Plattensau November 2010

Bild: Leona Sedlaczek

iLiKETRAiNS
Titel: He Who Saw The Deep
VÖ: 29.10.2010
Label: Ilr
3/5 Schweinchen

Vier mit Vorliebe düster gekleidete Männer. Abgrundtief trauriger Gesang kombiniert mit sparsam eingesetzter Instrumentierung. Ein bisschen Klavier hier, ein paar Streicher da, und wenn’s mal schneller und kraftvoller wird, dann nur aus Verzweiflung. Genau so stellt man sich eine Winterplatte vor, bei deren Urhebern Tonnen von Schnee auf dem Herzen liegen. Und nichts Anderes hätte man von den britischen iLiKETRAiNS erwartet. Insgesamt ziemlich bedrückend. Aber auch ziemlich langweilig.


Tame Impala
Titel: Innerspeaker
VÖ: 5.11.2010
Label: Modular
5/5 Schweinchen

Tame Impala sind vier junge Burschen aus Australien, die sich in die Zeit zurücksehnen, in der Rockmusik noch Schmackes hatte. Auf ihrem Debüt „Innerspeaker“ haben sie deswegen nicht nur die dreckigen Gitarren wieder rausgekramt, sondern auch dem Schlagzeug seine Ecken und Kanten gelassen. Der Gesang ergänzt das mit jugendlicher Verzweiflung und wohlportionierter Apathie – und macht das psychedelische Klangerlebnis perfekt.


Caribou
Titel: Swim Remixes
VÖ: 29.10.2010
Label: City Slang
4/5 Schweinchen

Im April feierten wir Caribous Album „Swim“ und hofften auf eine Remix-Platte. Die ist jetzt da, und sie ist toll geworden: Die Junior Boys drehen „Odessa“ auf links, Holden macht aus „Bowls“ eine verstörende Loop-Orgie mit schrillen Akzenten, DJ Koze stylt das melancholische „Jamelia“ auf sexy um. Ausgerechnet Altrice’s unglaublich düstere Interpretation ging als Sieger aus den Einsendungen zum Remix-Wettbewerb um das freundliche „Sun“ hervor. Kontraste prägen diese Tracksammlung, die nur als Bonus-CD und Download erscheint.


Sea Wolf
Titel: White Water, White Bloom
VÖ: 12.11.2010
Label: DevilDuck
4/5 Schweinchen

Mit dem vor allem durch ein unvorteilhaftes Äußeres auffälligen, gleichnamigen Fisch hat die Band Sea Wolf nicht viel gemein. Schmucke Songperlen im Indie-Folk-Format sind das, die der Kalifornier Alex Brown Church uns da über den Ozean schickt. Der Sound erinnert an die ungleich berühmteren Bright Eyes, mit denen sich Sea Wolf auch den Produzenten teilen. „White Water, White Bloom“ ist ein lässiges, durch und durch amerikanisches Album mit einer an kalten Wintertagen gut brauchbaren Naturromantik.

 

Bannerhintergrund von Markus Spiske, bearbeitet (mlt)

Autor*in

Kilian war bis 2010 Chefredakteur des Albrechts.

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Über Kilian Haller 8 Artikel
Kilian war bis 2010 Chefredakteur des Albrechts.

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