„Elise“ sucht die Freiheit

Filmpremiere "Elise", Cinemaxx Kiel

Wer hatte ihn nicht, diesen Traum als Kind oder Teenager einen eigenen Film zu drehen. Ob vor oder hinter der Kamera, auf vielen unserer Festplatten befinden sie sich noch immer: Kurzfilme für Schulprojekte oder für Youtube in der Freizeit, Stop-Motion Filme, vielleicht sogar Zeichentrick. Heute bringen sie uns zum Lachen und erinnern uns an unsere Schulzeit. Aus diesem großen Traum ist nichts geworden und andere Dinge wurden interessanter.
Nicht so bei Moritz Boll. Auch der 21-jährige Multimediaproduction Student aus Kiel hatte diesen Traum und fing früh an Stop-Motion Filme mit seinen Legofiguren zu drehen. Aber dabei ist es nicht geblieben. Es folgten Schulprojekte, Kurzfilme und irgendwann auch Werbespots für lokale Unternehmen und schließlich der erste Spielfilm „Kleinstadtfeuer“ der 2012 im Cinemaxx Premiere feierte. Diese Premiere fand in relativ familiärer Atmosphäre statt, Moritz hatte seine Schule, die Humboldtschule in Kiel eingeladen.

Hauptdarstellerin Maren Kraus im Interview
Hauptdarstellerin Maren Kraus im Interview / Foto: Frank Dudek

Auf einer Autofahrt von Berlin nach Kiel fielen Moritz und seinem Freund Jan Jekal, mit dem er auch schon „Kleinstadtfeuer“ gedreht hatte, dann die Drehbuchidee zu „Elise“ ein. Es sollte um die 19jährige Elise gehen, die frisch nach ihrem Abitur noch gar nicht richtig weiß, wohin ihr Leben führen soll, wohingegen ihre Eltern das eigentlich schon für sie geplant haben. Im Gegensatz zu Elise weiß ihre beste Freundin Maria schon genau, was sie will: Mit ihrem Freund zusammenziehen und ein duales Studium bei der Bank anfangen. Bloß nicht weg aus ihrem Heimatort. Doch dann lernen die beiden auf dem Geburtstag von Elises Vater Dorsday Uckhaus kennen, einen alten Freund der Familie. Er erkennt Elises Drang nach Freiheit und Abenteuer und lädt die beiden zu sich nach Dänemark ein. Das lassen sich Elise und Maria nicht zweimal sagen und kurz darauf geht es mit dem Familienvan auf einen aufregenden Roadtrip, der ungeahnte Folgen mit sich bringt.

Drehbuchautor, Kameramann und Regisseur in einer Person: Student Moritz Boll
Drehbuchautor, Kameramann und Regisseur in einer Person: Student Moritz Boll / Foto: Frank Dudek

„Elise“ feierte am 19. März 2016  im ausverkauften Kinosaal des Cinemaxx Premiere, doch bis dahin war es ein weiter Weg. Im Mai 2014 begannen im dänischen Blavand mit seinem fünfzehnköpfigen Team die Dreharbeiten für dieses Projekt. Moritz hatte sich die Mitglieder aus seinem Freundeskreis zusammengesucht, Kamera und Regie machte er selbst. Zusätzlich bekamen Moritz und seine fünfzehnköpfige Filmcrew noch prominente Unterstützung: „Dorsday Uckhaus“ wird von dem deutschen Charakterdarsteller Michael Mendel verkörpert, der auf die Anfrage von Moritz ob er sich vorstellen könne dieses Projekt zu unterstützen, zur Freude des Teams, sofort positiv reagierte. Außerdem sind auch Tagesschauchefredakteur Jan Hofer und Theaterschauspieler Marko Gebbert, der auch schon in „Kleinstadtfeuer“ mitwirkte, in kleineren Rollen zu sehen.
Trotz allem Rückenwind musste das Team um Moritz dennoch merken, dass nicht alles nach Plan laufen kann: Eine Herde Kühe szenenwirksam zu platzieren stellte eine große Herausforderung dar und eine für den Dreh wichtige Straße war wegen eines Wasserrohrbruchs nicht mehr zu gebrauchen, weshalb schnellstens Ersatz gefunden werden musste.
Aus dem ursprünglich geplanten einem Jahr Drehzeit wurden am Ende zwei Jahre, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Elise“ schafft es, das Aufbruchsgefühl nach dem Abitur mit märchenhaften Sommeraufnahmen zu transportieren und den Zuschauer dazu zu bewegen, beim Erwachsenwerden und der Suche nach der eigenen Identität der Protagonistin mitzufiebern. Zusätzlich verkörpert Michael Mendel den alternden Künstler und Freigeist Dorsday Uckhaus sehr überzeugend. Dieser Film ist absolut sehenswert.

„Elise“ läuft ab dem 7. April noch einmal eine Woche lang täglich um 16:30 im metro-Kino im Schloßhof (Montag nicht und Sonntag schon um 12:30). Weitere Informationen zum Projekt und Regisseur Moritz Boll gibt es unter www.moritzbollfilms.de.

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