PLATTENSAU – Oktober 2015

Bild: Leona Sedlaczek

Alessia Cara
Titel: Know It All
Label: Def Jam Records
VÖ: 13.11.2015

Du bist auf einer Party und hast absolut keine Lust. Alessia Cara hat aus dieser Situation mit Here eine Hymne für Mauerblümchen geschaffen und ist eine der größten Newcomerinnen des Jahres geworden. Die 19-jährige erzählt von Teenager-Problemen, allerdings elegant, mit den klugen Beobachtungen einer alten Seele. Alessias Stimme ist kein bloßer Hintergrund für elektronische Verstellung, sondern zeigt eine breite Range von loungigem Soul à la Amy Winehouse bis hin zu Rap-Einlagen. Damit bieten die Songs Abwechslung zum Pop-Einheitsbrei. Mit Coversongs sowie ihrer EP Four Pink Walls beweist die „antisoziale Pessimistin“, dass Here keine Eintagsfliege ist. Im November folgt das Album Know It All , das dem Debut mit Singles wie Outlaw und Seventeen in nichts nachsteht. (Maline Kotetzki)

Beirut
Titel: No No No
Label: 4AD
VÖ: 11.09.2015

Sie hören: Beirut! Zu vernehmen sind Trompete, Akkordeon und Ukulele und etwa zehn weitere Instrumente. Die Lieder sind abwechslungsreich, motivieren zum Tanzen, begleiten durch das Ende der Nacht, in den Orient oder an die französiche Küste. Dem neuesten Album ging nun aber eine Kreativitätskrise des Sängers Zach Condon voraus, deren Nachbeben man noch spürt. Das nach dem Album benannte Lied No No No erinnert noch an die genialen Melodien vorheriger Alben, ansonsten muss man sich an einen neuen, zurückhaltenden und repetitiven Stil gewöhnen – Das Magazin Intro nennt ihn „Beirut-Light“. Da Condon aber nach wie vor ein genialer Musiker ist, ist qualitative Kritik nicht angebracht und No No No durchaus hörenswert. (Mimke Teichgräber)

Madsen
Titel: Kompass
Label: Four Music Productions
VÖ: 14.08.2015

Am 14. August 2015 kam die sechste Scheibe der Band Madsen auf den Markt. Mit dieser Produktion liefern die Madsen-Brüder einen würdigen Nachfolger ihrer vorangegangen Alben. Der altbekannte und beliebte Stil der Band ist auch auf diesem Album gut zu erkennen. So hört man eine Mischung aus rockigen und eher softeren Melodien, einen Mix aus gesellschaftskritischen Liedern, nicht zu kitschigen Liebesliedern oder auch eine Hommage an die Mutter, wie es der Titelsong Kompass liefert. Mit einigen Ohrwürmern und Liedern, die einem gleich gute Laune machen, bekommt man Lust auf das nächste Konzert der Band. Hinzu kommt, dass der Titel des Albums Kompass wie durch eine Allegorie der Seefahrt durch die Titel einzelner Songs immer wieder aufgegriffen wird, wodurch das Album einen roten Faden bekommt und in sich stimmig ist. Dieses Album ist auf jeden Fall hörenswert und macht Lust auf mehr. (Judith Rödger)

 Modest Mouse
Titel: The Lonesome Crowded West
Label: Matador
VÖ: 18.11.1997

Vom Artwork bis zur Musik begegnen einem auf The Lonesome Crowded West das Thema Roadtrip. Von den einsamen, abwegigen Straßen scheinen auch die Texte zu kommen, in denen Isaac Brock absurde Mini-Geschichten einfacher Alltagsgestalten auf abgeklärte, oft sehr komische Reflexionen treffen lässt, wobei nie etwas einfach gerade zusammenläuft. Musikalisch hält es Modest Mouse ähnlich. Schon im grandiosen, siebenminütigen Opener Teeth Like God’s Shoeshine lässt die Band Manie jäh in Depression umschlagen und das ganze Lied wird getragen von einem geradezu wahnwitzigen Gitarrenspiel. Auf dem Nachfolger – dem ebenfalls fantastischen Moon & Antarctica – präsentieren sich Modest Mouse deutlich aufgeräumter, aber die rohe Energie ihres Drittlings erreichen sie nicht nochmal. (Arne Lüthje)

 

Bannerhintergrund von Markus Spiske, bearbeitet (mlt)

Autor*in
Plattensau
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Die Plattensau ist die Musikredaktion der Hochschulzeitung DER ALBRECHT. Seit Anfang 2010 erschnüffelt sie fachkritisch drei Neuerscheinungen sowie einen Klassiker pro Print-Ausgabe. Von The Smiths über Fritz Kalkbrenner und Bratze, bis hin zu Taylor Swift ist für jeden Geschmack etwas dabei. Regelmäßige Updated gibt es auch auf der Plattensau facebook Page: https://www.facebook.com/Plattensau

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