Katastrophenforschungsstelle bleibt vorerst erhalten

Dr. Martin Voss foto: ns

Zum 31. Mai 2011 wäre der Vertrag von Dr. Martin Voss, dem Leiter der Katastrophenforschungsstelle (KFS), bisher eine Institution der CAU, ausgelaufen – hätte ihn die CAU nicht noch einmal verlängert. Voss besetzt zurzeit die einzige feste Landesstelle in der KFS, neben ihm arbeiten 7 wissenschaftliche Mitarbeiter dort. Deshalb wäre mit dem Ablauf von Voss‘ Vertrag zwangsläufig die Schließung der KFS an unserer Universität verbunden gewesen.

Nun bleiben Voss und die KFS der CAU noch bis zum 30. September erhalten. Es liegt nahe, dass die Vertragsverlängerung im Zusammenhang steht mit dem Engagement der Landtagsfraktion der FDP und der Grünen sowie der Ratsfraktion der SPD, die sich für den Erhalt der Katastrophenforschungsstelle stark machen. So stellte die FDP schon am 08. März und damit vor Fukushima eine kleine Anfrage an die Landesregierung, die Grünen jetzt eine große. Zwar ist die Universität in ihrer Entscheidung autonom, doch fordern FDP und Grüne die Landesregierung auf, gemeinsam mit der CAU nach einer Lösung zum Verbleib der KFS in Kiel zu suchen. Andernfalls müsste sie Kiel nach dem 30. September Kiel verlassen.

Der Verlust wäre für die CAU schmerzlich: Die KFS ist eine in Deutschland einzigartige Institution mit internationalem Ruf. Ihre Nachfrage und das Angebot an großen, auch internationalen Forschungsprojekten ist, Voss zufolge, groß – gerade heute, wo die Katastrophe „Konjunktur“ habe. Grund dafür, dass Voss‘ Vertrag vielleicht nicht noch einmal verlängert wird, ist eine bereits 1999 getroffene Entscheidung der CAU. Der KFS-Leiter steckt derzeit in Verhandlungen mit der FU Berlin und der Uni Siegen, die der Forschungsstelle gerne eine neue Bleibe bieten würden. Voss‘ Wunsch ist es jedoch, mit der KFS in Kiel zu bleiben.

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Nathalie war bis 2011 Teil der Redaktion.

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