Plattensau-Spezial: Die Lieblingsalben der Redaktion

Written by Dennis Wegner. Posted in Plattensau, WEISSRAUM

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Published on Januar 31, 2014 with No Comments

The Smiths
Titel: The Queen Is Dead
Label: Rough Trade
VÖ: 18. Juni 1986

Paul Stahnke
Am 18. Juni 1986 veröffentlichen Morissey und Johnny Marr aus Manchester mithilfe von Andy Rourke und Mike Joyce einen Meilenstein der Popmusik, The Queen Is Dead. Ob Frankly, Mr Shankly oder Cemetry Gates, schon die erste Hälfte des Albums beweist eindrucksvoll künftigen Legendenstatus. Die meistens fröhlich klingende Musik begleitet antithetisch Morrisseys düstere bis obskure Texte, das gesungene Wort wird dabei umso ausdrucksstärker. Wer von sich behauptet, er siege, weil Oscar Wilde auf seiner Seite sei, kann nur in den Ohren bleiben. Wer bis zum achten Track noch nicht an Bord ist, den überzeugt There Is A Light That Never Goes Out schließlich von der Genialität dieser Musik. Zum Schluss bleibt: die 37:07 Minuten The Queen Is Dead gehören zu dem besten, was je auf Vinyl gepresst wurde.

The Smashing Pumpkins
Titel: Mellon Collie and the Infinite Sadness
Label: Virgin Records
VÖ: 24. Oktober 1995

Dennis Wegner
Mellon Collie ist nicht nur der kreative Höhepunkt der Smashing Pumpkins, sondern auch des Alternative Rock der 90er Jahre. Unvergesslich sind die fortschrittlichen Musikvideos und die Booklet-Illustrationen. Handlungsrahmen der insgesamt 28 Songs des Konzeptalbums ist der Wechsel von Tag und Nacht, der auch in den Titeln der Platten erkennbar ist (CD1: Dawn to Dusk, CD2: Twilight to Starlight). Das großartige an diesem Album ist die Vielfalt der Lieder. Die Band verlässt die Grunge-Schublade, und experimentiert mit Baroque-Pop, Art Rock und Thrash Metal. Das auf einem kohärenten Longplayer zu vereinen, ist beachtlich. Mit Zero, Bullet with Butterfly Wings oder 1979 lieferten die Kürbisse zudem Hymnen für eine ganze Generation.

At the Gates
Titel: Slaughter of the Soul
Label: Earache Records
VÖ: 14. November 1995

Christian Behme
Wenn der Metal seine Meilensteine hat, dann ist Slaughter of the Soul von At the Gates nicht nur eine schnöde Wegmarke. Es ist das Licht in der Finsternis aus all dem austauschbaren Todesmetall schwedischer Machart. Erschienen im Jahre 1995, bestimmte es, mit dem treibenden Rhythmus des thrashig-melodischen Death Metals im Duett mit der krächzend-corigen Stimme von Tompa Lindberg, die musikalische Ausrichtung von mehr als einer Dekade metallischer Musik. Die immer noch kraftvoll-vital klingenden Gitarren- und Bassstrukturen der Björler-Zwillinge, die von akustischen Passagen gleichsam gebrochen und wieder ergänzt werden, bildeten die Vorlage für die Musik ungezählter Death Metal und Metalcore Bands auf dem Erdenrund. Nie konnte musikalische Härte, Gefühl und innere Frustration so in die Welt transportiert werden. Dies ist das musikalische Feuer, das der metallische Prometheus in die Welt der Menschen getragen hat. Nec plus ultra!

Wintersun
Titel: Wintersun
Label: Nuclear Blast
VÖ: 13. September 2004

Mats Pache
Der erzwungene Alleingang von Wintersuns Mastermind Jari Mäenpää sorgte 2004 für eines der besten Melodic Death Metal Alben mit einer nicht weniger bemerkenswerten Entstehung. Nachdem Mäenpää durch Terminkonflikte nicht mehr tragbar für seine damalige Hauptband – Ensiferum – wurde, widmete er sich voll und ganz seinem Nebenprojekt und warf im selben Jahr noch überraschend ein Debütalbum auf den Markt, vier Monate nach seinem Rauswurf. Überraschend, denn: Mäenpää hatte zu diesem Zeitpunkt keine Band. Darum spielte er kurzerhand in Eigenregie zwei Gitarren, Bass, Keyboard und Gesang ein, wofür er Texte und Musik selbst verfasst hatte und holte sich nur für die Drums den Schlagzeuger Kai Hahto hinzu. Das Ergebnis war und ist ein Aufsehen erregendes Meisterwerk des Genre, das mit Ensiferum nie möglich gewesen wäre.

