Heute etwas für morgen verändern

Erste Schritte für eine nachhaltige Lebensweise

Bild: Markus Spiske // Unsplash

Du weißt es, Greta weiß es, nur Trump, der weiß es nicht – der Klimawandel ist real. Er lässt sich nicht durch Ignoranz abwenden und eine Mauer wird die Naturkatastrophen auch nicht aussperren. Also was können wir tun?

Ein grundlegendes Problem unserer Gesellschaft ist das Schubladendenken: Entweder bist du Nachhaltigkeitsverfechter oder Umweltzerstörer, Vegetarier oder Fleischesser. Doch es ist nicht immer alles schwarz oder weiß. 

Für jede*n ist es möglich, sich des eigenen Verstandes zu bedienen und bewusst den Weg des Lebens zu gehen – die Facetten der Umgebung wahrzunehmen und zu hinterfragen. Jedoch sind Hass und Vorurteile die falschen Freunde, die durch Unwissenheit und Unsicherheit entstehen. Deshalb ist eine neue Ära der Aufklärung nötig – die Aufklärung über den Klimawandel. Menschen sind komplex und der Planet ist es auch. Warum versuchen wir Komplexität in Schubladen zu stecken? 

Vorurteilen entgegenwirken

Nur wenige haben den Mut, Themen wie den Klimawandel und das daraus resultierende Handlungsprinzip der Nachhaltigkeit anzusprechen, weil sie damit eine Angriffsfläche bieten. Denn häufig wird erwartet, dass eine Person, die sich für den Klimaschutz ausspricht, vegan lebt, nur regionale und unverpackte Produkte kauft, kein Auto fährt und niemals fliegt.

Deshalb ist es wichtig, dass wir anfangen uns auszutauschen, uns zu unterstützen und einander sagen: Du musst nicht perfekt sein. Niemand, und schon gar nicht du selbst, solltest den Anspruch an dich stellen, eine nachhaltige Lebensweise über Nacht vorweisen zu müssen. Veränderungen benötigen Zeit – kleine Schritte für dich sind große Schritte für die Erde.

Konsumverhalten überdenken

Die alltäglichen Handlungen zu hinterfragen ist eine Option, die allen zur Verfügung steht. Um unsere Lebensgrundlage nicht zu zerstören, ist es wichtig, ein eigenes Bewusstsein für den Konsum zu entwickeln. Jede Entscheidung beeinflusst die CO2-Bilanz, ob es die Online-Bestellung bei Amazon ist, die die Ware aus China bis nach Hause liefert, oder das T-Shirt von H&M. Die Wirtschaft ist auf Profit ausgerichtet – ohne Rücksicht auf die Umwelt. Und die Konsument*innen auf günstige Einkaufspreise, egal ob an dieser Stelle eine Wahl besteht oder nicht. Ein Buch hat online jedoch den gleichen Preis wie in der Buchhandlung nebenan und in Second-Hand-Läden lassen sich manchmal auch wahre Schätze finden.

Bewusst essen

Die Ernährung ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit des Individuums und der Umwelt. Es ist nicht zwangsläufig ein allumfassender Verzicht auf tierische Produkte notwendig, sondern eine bewusste Ernährung. Vegetarisch oder vegan zu leben, kann ein Stempel sein, den Verbraucher*innen sich selbst auferlegen. Ein ungezwungeneres Selbstbild kann geschaffen werden, indem Konsument*innen sich dafür entscheiden, bewusst zu essen. Mit dieser Ernährungsweise entfällt der Verbotsinhalt, der die Versuchung, Fleisch oder andere tierische Verbrauchsgüter zu essen, oftmals wachsen lässt. 

Die Menschen sind Fleisch- und Pflanzenfresser, jedoch ist der massenhafte Konsum von tierischen Produkten zuvor nie so dagewesen. In den Jahren zwischen 1965 und 2017 ist laut Weltagrarbericht die weltweite Fleischproduktion von 84 Millionen Tonnen auf 330 Millionen Tonnen im Jahr angestiegen. Weniger tierische Produkte zu verbrauchen und über den Tellerrand der bekannten Gerichte zu schauen, bedeutet eine Erweiterung für die Speisekultur in deiner Küche.

Einstellung ändern

Wir wissen nicht, ob die Rettung des Planeten möglich ist, aber wenn wir es nicht versuchen, werden wir auf diese Frage auch keine Antwort erhalten. Die Entscheidungen jedes Individuums haben globale Auswirkungen – auch wenn es die Entscheidung ist, nichts zu tun. Wer sonst hat die Macht, wenn nicht die Bürger*innen? Die Füße stillzuhalten ist eine schlechte Option in dieser Ausnahmesituation. Der Klimanotstand wurde schon ausgerufen, jetzt ist jede*r Einzelne gefragt. Wir sind das Antriebsrad des politischen Systems und nicht die Politiker*innen. Deshalb ist ein politischer Protest notwendig, für den die Fridays for Future-Bewegung schon einen Grundstein gelegt hat, auf dem weiter aufgebaut werden kann. 

Bild im Artikel: Nikita Mädge // Der Albrecht

Autor*in

Lea studiert Soziologie und Politikwissenschaft im Bachelor und ist seit Oktober 2019 beim Albrecht. Anfang 2020 übernahm sie die Verantwortung für Online.

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Über Lea-Sophie Straatmann 4 Artikel
Lea studiert Soziologie und Politikwissenschaft im Bachelor und ist seit Oktober 2019 beim Albrecht. Anfang 2020 übernahm sie die Verantwortung für Online.

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