Green Day an der CAU

Ein Gastbeitrag von Elisa Faltermeier

„Die Grünen wollen uns das Fleisch verbieten!“ – mit dieser Schlagzeile schockierte eine der größten deutschen Tageszeitungen im August. Kritiker sehen ihre Persönlichkeitsrechte in Gefahr – von Bevormundung durch die Verbotspolitik der Grünen ist die Rede, es ist nicht Aufgabe der Politik zu entscheiden, was gegessen werden soll. Doch laut den Grünen geht es nicht um einen Verbot, im Wahlprogramm heißt es: „Öffentliche Kantinen sollen Vorreiterfunktionen übernehmen. Angebote von vegetarischen und veganen Gerichten und ein Veggie Day sollen zum Standard werden.“

Diese Forderung wird in den Mensen des Studentenwerks Schleswig-Holstein (SH) schon seit dem 01. November 2012 in etwas abgewandelter Form umgesetzt. Jeden ersten Donnerstag im Monat werden seitdem ausschließlich vegetarische Gerichte gekocht und angeboten. Am Veggie Day, an der Uni Kiel Green Day genannt, wird durch den Verzicht auf Fleisch und Fisch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Dadurch soll zusätzlich das Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Ernährung und Klimaschutz untrennbar zusammen gehören.

Der Veggie Day leistet nicht nur einen Beitrag für die Umwelt, sondern ist ebenfalls sehr gut für den Tierschutz, die Lebensbedingungen anderer Menschen sowie die eigene Gesundheit. Die Kampagne Donnerstag ist Veggietag setzt sich deshalb seit 2010 für einen fleisch- und fischfreien Tag pro Woche ein. Jeden Donnerstag wird dann in teilnehmenden Kantinen nur vegetarisch und/oder vegan gekocht und gegessen. Inzwischen setzen diesen schon 30 deutsche Städte um. In mehr als 50 Städten, auch in Kiel, gibt es Gruppen, die den ‚Veggietag‘ vorbereiten und einführen wollen. Auch viele Hochschulmensen haben sich für die Durchführung eines Veggie Days entschieden. Die Einführung des Green Day in den Mensen in Kiel bereitete der Vorstand des Studentenwerks, der zur Hälfte aus Studenten besteht, vor einem Jahr sehr genau vor: „Wir haben erst einmal unsere Köche im Rahmen eines Kochworkshops geschult. Anschließend haben wir viele neue vegetarische Gerichte zusammengestellt, um am Green Day eine breite Auswahl auch neuer Geschmackserlebnisse bieten zu können. Außerdem haben wir Infostände organisiert, um in allen Mensen über die Möglichkeiten einer nachhaltigen Ernährung zu informieren.“, so Kristin Dahl, Qualitätssicherung Hochschulgastronomie des Studentenwerks Schleswig-Holstein. Dabei wurde unter anderem auch mit dem Vegetarier Bund Deutschland und dem Ökomarkt Hamburg zusammengearbeitet. Denn zusätzlich geht es nicht nur um den Verzicht auf Fleisch und Fisch, sondern auch um die Verwendung biologisch und regional erzeugter Produkte, da auch dies erheblichen Einfluss auf die Energiebilanz der Produkte hat.Schon seit den 90er Jahren wird in den Mensen des Studentenwerks darauf großen Wert gelegt, 2004 erhielt das Studentenwerk als eines der ersten Gastronomiebetriebe Schleswig-Holsteins eine BIO-Zertifizierungsurkunde. Durch die Verwendung regionaler Produkte wird mehr Frische geboten, kürzere Transportwege schonen die Umwelt und regionale Lieferanten werden gestärkt. Wie kommt der vor einem Jahr eingeführte Green Day an? Können sich alle mit der Tatsache arrangieren, dass sie bei der Auswahl ihres Gerichtes auf Fleisch und Fisch verzichten müssen? Laut dem Studentenwerk gab es zu Beginn der Aktion sowohl positive, als auch negative Reaktionen. Und trotz des fleisch- und fischfreien Speiseangebots der Mensen kann der Hunger auf Fleisch gestillt werden: „Da wir die Mensabesucher am Green Day nicht bevormunden möchten, bieten wir in den Cafeterien das übliche Angebot einschließlich Currywurst und Co. an“, so Frau Dahl. Inzwischen haben sich wohl alle an den Green Day gewöhnt, dennoch sind die Besucherzahlen am ersten Donnerstag des Monats ein bisschen geringer als an den restlichen. In den Mensen der Uni Kiel wird nach einem Jahr Green Day ein positives Resümee gezogen und dabei bleibt es vorerst: Laut Kristin Dahl sind „weitere Green Days pro Monat nicht geplant“.

Artikel teilen auf

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*