Künstliche Intelligenz – Eine Bedrohung für die Welt

Leseratte: Ophelia Scale - Der Himmel wird beben (Band 2)

Solltet ihr die Rezension zum ersten Band Ophelia Scale – Die Welt wird brennen noch nicht gelesen haben, so empfiehlt es sich sehr, dies nachzuholen, da die Bücher aufeinander aufbauen und euch der Inhalt dieser Rezension für Band Eins spoilern wird.

Und darum geht es in Band zwei:

Ophelia sitzt nach ihrem Attentat auf den König Leopold de Marais in einer Gefängniszelle und wartet aufgrund des Hochverrats auf ihre Hinrichtung. Nach einigen Wochen wird ihr das Angebot gemacht, für die Regierung zu arbeiten und undercover wieder zu ReVerse zurückzukehren, um diese auszuspionieren und in Erfahrung zu bringen, was die Widerstandsgruppe mit der OmnI (der künstlichen Intelligenz) plant. In dem Versteck von ReVerse angekommen, wird Ophelia bereits mit einem alten Bekannten als neuem Anführer überrascht. Während Ophelias Gefühle deswegen verrücktspielen und sie erneut zwischen den Fronten steht, gelangt die OmnI in die falschen Hände und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.

Warum Ophelia Scale – Der Himmel wird beben eine gelungene Fortsetzung ist

Der Schreibstil ist wie aus dem ersten Band gewohnt flüssig. Die Umgebungen, in denen sich Ophelia und Lucien, mit dem Ophelia in diesem Band erst einmal wieder eine Beziehung aufbauen muss, aufhalten, werden detailgetreu beschrieben, sodass immer ein klares Bild im Kopf entsteht und sich alles sehr gut vorgestellt werden kann. Anders als in Teil Eins ist das Setting hier nicht der Palast des Königs, sondern größtenteils eine verlassene Insel, auf welcher sich ReVerse niedergelassen hat. Dadurch bekommt der*die Leser*in nicht nur einen kleinen Einblick in die Welt, sondern einen guten Überblick darüber, wie es im zukünftigen Europa aussieht und wie dort ohne jegliche unnütze Technik gelebt wird. All das führt dazu, dass es nicht schwerfällt, sich die Welt im Jahre 2134 vorzustellen und somit Teil des Geschehens zu sein.

Der Schreibstil trägt außerdem dazu bei, dass die Geschehnisse nie langweilig werden oder sich Ereignisse in die Länge gezogen anfühlen. Es gibt einen stetigen Spannungsanstieg, welcher mit anderen, unvorhersehbaren Storyverläufen immer wieder zum Höhepunkt getrieben wird. Außerdem überrascht Band Zwei mit vielen Wendungen, unter anderem Ophelias Erkenntnis, dass ihr nicht ein alter Kollege von den Schakalen geschickt wurde, sondern jemand, mit dem sie so gar nicht zusammenarbeiten möchte.

Im Laufe der beiden Bände hat sich vor allem Ophelia charakterlich weiterentwickelt. Während sie am Anfang des ersten Bandes besonders impulsiv gehandelt hat, überdenkt sie in Teil Zwei jede Tat und überstürzt nichts. Sie wird erwachsener und reifer, wozu vor allem ihre Zeit in der Gefängniszelle beigetragen hat.

Wo früher meine Überzeugungen gewesen waren, gab es nur noch einen leeren Raum – leer wie die Zelle, in der ich darauf wartete, dass man mir das Leben nahm. Die Zelle, in der mich niemand besuchte, niemand außer der Stille, die mit jedem Tag lauter wurde, mich etwas mehr erdrückte. Die Mauer zwischen mir und meinen Gefühlen schwankte.

Ophelia Scale – Der Himmel wird beben, Seite 8

Auch Lucien hat sich vom lustigen Prinzen zu einem reifen und mitfühlenden jungen Mann entwickelt, welcher Ophelia beisteht und ihr beweist, dass er ihr Vertrauen wert ist und sie keinesfalls hintergehen wollte.

Die Liebesgeschichte der beiden gelangt in diesem Band an einen sehr angespannten Punkt, da sie ihr Vertrauen ineinander erst wiederfinden und sich somit auch neu kennenlernen müssen. Dennoch ist die Beziehung nicht zu aufdringlich oder präsent in der Hauptstory, sondern läuft sehr authentisch nebenbei. Sowohl Ophelias als auch Luciens Handlungen sind nachvollziehbar und lassen die Lesenden mitfühlen und mitfiebern.

Warum wir gespannt auf Band Drei warten

Alles in allem hat Lena Kiefer einen sehr starken zweiten Band zur Trilogie geliefert, welcher noch neugieriger auf Band Drei macht. Welche Folgen hat die Inbetriebnahme der OmnI? Wie agieren die Regierung und ReVerse nach dem Schicksalsschlag am Ende des zweiten Bandes? Wird die Abkehr doch wieder rückgängig gemacht oder wird der Gesellschaft erklärt, warum es nur noch wenig Technik in ihrem Leben gibt? All das sind Fragen, vor denen der*die Rezipient*in zwar bereits schon nach Teil Eins stand und auch nach Teil Zwei noch keine Erkenntnis findet, aber dennoch das Verlangen schüren, auch den dritten Band verschlingen zu wollen, weil die Geschichte selbst so fesselnd ist.

Band Drei Ophelia Scale – Die Sterne werden fallen ist am 11.11.2019 im cbj-Verlag erschienen.

Autor*in

Rebecca ist 24 Jahre alt, studiert Deutsch und Philosophie im Profil Fachergänzung und ist seit Oktober 2018 beim ALBRECHT. Seit Januar 2019 leitet sie das Lektorat.

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Über Rebecca Geisler 4 Artikel
Rebecca ist 24 Jahre alt, studiert Deutsch und Philosophie im Profil Fachergänzung und ist seit Oktober 2018 beim ALBRECHT. Seit Januar 2019 leitet sie das Lektorat.

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