Kiel Kulinarisch: Du bist, wo du isst

Gekonnt speisen für jedes Budget

von Johanna Rädecke

Lampions im Wintergarten des HOI AN

23. April 2018

Was, schon wieder Döner? Diese Frage kam wohl schon aus jedem studentischen Mund in Kiel. Irgendwann ist es immer so weit: Egal, ob als leidenschaftlicher Hobbykoch oder passionierter Lieferdienstnutzer – der Restaurantbesuch ist, mal öfter oder seltener, unweigerlich.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Ein romantischer Abend mit dem Partner, das erste Date, ein leerer Kühlschrank, gemütliches Beisammensein mit Freunden oder das traditionelle Familienessen. So vielfältig wie die Anlässe ist auch die Restaurantkultur in Kiel. Längst hat der Pluralismus seinen kulinarischen roten Faden durch die Stadt gewebt und gerade Zugezogene können von der gigantischen Auswahl an Restaurants schier überfordert sein.

Am schnellsten ist natürlich das kleine Restaurant mit gutem Preisleistungsverhältnis entdeckt und je nach Wohnlage befindet sich der Student oder die Studentin im wahren Döner-Mekka. Ist die Dönerbude des Vertrauens erst einmal gefunden, gestaltet sich die Essensfrage einfach. Doch irgendwann ist sie da, die Frage: Was, schon wieder Döner? Der Frust steigt. Döner stand in diesem Monat schon siebenmal auf dem Speiseplan, noch eine Pizza verzeihen die Hüften in dieser Woche nicht mehr und der Freund oder die Freundin will mal etwas Besonderes ausprobieren. Wohin geht man da am besten? Jeder hat einen anderen Lieblingsladen und auch die folgende Auswahl ist natürlich subjektiv.

Asiatisch oder Italienisch?

San Remo und Hoi An

Die Pizzeria San Remo lockt mit selbstgemachtem Pizzateig, das Restaurant Hoi An mit charakteristischen Lampions und asiatischem Essen – Quelle: San Remo (Alexander Pokorny)/ Hoi An (Sophie Luisa Dieckmann)

Diese kulinarischen Richtungen gehören nach wie vor zu den beliebtesten in Deutschland und sind auch in Kiel weit verbreitet. Je nach Anlass und Kontostand findet sich immer das passende Lokal. Gleichermaßen bekannt wie beliebt ist das Italo-Bistro Poi, das mit kreativen Pizzen, bodenständigen Pastagerichten und guten Drinks zu moderaten Preisen das junge Publikum anlockt. Doch auch das kleine Kellerrestaurant Rigoletto unweit des Hauptbahnhofes hat sich einen guten Ruf erarbeitet. Kleiner Tipp: Richtig gute Pizzen gibt es in dem alteingesessenen Ristorante San Remo am Dreiecksplatz. Während die Pastagerichte vornehmlich an Sahne-Fans gerichtet sind, bestechen die Pizzen durch knusprigen, immerfrischen Teig und saisonale Beläge. Auch der Sonntagsbrunch macht Laune: Antipasti, frische Mini-Pizzen, Eierspeisen, Croissants, Kaffee und Tee satt und eine Waffelstation lassen das Herz höherschlagen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist exzellent, was allerdings auch schon sehr viele Leute mitbekommen haben. Deswegen: Frühzeitig reservieren!

Auch Der Bauch von Kiel hat sich eine mediterrane Speisekarte zugelegt, allerdings mit einem beträchtlichen Anteil an Fisch- und Fleischgerichten. Stetig wechselnde Tagesgerichte und ein uriges Ambiente machen einen Besuch empfehlenswert. Dieser kostet allerdings etwas mehr: Die Hauptgerichte liegen bei 16 bis 25 Euro.

Fans der vietnamesischen Küche dürfen sich freuen. Oftmals findet man auf der Suche nach einem authentischen Restaurant so eines, das neben Pho auch noch Sushi, Thaicurries oder fettige Bratnudelboxen anbietet. Anders ist es im Hoi An, ebenfalls am Dreiecksplatz gelegen. Nicht nur die traditionelle Küche begeistert hier. Wer schon einmal in der vietnamesischen Stadt Hoi An zu Besuch war, erkennt sofort die bunten Lampions wieder, die das Flair des Restaurants bestimmen. Mein persönliches Highlight: Der vietnamesische Kaffee nach dem Essen, der schön schokoladig schmeckt und mit gesüßter Kondensmilch serviert wird. Ein Muss für den gelungenen Restaurantbesuch.

Im Gegensatz zu den chinesischen Frühlingsrollen sind die vietnamesischen mit Reispapier umwickelt

Im Gegensatz zu den chinesischen Frühlingsrollen sind die vietnamesischen mit Reispapier umwickelt

Stern über Kiel

Im Restaurant des Hotels Kieler Kaufmann zaubert Matthias Apelt eine kreative Küche, in der Tradition auf Moderne trifft. Sein Markenzeichen sind vielfältige Aromen und die Vorliebe für regionale Produkte. Dies bescherte dem Restaurant Ahlmanns Ende 2016 sogar einen Stern. Das 3-Gänge-Menü kostet 68 Euro und beinhaltet beispielsweise Holsteiner Salzwiesenlamm. Ein ideales Restaurant für den nächsten Jahrestag?

Alter Schwede!

Die Nähe zu Skandinavien schmeckt man in Kiel. Das Restaurant Alter Schwede in der Holtenauer Straße macht seinem Namen alle Ehre. Inhaber Patrik serviert seinen Gästen Köttbullar (Das ‚k‘ am Anfang wird ‚sch‘ ausgesprochen), Laxpannkaka und Burger. Des Studenten Höhepunkt ist vielleicht die Literflasche Grauburgunder zu 22 Euro.

Und sonst so?

Das bretonische Restaurant "Blé Noir" bietet französische Leckereien

Das bretonische Restaurant „Blé Noir“ bietet französische Leckereien

Eine schmackhafte bretonische Küche bietet das Blé Noir am Blücherplatz, das neben Crêpes und Galettes auch Quiche oder französischen Bohneneintopf anbietet. Gegessen werden kann hier den ganzen Tag, das Petit Déjeuner bis 12.30 Uhr bietet auch Langschläfern die Möglichkeit, ein (wenn nötig sogar veganes) Frühstück zu verputzen.

Gehobene regionale Küche findet sich im alteingesessenen Lüneburg Haus in der Dänischen Straße. Dauerbrenner ist hier das Wiener Schnitzel, es wird gemunkelt, es sei das beste in der Stadt. Doch auch der Fisch ist gut und sehr beliebt, die Weinauswahl immer hervorragend auf die Gerichte abgestimmt, aber teuer: Für ein Glas zahlen Gäste hier ab 5,80 Euro aufwärts.

Und zum Schluss…

…ein kleiner Tipp für Sparfüchse. Viele der hier beschriebenen Restaurants und noch jede Menge andere Lokale, Bistros und Cafés bieten 2-für-1-Gutscheine in dem Gutschein- und Freizeitbuch Das Kiel Buch an. Für Studierende ist es bei Aktionen auf dem Unigelände sogar günstiger und mit zwei Restaurantbesuchen ist der Kaufpreis wieder drin.

Über Johanna Rädecke

Johanna Rädecke

Johanna schreibt seit Anfang 2015 vornehmlich für das Ressort Gesellschaft. Seit Februar 2017 ist sie Chefredakteurin des ALBRECHT. Sie studiert seit dem Wintersemester 2014 Deutsch und Soziologie an der CAU.

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