Mit hohem Anspruch und sattem Klang

Die Uni Big Band stellt sich vor

Bildquelle: Johanna Touoda

Angefangen hat alles 1987 mit einem Physikprofessor und seiner Frau: Die beiden Musikaffinen hegten den Wunsch, zusammen mit anderen auf einer Bühne vor Publikum zu spielen. So wurde kurzerhand eine Uni Big Band ins Leben gerufen. „In diesem Zusammenhang hat mein Vorgänger Prof. Wolfgang Enge auch gleich den Universitätsball gegründet, der seitdem von der Big Band bespielt wird“, erzählt Peter Urban, der seit 2012 Teil der Band ist und 2015 die volle musikalische Leitung übernommen hat.

Momentan besteht die Big Band aus 38 Mitgliedern. Darunter neben Studierenden auch universitäre Mitarbeiter*innen, Professor*innen und Ex-Studierende. Wer mitmachen möchte, muss eine Aufnahmeprüfung absolvieren, so stehe es in den Statuten. Es kann sich vorher jedoch mit in die Proben gesetzt und auch mitgespielt werden, um die Bandmitglieder erst einmal besser kennenzulernen. Dann muss sich entschieden werden, ob vorgespielt werden möchte. „Ich muss natürlich wissen, ob jemand den Unterschied zwischen Swing und Popmusik, ternären oder binären Spielen kennt. Und wenn das geschafft ist, dann gibt es eine gewisse Probezeit“, erklärt der Dirigent. „Das klingt jetzt sehr hart, aber so schlimm ist es nicht. Ich weiß noch, dass ich bei meiner Prüfung bei den binären Spielen komplett gescheitert bin, aber ich wurde nicht nach Hause geschickt“, berichtet die Posaunistin Anna Summers. „Eine wichtige Voraussetzung ist, dass man die Musik, Swing und Jazz, mag. Wenn man ein gewisses Grundgefühl hat und sich die Musik anhört, dann fällt es einem auch leichter.“

Dabei sind es die freundschaftliche Atmosphäre und die vielen Möglichkeiten sich auszutauschen und einzubringen, die die Mitglieder nicht missen wollen. „Da wir ein Verein sind, stehen jährlich Vorstandswahlen für verschiedene Posten an. So können Bandmitglieder Erfahrungen in Führungs- und Organisationsaufgaben sammeln. Das bietet gerade für Studierende die Möglichkeit, neue Erkenntnisse zu sammeln und sich weiterzuentwickeln. Egal ob Organisation von Festen, Erstellen von Flyern, Website, Social Media Posts, jeder kann etwas beitragen und seine Interessen einbringen“, betont Aline Scheerenberger, zweite Vorsitzende der Big Band und seit 2009 als Saxophonistin mit dabei.

Neben Swing der 20er Jahre wird auch zeitgenössische Musik gespielt. „Grundsätzlich kann jeder etwas vorschlagen. Wir schauen, dass wir ein tanzbares Repertoire für den Uniball haben. In letzter Zeit sind auch etwas funkigere Stücke hinzugekommen, das bringt viel Spaß und ist auch sehr abwechslungsreich“, so Aline Scheerenberger. Insgesamt umfasst das Repertoire der Band 200 Stücke.

Ein besonderes Highlight stellen die Konzerte dar. Darunter der Universitätsball, die Erstsemesterbegrüßung, Auftritte während der Kieler Woche in der Forstbaumschule und Tourneen durch Norddeutschland. „Es macht viel Spaß, vor Publikum zu spielen. Vor allem, wenn man positives Feedback bekommt. Das ist eine echte Belohnung“, bestätigt Anna Summers. „Besonders, wenn die Leute mitwippen und tanzen. Es wäre schön, wenn sich die Leute, auch abgesehen vom Ball, mehr trauen würden zu tanzen“, wünscht sich Nils Jastorff, Bassist der Big Band.

Für die Zukunft hat sich die Big Band noch hohe Ziele gesetzt: Einmal mit der Big Band eine große Tournee zu spielen und dafür an den anderen Partneruniversitäten anzufragen. „Das wäre wirklich eine tolle Sache. Doch ist damit ein hoher logistischer Aufwand verbunden. Und da wir uns als Verein alleine durch Konzerte finanzieren, können wir die Kosten auch nicht tragen“, gibt Peter Urban zu bedenken, „ansonsten läuft es für die Big Band recht gut. Wir sind sehr dankbar für das Standbein hier an der Universität und wissen die Unterstützung sehr zu schätzen. Und wer weiß, vielleicht findet sich eines Tages ein Sponsor und unser Traum der Tournee geht doch in Erfüllung“.


Klavierspieler*in gesucht! Die Big Band ist auf der Suche nach Menschen, die Lust haben, mit ihnen zusammen zu musizieren. Insbesondere Verstärkung am Klavier wird gesucht. Wer Interesse hat kann gerne bei einer Probe vorbei schauen oder findet ein Kontaktformular auf der Website.

Probezeiten: dienstags von 19.45 bis ca. 22.30 Uhr, Hans-Geiger-Hörsaal (LS 13)

Johanna Touoda
Über Johanna Touoda 28 Artikel
Johanna studiert seit dem Wintersemester 2016/17 Deutsch und Soziologie an der CAU. Sie ist seit Oktober 2016 Teil der ALBRECHT-Redaktion. Von Juli 2017 bis Januar 2019 war sie als Ressortleiterin für die Kultur verantwortlich. Sie ist seit Februar 2019 Chefredakteurin des ALBRECHT.

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