Plattensau April 2011

Bild: Leona Sedlaczek

Künstler: Bodi Bill
Titel: What?
VÖ: 18.03.2011
Label: Sinnbus

 

Das schwere dritte Album ist dem Berliner Trio gelungen. Die Handschrift mit klarem Gesang auf Beats wie düsteren Wolken haben sie beibehalten, aber die Stellschrauben nochmal fester angezogen. Etwas komplexere Rhythmen, etwas verschrobenere Synthies – unangetastet aber ist die perfekte Mischung aus Tanzbarkeit und Melancholie, die man von Bodi Bill kennt. Nur braucht es eben einige Durchgänge, bis man einen Zugang zu diesem Album bekommen hat. Dann aber ist schnell klar: Ein potentieller Klassiker.


 Künstler: Naked Lunch
Titel: Amerika
VÖ: 25.03.2011
Label: Monkey

 

Es ist ein ehrgeiziges Projekt, Franz Kafkas „Amerika“ vertonen zu wollen. Naked Lunch gelingt dies im Rahmen einer musikalisch untermalten Theateraufführung mit Bravur, weil sie sich nicht von der Wucht des Werkes haben einengen lassen. Mit neun Songs bewältigen sie es, die bedrückende Stimmung des Romans aufzugreifen, gleichzeitig aber das Zwischen-den-Zeilen emotional herauszuarbeiten. Entstanden ist so eine außergewöhnliche Adaption, die sich auch eigenständig aussagekräftig neben ihrer Vorlage zu behaupten weiß.


Künstler: Explosions In The Sky
Titel: Take Care, Take Care, Take Care
VÖ: 22.04.2011
Label: Cooperative Music

Es ist erstaunlich, welch eine brutale Eindringlichkeit Musik entwickeln kann, wenn auf poppige Oberflächenkratzerei verzichtet und stattdessen Wert auf ein sorgsam ausgearbeitetes, symbiotisches Zusammenspiel der Instrumente gelegt wird. Auf ihrem mittlerweile sechsten Studioalbum erzeugt die amerikanische Postrockband Explosions In The Sky auf eben diese Weise eine filmähnliche Szenenhaftigkeit von Emotionen, welche von wohliger Berührtheit bis hin zu gewaltiger Bedrohlichkeit reichen.


 Künstler: Wye Oak
Titel: Civilian
VÖ: 04.03.2011
Label: City Slang

Mit ihrem bereits dritten Album schaffen Multiinstrumentalist Andy Stack und Frontfrau Jenn Wasner aus Maryland athmosphärischen Pop von ungewöhnlicher Tiefe. Für das gewisse Etwas sorgt dabei ein Hauch Rauheit in der eigentlich samtigen Stimme Wasners. Civilian ist ein spannungsgeladenes Album, das seinen Hörer zwischen lieblichem Dreampop, kraftvollem Folk und tosendem Rock treiben lässt und es vollbringt, ihn dabei in eine anhaltende Aufgeregtheit zu versetzen.

Bannerhintergrund von Markus Spiske, bearbeitet (mlt)

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