Kino als Propagandawerkzeug

Neun der sechsundzwanzig Medienwissenschaftsstudierenden, die das Projekt organisieren. vorderen Reihe von links: Christina Srebalus, Eveline Chodzidlo, Korinna Kalberlah und Lina Kerzmann hinteren Reihe von links: Marius Heyden, Nora Buse, Jessica Meyer, Alexandra Siggelow und Rika Moser

Am 12. Januar findet die Eröffnungsveranstaltung der Filmreihe Propaganda. Das Kino der NS-Zeit im Kommunalen Kino in der Pumpe statt. Masterstudierende des Studiengangs Medienwissenschaft: Film und Fernsehen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben sich im Rahmen ihres Projektmodules mit dem heute als „Vorbehaltsfilme“ bezeichneten deutschen Filmerbe auseinandergesetzt.
Zwischen 1933 und 1945 wurden unter dem NS-Propagandaminister Joseph Goebbels mehr als 1.200 Filme produziert. Nach der Verstaatlichung der deutschen Filmindustrie 1937 und dem Beginn des Krieges wurde das Kino größtenteils vom NS-Regime benutzt, um das Volk durch „gute Laune Filme“ von Leid und Verbrechen abzulenken. 46 Spiel- und Dokumentarfilme dieser Zeit wurden aufgrund ihres rassistischen, antisemitischen und kriegsverherrlichenden Inhalts als „Vorbehaltsfilme“ eingestuft und dürfen nur eingeschränkt vorgeführt werden.
Seit dem Sommersemester sind die 26 Studierenden der CAU unter der Leitung von Dr. Eckhard Pabst dabei, diese Filme zu sichten, zu analysieren und zu diskutieren, Zeitzeugen zu interviewen sowie Plakate, Flyer und Programmheft zu gestaltet. Entstanden ist eine siebenteilige Filmreihe, welche vom 12. Januar bis zum 3. Februar 2016 in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und der Ministerin für Schule und Berufsbildung Britta Ernst als Schirmherrin im KoKi stattfinden wird.
Gezeigt werden die Filme jeweils um 19 Uhr, am 12. Januar, Hitlerjunge Quex (D 1933, Hans Steinhoff); 17. Januar, Ich klage an (D 1941, Wolfgang Liebeneiner); 20. Januar, Der ewige Jude (D 1940, Fritz Hippler); 24. Januar, Jud Süss (D 1940, Veit Harlan); 26. Januar, Ohm Krüger (D 1941, Hans Steinhoff); 31. Januar, Heimkehr (D 1941, Gustav Ucicky); 3. Februar, Kohlberg (D 1945, Veit Harlan)
Vor den Hauptfilmen werden eigens erstellte Kurzfilme abgespielt sowie eine filmwissenschaftliche Einführung von den Studierenden gehalten. Kartenreservierungen können online über die Homepage www.diepumpe.de oder telefonisch vorgenommen werden.

Der Eintritt kostet 6 Euro / ermäßigt 5 Euro.

Auf dem Titelbild: Neun der sechsundzwanzig Medienwissenschafts- studierenden, die das Projekt organisieren.
Vordere Reihe von links: Christina Srebalus, Eveline Chodzidlo, Korinna Kalberlah und Lina Kerzmann
hintere Reihe von links: Marius Heyden, Nora Buse, Jessica Meyer, Alexandra Siggelow und Rika Moser

Bildquelle Titelbild: Marie Hübner

Autor*in

Marc studierte Politik, Soziologie und Medienwissenschaft in Kiel. Für den ALBRECHT schreibt er seit 2015 insbesondere für das Kulturressort und dessen Filmsparte KinoKatze.

Marc Asmuß
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Marc studierte Politik, Soziologie und Medienwissenschaft in Kiel. Für den ALBRECHT schreibt er seit 2015 insbesondere für das Kulturressort und dessen Filmsparte KinoKatze.

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