Plattensau November 2011

PeterLicht

Titel: Das Ende der Beschwerde

VÖ: 28.10.2011

Label: Motor (Edel)

Ist er ein Schriftsteller oder ein Musiker? Peter Licht brillierte auf seinen Alben bisher besonders durch kunstvolle Texte und originelle Gesellschaftskritik. „Das Ende der Beschwerde“ setzt nun eher auf gefühlsbetonte Zeilen wie in „Wir sollten uns halten“. So ganz zufrieden ist er mit der Gesamtsituation trotzdem nicht und macht zum Beispiel mit „Begrabt mein IPhone an der Biegung des Flusses“ ein eindeutiges Statement. Diese mit elektronischer Pop-Musik untermalte Poesie ist allemal hörenswert – egal, ob man sie als Hörbuch oder Pop-Album bezeichnen mag!


Radiohead

Titel: OK Computer

VÖ: 13. Juni 1997

Label: Parlophone

1997 veränderten Radiohead nicht nur sich selbst, sondern auch die restliche Musikwelt. Das überwiegend gitarrenlastige und leicht verdauliche britische Pop-Universum wurde um düstere, vertrackte Filter-Melodien und Thom Yorkes expressionistischen Gesang bereichert. Vor allem aber legitimierten sie das Traurigsein wieder. Inmitten von prolligen Männlichkeitsentwürfen erlaubten sie es sich selbst und dem Hörer endlich wieder, Wut und Verzweiflung auszuleben. Das macht glücklich! Und das ist nur ein Grund, „OK Computer“ aus dem CD-Regal zu kramen.


Mayer Hawthorne

Titel: How Do You Do

Label: Universal

VÖ: 7. Oktober 2011

Mayer Hawthorne ist musiksammelnder Hip Hop-DJ, Multiinstrumentalist und Nerd in einer Person. Aus dieser Mischung ergibt sich feinster Soul auf seinem bereits zweiten Album „How Do You Do“. „A Long Time“ huldigt Detroits Motown und zeigt, dass dieser Sound 2011 alles andere als nur retro ist. „Can‘t Stop“ bringt sogar den allmächtigen Snoop Dogg zum Singen – das muss schon etwas heißen. Schade nur, dass das Album bei einem Major und nicht beim Indie- Label Stones Throw veröffentlicht wurde – ein Schritt weg von der Freiheit hin zur Massenkompatibilität?


Shubangei & The Maxons

Titel: Masala Kingdom

Label: HPM Audio

VÖ: 17. Oktober 2011

Shubangei & The Maxons kennt ihr schon live von Kiels Frock Festival im Sommer. Nun gibt es von „Shoe“ und den neun multimusikalischen Mäxen hinter ihr die erste EP namens „Masala Kingdom“. Auf einem fetten Beatteppich ist ein Potpourri aus souliger Stimme, funkigem Groove, Dancehall von Dr. Ring Ding, einem Rap von Tomsen sowie elektronischen und scratchenden Schmankerln zu hören. Die Ballade „Trouble“ zeigt das gesangliche Potenzial. Das Saxophon und der geslappte, funkige Bass darin bekommen einen doppelten Daumen. Das war erst EP # 1, in Zukunft bitte noch mehr davon!

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