Ein Interview mit dem norwegischen Autoren Tore Kvæven

DER ALBRECHT: Für ihren Debütroman „Hard er mitt lands lov“ ernten Sie sowohl von den Kritikern, als auch von der Öffentlichkeit bis jetzt durchweg nur positive Kritik. Wie nehmen Sie die Resonanz wahr?

Tore Kvæven: Ich bin sehr glücklich damit, wie das Buch aufgenommen wurde. Ich hatte zwar gehofft, dass das Buch den Menschen gefällt, aber mit so guten Kritiken, wie ich sie jetzt bekomme, habe ich dennoch nicht gerechnet. Ich bin zwar noch nicht ganz zufrieden mit den Verkaufszahlen des Buches, aber mit den Kritiken auf jeden Fall.

Bevor Sie als Autor bekannt wurden, haben Sie als Lehrer in ihrem Wohnort Sirdal, einem kleinen Ort in der norwegischen Provinz Vest Agder gearbeitet.

Ja, ich war 10 Jahre lang Lehrer an einer kleinen Schule mit nur circa 50 Schülern. Deswegen habe ich dort auch fast alle Fächer unterrichtet von Norwegisch, über Englisch bis hin zu Geschichte und Mathe. Momentan arbeite ich allerdings nicht mehr als Lehrer, sondern bin in Wasser-Nachforschungen der Provinz involviert.

Tore Kvæven mit seinem Buch. Foto: Klaus-Henning Hansen

Wie sind Sie nach 10 Jahren des Lehrens dazu gekommen, Autor zu werden? Was hat Sie zum Schreiben inspiriert?

Ich habe schon immer gerne Bücher gelesen und auch selbst gerne geschrieben. Schon als ich noch ein Kind war, vor circa 24 Jahren, habe ich in der Schule angefangen ein paar Kurzgeschichten zu schreiben; unter anderem eine über ein Wikingerschiff, die Seawolf, die auf der Suche nach Schätzen an der Küste Afrikas entlang bis ins tiefste Landesinnere fährt. Genau an dieser Geschichte habe ich über 20 Jahre weitergeschrieben und sie hat sich in dieser Zeit sehr entwickelt. Zuerst dachte ich, dass sie nie veröffentlicht werden würde, doch dann sah ich endlich ein Ende in der Geschichte und sagte mir „ Ja, daraus möchte ich ein Buch machen.“ Und jetzt denke ich „Ja, ich möchte ein Autor sein!“ und schreibe schon an meinem nächsten Buch. Aber am Anfang des Schreibens war es mehr ein Hobby als ein Beruf.

Also haben Sie schon jetzt eine Idee für ein neues, ihr zweites Buch

Ja, das habe ich. Bei meinem ersten Buch bin ich noch ein bisschen herum geirrt, und der Inhalt veränderte sich noch stark . Aber bei  meinem nächsten Buch bin ich mir schon jetzt sicher, wie die Geschichte aussehen und sich entwickeln soll. Ich habe sogar schon angefangen, einzelne Kapitel zu schreiben. Zu 30 Prozent, würde ich sagen, ist das Buch schon fertig.  Allerdings ist das Schreiben meines ersten Buches für mich auch schon etwas weiter entfernt, obwohl die Veröffentlichung selbst, insbesondere jetzt auch hier in Deutschland, ja noch gar nicht so lange her ist. Aber zwischen Schreiben und Veröffentlichung ist einfach sehr viel Zeit vergangen.

Wissen Sie denn schon, ob ihr Debütroman „Hard er mitt lands lov“ nicht nur in Deutschland vorgestellt, sondern auch auf deutsch herausgebracht werden wird?

Mein Agent ist in Verhandlung mit vielen internationalen Verlagen, zum Beispiel mit deutschen, schwedischen und dänischen. Aber der einzige Vertrag, der bis jetzt wirklich fest unterschrieben ist, ist mit einem tschechischen Verlag. Also ist bis jetzt nur sicher, dass das Buch auch auf tschechisch herauskommen wird. Aber ich hoffe natürlich, dass dies auch in Deutschland möglich sein wird.

Das hoffen wir natürlich auch. Eine etwas privatere Frage noch am Ende: Haben Sie, wenn Sie privat für sich lesen, ein Lieblingsbuch oder ein Buch, das sie unseren Lesern empfehlen würden?

Sehr, sehr viele Bücher! Darf ich auch mehr als eines sagen? Sehr mag ich zum Beispiel „der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway. Das ist wahrscheinlich mein Lieblingsbuch und gehört auf den ersten Platz meiner persönlichen Bücherliste. Ich habe es bereits drei oder vier Mal gelesen. Außerdem mag ich John Steinbecks Bücher alle sehr. Aber wie gesagt, „der alte Mann und das Meer“ nimmt eine besondere Position ein.

Vielen Dank für das Interview. Es war sehr spannend zu hören, welche Geschichte hinter ihrem Debütroman steht.

Sehr gerne, ich bedanke mich auch.

Das Interview führte Franziska Albrecht.

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Über Franziska Albrecht 3 Artikel
Franziska schreibt seit 2012 für den Albrecht.

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