LOVING – Kurzkritik

Von 1924 bis 1967 galt im US-Bundesstaat Virginia der Racial Integrity Act, demnach eine Eheschließung zwischen Weißen und Nichtweißen verboten war. Jeff Nichols (Take Shelter, Mud, Midnight Special) erzählt in Loving die Geschichte zweier Liebender, denen das Gesetz verbietet, als Ehepaar zusammenzuleben. Der Plot klingt kitschig oder nach einem Politthriller, doch er ist keines von beiden. Der Film ist warmherzig und bescheiden wie seine Figuren, und glorifiziert sein Protagonistenpaar nicht zu Helden. Politische Aufstände sind im Fernsehen zu sehen oder werden stellvertretend von Anwälten übernommen. Ähnlich dem LIFE-Magazin-Fotografen in der Geschichte, sind auch wir nur stille, kurzzeitige Gäste im Haus von Mildred (Ruth Negga) und Rich(ard) Loving, wobei deren Namen metaphorischer nicht hätten sein können. Richard hat ein großes Herz, ist jedoch ein ‚einfacher‘ Mann, der seine Familie liebt. Mildred hingegen sieht über den Mikrokosmos der Familie hinaus das große Ganze und treibt somit nicht nur den Plot voran.

7 von 10 Kinokatzenpunkte


Bildquelle Titelbild: Universal Pictures Germany

Marc Asmuß
Über Marc Asmuß 43 Artikel
Marc studierte Politik, Soziologie und Medienwissenschaft in Kiel. Für den ALBRECHT schreibt er seit 2015 insbesondere für das Kulturressort und dessen Filmsparte KinoKatze.

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