Männer der einfachen Philosophie

Bud Spencer und Terence Hill als Filmidole der besonderen Art

Das italienische Duo spielte meist die gutmütigen, schnoddrigen und ungewaschenen Helden, die mit viel Schlagkraft und reichlich Ohrfeigen die bösen Buben in ihre Schranken wiesen. Oft konnten sie mit solch markanten Sätzen wie „Du siehst gut aus, heute schon gekotzt?“ (Terence Hill in Mein Name ist Nobody) oder „So ein leichter Schlag auf den Kopf erhöht das Denkvermögen“ (Bud Spencer in Der Bomber) ihren Gegnern klar machen, wer die Hosen anhat und wer sie bald voll haben würde.

Nach ihren großen Erfolgen in den 70er und 80er Jahren, setzte mit dem wiederauflebenden Kult ab der Jahrtausendwende ein neues Interesse an den einfach gestrickten Figuren ein. Damit ist vermutlich auch die große Aufmerksamkeit für Bud Spencers Buch Mein Leben, meine Filme – Die Autobiografie zu erklären. Sie schaffte es im Jahre 2011 sprunghaft mehrere Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und brachte es 2012 mit In achtzig Jahren um die Welt sogar zu einer Fortsetzung. Neben dem passenden Pendant Terence Hill: Die exklusive Biografie gibt es aber noch diverse populäre und wissenschaftliche Bücher, die teils unterhaltsam, teils analytisch versuchen, dem Werk von Carlo Pedersoli (Bud Spencer) und Mario Girotti (Terence Hill) näher zu kommen.

Um diesen beiden Titanen der Filmgeschichte ein weiteres Denkmal zu setzen, hat der freischaffende Autor Marc Halubczok mit Bud Spencer und Terence Hill: Vier Fäuste sind einfach nicht zu bremsen ein weiteres Buch verfasst, welches das Leben der italienischen Exportschlager nacherzählt. Im Rahmen seiner deutschlandweiten Rundreise gastierte er im Oktober auch im Kieler STUDIO Filmtheater, um in entspannter Atmosphäre aus seinem Buch vorzutragen. Dabei lag der Fokus vor allem in einer pointierten Rückschau auf deren gesamtem Leben sowie der Entstehung eines der erfolgreichsten Paare der Filmgeschichte.

Die Vitae beider Schauspieler sind wahrlich reich an Besonderheiten und kuriosen Erlebnissen, die Halubczok gekonnt nacherzählt: Bud Spencer arbeitete in seinem Leben unter anderem als Bibliothekar, Straßenarbeiter in Südamerika, fahrender Händler, Dokumentarfilmproduzent und Komponist für RCA sowie Gründer der Fluglinie Mistral Air. Bei Dreharbeiten in Spanien warf sich einmal ein Pferd bei seinem Anblick immer wieder auf den Rücken, nur um den damals 160 kg schweren Schauspieler nicht mehr tragen zu müssen.

Auch hat er in seinem Leben diverse Patente für Erfindungen und technische Weiterentwicklungen erfolgreich umgesetzt. Besonders beachtlich ist, dass er in jungen Jahren sogar als Schwimmer (1952 und 1956) bei den Olympischen Spielen gewesen ist, jedoch ohne einen Medaillengewinn. Ähnlich sportlich war Hill unterwegs, der als Schwimmer eine Bronzemedaille bei den italienischen Jugendmeisterschaften und als Ruderer eine Silbermedaille gewann. Nach beiden wurde in Deutschland je ein Freibad benannt, wobei Hill diese Ehre bereits 13 Jahre vor seinem Kollegen zuteil wurde.

Abgerundet wurde die Werkschau durch eine Vorführung von deren frühen Klassiker Vier Fäuste für ein Halleluja aus dem Jahre 1971. Zum Erfolg des Abends beschreibt Dennis Jahnke vom STUDIO Filmtheater, dass eine „eine Lesung in Verbindung mit solch einem Kultfilm genau das Richtige war, weil diese Filme einfach zeitlose Klassiker sind, die jeder kennt!“ Deshalb wird es voraussichtlich im April 2015 erneut eine entsprechende Veranstaltung mit Marc Halubczok geben. Dann zum Schauspieler Luis de Funès, die „natürlich auch wieder mit einem seiner Kultfilme garniert wird, denn dort knallt es ja auch ordentlich“. Wir dürfen also gespannt sein!

 

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Über Christian Behme 0 Artikel
Christian ist Redakteur und gestaltet beim Albrecht vor allem Motive und Designs für unsere Flyer, Plakate, T-Shirts und die berühmten ALBRECHT-Beutel.

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