Etwas RnB, etwas Pop, etwas Soul – aber ganz viel Seele

Gestatten: Raveena

Bild: Eileen Linke//Der Albrecht

 
Wie ein ruhiger, plätschernder Bach an einem schönen Sommertag. Wie eine Umarmung vom Lieblingsmenschen. Oder wie ein pink-roter Sonnenuntergang am Strand. Ungefähr so fühlt sich Raveenas Musik an. 

Raveena ist 27 Jahre alt, stammt aus den USA, macht Musik und ist eine queere Woman of Color. Eine Tatsache, die es ihr in Amerika sicherlich nicht immer einfach gemacht hat. Die Tochter indischer Eltern, die in die USA emigriert sind, hat 2017 ihre erste EP, Shanti, veröffentlicht. Raveena gab bekannt, unter einer Angststörung zu leiden und nutzt die Musik für ihren persönlichen Heilungsprozess und zur Verarbeitung – in ihrer Musik selbst spiegeln sich diese Emotionen auch wider. In einem Interview mit der Online-Plattform Girlboss erklärte sie 2017, dass sie durch ihre Musik anderen, vor allem Women of Color, helfen möchte, alte Wunden zu heilen und sich stärker zu fühlen. Sie spricht aus eigener Erfahrung, so verarbeitet sie in dem Song Salt Water unter anderem ihre Erfahrungen mit Missbrauch in einer vergangenen Beziehung.  

Zu ihrer ersten EP haben sich seit 2017 mittlerweile mehrere Singles, das Album Lucid sowie eine weitere EP namens Moonstone, erschienen Anfang 2020, gesellt. Raveena schreibt nicht nur ihre Lieder selbst, sie führt auch Regie in ihren Musikvideos. Musikvideos werden heutzutage leider häufig dank mittlerweile mangelnder Musiksender außen vor gelassen, sind aber bei Raveena definitiv einen Blick wert. Der Einfluss der indischen Bollywood-Kultur ist deutlich erkennbar, Raveena paart diesen Einfluss mit modernen Thematiken, knallig bunten Farben sowie der Zelebrierung von Weiblichkeit. In dem Musikvideo zu Temptation wandelt sie durch bauschige Stoffvorhänge in einen paradiesischen Garten voller exotischer Pflanzen und Früchte, wo eine Frau, ganz in Gold geschmückt, sie erwartet. In dem Video zu Headache wird ihre Beziehung zu ihrer Freundin abgebildet, mal streitend in den eigenen vier Wänden, mal ineinander verschlungen auf dem Rücksitz eines Autos. Raveena schafft es, in ihren Videos kleine Geschichten zu erzählen, die auf besondere Art und Weise von ihrer Musik untermalt werden und sich so wunderbar ergänzen.  

Ihre Musikvideos entführen den*die Zuschauer*in in eine Traumwelt, ein kurzer Moment fernab des Alltags. Aber eigentlich klappt das durch ihre Musik alleine auch schon ganz gut. Sanfte RnB-Tunes, gepaart mit Pop und etwas Soul und dazu Raveenas seidenweiche Stimme – so lässt sich ihre Musik am besten beschreiben. Nectar, ein Song des Albums Lucid, beginnt ganz leise. Sanfte, paradiesisch-verträumt anmutende Töne erklingen, und Raveenas Stimme setzt ein. Ihr Gesang ist ganz leicht, fast als würde sie flüstern. Viel mehr braucht es aber auch nicht, wenn nicht gerade nach dem nächsten Partymix gesucht wird.  

Zu ihren erfolgreichsten Songs gehört If Only, den sie 2018 bei der A COLORS SHOW performt hat, einer Internetplattform, die jungen, alternativen Künstlern einen Ort bietet, um sich zu präsentieren. Eine Zeile, die besonders im Kopf bleibt: You still don’t understand, a woman is holy. 
 

Autor*in

Nadine ist 21 Jahre alt und studiert Germanistik und Spanische Philologie auf Fachergänzung an der CAU. Seit Oktober 2018 ist sie Teil der Albrecht-Redaktion und hat vom Sommersemester 2019 bis Sommersemester 2020 das Kulturressort geleitet. Nun kümmert sie sich um die Social Media-Präsenz, schreibt aber auch noch fleißig Artikel.

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Über Nadine Simon 16 Artikel
Nadine ist 21 Jahre alt und studiert Germanistik und Spanische Philologie auf Fachergänzung an der CAU. Seit Oktober 2018 ist sie Teil der Albrecht-Redaktion und hat vom Sommersemester 2019 bis Sommersemester 2020 das Kulturressort geleitet. Nun kümmert sie sich um die Social Media-Präsenz, schreibt aber auch noch fleißig Artikel.

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