Kastanien sammeln statt Plastik kaufen

Haushaltstipps aus der Redaktion

Bild: Eileen Linke

Nicht nur beim Make-Up gibt es Alternativen, mit welchen ihr die Umwelt schützen und nebenbei euer Student*innen-Budget schonen könnt, sondern auch bei Haushaltsmitteln. Falls ihr gerade zwischen zwei Lernphasen etwas Handwerkliches als Ausgleich braucht, oder vor Netflix die Hände bewegen wollt, könnt ihr euch das Einkaufen von Waschmittel, Zahnpasta und Co. weitesgehend sparen. Oder zumindest durch das Sammeln von Kastanien ersetzen, die so manche Straße pflastern.

Waschmittel aus Kastanien:

8-10 Kastanien
300 ml Wasser
Ätherische Öle oder andere geruchsstarke Stoffe

Für eine Wäsche reicht es schon, sich auf dem Heimweg die Taschen mit ein paar Kastanien zu füllen, etwa acht bis zehn genügen. Diese müsst ihr vierteln und in einem Glas mit 300 ml Wasser auffüllen. Das verschließt ihr und lasst es für etwa acht Stunden stehen. In dem Wasser lösen sich die in den Kastanien enthaltenen Saponine, die zum Waschen geeignet sind. Wenn es also beim Glasschütteln schäumt, habt ihr alles richtig gemacht. Nach der Wartezeit wird die Mischung noch durch ein Sieb geschüttet, um die Kastanienstücke zu entfernen und schon könnt ihr eine Runde waschen. Es empfiehlt sich jedoch als letzten Schritt etwas ätherisches Öl oder ähnliches hinzuzufügen, da sonst ein Geruch die Wäsche ziert, der ein wenig an einen Waldweg erinnert. Dazu könnt ihr Essig als Weichspüler und bei Weißwäsche als Bleiche verwenden. Der Essig hat auch den guten Nebeneffekt, dass die Waschmaschine nicht so stark dem Kalk des Kieler Wassers ausgesetzt ist. Saponine helfen nämlich nicht beim Entkalken. Leider ist das Kastanien-Waschmittel nur wenige Tage haltbar, es ist schließlich ein Naturprodukt. Falls ihr also vorhabt, komplett auf Kastanien umzusteigen, solltet ihr euch einen Vorrat an Kastanien anlegen und eure Waschmaschine ab und zu entkalken.

Shampoo, auch aus Kastanien:

5 Kastanien
500 ml Wasser
Ätherisches Öl

Das Prinzip ist das gleiche wie bei dem Waschmittel, nur solltet ihr die Kastanien hierbei so klein wie möglich schneiden. Eine einfache Möglichkeit ist, sie zu raspeln. Die gestückelten Kastanien gießt ihr wieder mit Wasser auf. Nachdem die Kastanien ein paar Stunden gezogen haben, müsst ihr diese durch ein Sieb schütten, um die Kastanienreste zu entfernen. Um auch hier euer Haar von der „Waldweg“-Assoziation fernzuhalten, solltet ihr auch diesmal etwas ätherisches Öl hinzufügen.

Zahnpasta, aber nicht aus Kastanien:

3 EL Kokosöl
3 EL Natron
1 TL Schlämmkreide
25 Tropfen Pfefferminzöl
Evtl. etwas Stevia

Als Erstes packt ihr das Kokosöl in einen Topf und erhitzt dieses, bis es weich wird. Dann fügt ihr Natron und die Schlämmkreide hinzu. Schlämmkreide ist ein weißes Pulver, das ihr am einfachsten in einer Apotheke finden solltet. Zusätzlich könnt ihr Stevia hinzufügen, ein natürlicher Zuckerersatz. Dadurch schmeckt die Zahnpasta etwas süßer und der Kokosgeschmack nimmt keine Überhand. Zuletzt das Pfefferminzöl, damit auch andere etwas von eurer neuen Zahnpasta haben. Wenn ihr alles gut durchgerührt habt, müsst ihr es nur in einem passenden Gefäß abkühlen lassen und voilà: Ihr habt Zahnpasta ganz ohne Plastik.

Hierbei gilt jedoch zu beachten, dass es nicht empfohlen wird, diese Zahnpasta dauerhaft zu benutzen. Da sie kein Fluorid enthält, schützt sie weniger vor Karies. Währenddessen sorgt das Natron für einen stärkeren Abrieb des Zahnschmelzes. Wollt ihr eure Zahncreme also täglich benutzen, solltet ihr auf Natron verzichten. Stattdessen könnt ihr euch eine Zahnpasta aus der Naturkosmetik besorgen, die Fluorid enthält, und hin und wieder damit putzen.

Alte Handtücher werden zu wiederverwendbaren Abschminktüchern:

1 Handtuch
1 Glas
Nadel, Faden und Geduld

Der letzte Haushaltstipp ist für alle, deren Müll im Bad mit Kosmetikpads überquillt. Ihr braucht nur ein altes Handtuch, dem ihr nicht hinterhertrauern werdet und welches schön weich ist. Das breitet ihr aus und benutzt das Glas als Schablone, um gleichmäßige Kreise darauf zu zeichnen. Die schneidet ihr aus, legt zwei davon aufeinander und näht sie am Rand zusammen. Schon habt ihr wiederverwendbare Abschminktücher. Nach dem Benutzen einfach zusammen mit anderen Handtüchern in die Waschmaschine werfen und einmal mit dem Kastanien-Waschmittel durchwaschen.

Autor*in

Kaspar Studiert Deutsch auf Medienwissenschaft an der CAU. Er kam im Wintersemester 2019 zum Albrecht und ist seit dem Sommersemester 2020 für den Weißraum zuständig.

Über Kaspar Laing 6 Artikel
Kaspar Studiert Deutsch auf Medienwissenschaft an der CAU. Er kam im Wintersemester 2019 zum Albrecht und ist seit dem Sommersemester 2020 für den Weißraum zuständig.

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