Nelly Furtado
Titel: Loose
Label: Geffen Records
VÖ: 09. Juni 2006

Eric Kluge
Nelly Furtado betrat 2006 mit ihrem dritten Album Loose ein neues musikalisches Terrain und setzte nun verstärkt auf Pop, Urban Music und Dance. Einerseits versuchte Furtado mit ihrem neuen sexy Image, den düsteren Urban Music-Songs (Maneater) mit aufreizenden Musikvideos und R´n`B-Gesängen (Promiscuous) neue Fans zu gewinnen. Mit melancholischen Popballaden (All Good Things (Come To An End)) und dem spanischen Song Te Busque, den sie mit Latinosänger Juanes aufnahm, war sie jedoch auch bemüht, ihre Wurzeln nicht zu verleugnen. Furtado läuft hier musikalisch zur Bestform auf und das zeigt sich auch bei den Plattenverkäufen: Loose gilt als erfolgreichstes Album der Jahre 2006 und 2007, sollte also in keinem CD-Regal fehlen.

Sido
Titel: MTV Unplugged Live aus’m MV
Label: Universal
VÖ: 21. Mai 2010

Anna Lisa Oehlmann
Instrumentalmusik trifft auf Gangsta-Rap – klingt, als würde es nicht passen, doch das MTV-unplugged Album von Sido beweist das Gegenteil. Der Klassiker Mein Block wirkt durch die Reggae-Country-Lounge-Musik-Kombination super entspannend. Der beste Song des Albums ist Hey du mit Kurt Krömer. Wie die beiden miteinander rumscherzen und sich unterhalten passt perfekt zu Inhalt und unplugged-Charakter des Songs. Die Zugabe Aldi Tüte steht für die witzigen Lieder. Sido trägt ihn spritzig, mitreißend und in feinstem Berlinerisch vor. Harte Songs wie Halt dein Maul verlieren durch die Begleitmusik leider an Ausdruckskraft, dafür wirken die gefühlvollen Songs umso mehr. Der Himmel soll warten mit Adel Tawil oder Danke versieht Sido mit Emotionen, singt sie weich oder lacht zwischendurch kurz. Eine sehr gute Mischung aus alten, härteren und neuen, weicheren Songs.

ClickClickDecker
Titel: Du Ich Wir Beide Zu Den Fliegenden Bauten
Label: Audiolith
VÖ: 01. April 2011

Christina Wetzel
Leichte Gitarrensounds, harmonische Untermalungen von Synthesizer und Keyboard, mal leiser, mal lauter, vor allem aber: einschlagende, berührende Texte. Das ist ClickClickDecker. Das erste Livealbum Du Ich Wir Beide Zu Den Fliegenden Bauten der Künstler Kevin Hamann und Oliver Stangl ist alles andere als leicht bekömmliche Autofahrmusik. Die Musiker lassen in ihren Texten auf eine faszinierende, mit Worten spielende Art und Weise viel Raum zwischen den Zeilen. Seien es aufwühlende Fragen nach dem Sozialen Brennpunkt Ich oder ein beruhigendes Zu wissen, dass es besser wird, reicht mir persönlich aus: dieses Album bleibt bei dem hängen, der sich darauf einlässt, sich selbst und sein Leben darin wiederzufinden.

Arctic Monkeys
Titel: AM
Label: Domino
VÖ: 09. September 2013

Le-Lina Kettner
Die Arctic Monkeys meldeten sich 2013 auf ihrem fünften Album mit rotziger Gitarrenmusik zurück. Zehn Jahre nach ihrem ersten Gig gilt das neue Album der Briten als Indie-Pop Erholung; Treue Fans hingegen erkennen einfach den eigenen Sound der Band wieder: packend das Intro, eingängige Stücke mit Biss und Lässigkeit. Durch Titel wie Why’d you only call me when you’re high? präsentieren sie weiterhin ihren Geistreichtum, mit No. 1 Party Anthem füllen sie auch partyfreie Stunden. Die Entwicklung der Band zeigt sich nicht nur in den neuen Image-Fotos, sondern überwiegend positiv in den Ohren ihrer Hörerschaft. Für Mädchen und Jungs!

Bannerhintergrund von Markus Spiske, bearbeitet (mlt)

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About Dennis Wegner

Dennis studiert Deutsch, Englisch und Russisch an der Uni Kiel. Seit 2011 ist er Teil der Redaktion. Bis zum Wintersemester 2013/14 war er für das Layout der Print-Ausgabe verantwortlich. Von Anfang 2012 bis Mai 2015 war er Chefredakteur für den Online-Bereich.

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