allein“ bezieht sich nur auf eine Zustandsbeschreibung. Einsamkeit kann natürlich auch positiv sein. Manche lieben die Einsamkeit. In der heutigen turbulenten Zeit sind Auszeiten Balsam für die Seele. Sich einfach zurückziehen, ein gutes Buch lesen oder sich etwas Leckeres zu Essen gönnen, nur für sich alleine, das kann sehr schön sein. Mal nichts von Familie, Freunden oder Kommilitonen hören. Doch mit Einsamkeit verhält es sich so ähnlich wie mit Gift: Die Dosis macht den Unterschied. Zu viel Einsamkeit kann sich negativ auf uns auswirken. Einsamkeit ist das subjektive Innewerden von sozialer Isolation. Das ist zumindest die Auffassung von Wichard Puls, der der Meinung ist, dass Einsamkeit die Vorstufe zu Depressionen oder Alkoholismus ist. Und das führt einen noch weiter in die Spirale der trostlosen Einsamkeit. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir auf unsere Freunde und unsere Familie achten. Jeder hat Phasen, in denen man sich einsam fühlt; mal mehr und mal weniger. Doch man darf es nicht so weit kommen lassen, dass Menschen, die einem nahe stehen, in ein Loch der Einsamkeit fallen, aus dem sie schwer wieder herauskommen. In der heutigen Zeit sind die Menschen leider immer egoistischer geworden, es geht nur um uns, unsere Noten, unser Wohlbefinden. Und ja, soziale Kontakte können manchmal echt anstrengend sein, aber wir sollten uns die Zeit nehmen, auf unsere Freunde und Verwandten zu hören und ihnen Gesellschaft zu leisten. So kann man die Einsamkeit anderer und auch seine eigene mindern. Wir sollten uns vom Sofa erheben und mal den Nachbarn fragen, wie es ihm geht und häufiger vorbeischauen. Jeder Rentner freut sich über ein junges Gesicht, welches mal nach dem Rechten sieht und ein bisschen klönt. Zusammen ist man weniger allein, ein Film von Claude Berri, der schon im Titel das beschreibt, was unsere Lebensqualität ändern kann. Auch wenn Alleinsein und Einsamkeit unterschiedlich sind, so sollten wir uns ein Herz fassen und uns zu mehr Zweisamkeit hin bewegen. Denn zusammen ist man nicht nur weniger allein, man hat auch mehr Freude, man teilt sich die schönsten Erinnerungen und Geheimnisse und erhält eine ganz neue Lebensqualität, ja vielleicht auch mehr Lust, dieses Leben zu leben und sich nicht alleine zu isolieren. Einsam und alleine sein zu können ist vielleicht sehr schön. Aber alleine und einsam sein zu müssen ist es nicht

Titelbild-Quelle: rw

 

 

Autor*in
Rune Weichert
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Rune ist 21 und studiert seit 2013 an der CAU Politikwissenschaft und Skandinavistik. Seit 2014 ist er beim ALBRECHT dabei. Nebenbei ist er auch beim Campusradio als Nachrichtenredakteur tätig.

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