Kinokatze: Swiss Army Man

Swiss Army Man  – Kinostart 13. Oktober 2016

Der auf einer unbewohnten Insel vereinsamte Hank will sich gerade umbringen, da wird die Leiche eines jungen Mannes an den Strand gespült. Nach der ersten Enttäuschung, dass die gefundene Person nicht mehr am Leben ist, entdeckt Hank, dass es sich bei dem Körper nicht um einen ’normalen‘ Toten handelt: Sind es anfangs noch laute Furze, die Hank vom erneuten Selbstmordversuch abbringen, fängt die Leiche bald darauf sogar an zu sprechen.

Ohne jegliche Erinnerungen was denn nun ‚Leben‘ bedeutet, muss sich Hank auf dem Weg zurück in die Zivilisation mit den kindlich-naiven, aber auch sehr ehrlichen Sichtweisen seines untoten Begleiters auseinandersetzen. Wieso schämen sich die Lebenden über Dinge wie Liebe, Sex, Masturbation oder Fürze zu reden, wenn das alles nur natürlich ist? Wieso ist es pervers, dass Hank sich beispielsweise von Mannys steifem Penis den Weg nachhause leiten lässt, wenn es funktioniert? Ist es ebenso abartig, mit einer Leiche befreundet zu sein? Manny versteht nicht, wieso er sich für solche eigentlich wunderschönen Dinge vor anderen schämen sollte, nur weil er der Einzige ist, der diese schön findet.

Der erste Film des Regisseurteams Daniel Scheinert und Daniel Kwan ist nicht nur unglaublich witzig und sehr mutig inszeniert, sondern eines der ambitioniertesten Debüts der letzten Jahre. Swiss Army Man schafft es mit dem phantastischen Drehbuch und den Topleistungen der beiden Hauptdarsteller, eine zeitlose Metapher des Andersseins in die Filmgeschichte zu meißeln.

10 von 10 Kinokatzenpunkten

Autor*in
René Baltrusch
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René war vom Wintersemester 2014 bis Februar 2017 Teil der Redaktion sowie von April 2015 bis Februar 2017 Chefredakteur für den Online-Bereich. Als Spezialist zum Thema Film rief er Ende 2015 die Kultur-Sparte 'KinoKatze' ins Leben.

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