Schietwedder

Quelle: Sergio Valle Duarte

Wenn dat morgens gries is,
de Sünn sik achter de dicken Wulken verstekt,
dann sünd we woll in Kiel.
An dat Schietwedder sünd we wennt,
Rägenjack un Stevel an,
de Rägenschirm nehmen bloot de Doofen mit,
denn so weiht de Wind to dull um de Ohren.
Grote Rägendroppen in de Snuut un de Lüüd fragen sik,
worüm de Nordlichter so gnadderig sünd?
Frag ick mi uk, denn we sünd ja ni ut Zucker!
Dat Meer is jüst im Regen een Ebentüür for sik:
De Fischkutter schuckelt böös op und dool un jüst dat mokt dem echten Janmaat so veel Spoß!
We im Norden hebben Middel un Weeg gefunnen,
dat Schietwedder to geneten:
Freescher Tee wärmt vun binnen,
mit en gooten Schööt Rum un Zitroon fechten we dormit gegen de Snuppen an.
Warme Deeken laden in de Stuuv en,
Soitigkraam to de Tee.
Een Stück Lübecker Marzipan lätt de Regen buten vergeten.
Dat Schietwedder, Lüüd mit Rappel,
Klönschnack bi een Tass Tee,
Dat is norddüütsch.
Dorüm is dat Wedder en Geneet,
dat is dat trulige tohuus.
We hüpp geern in de Pütten,
we wert natt bet of de Knoken,
hangen de Jack över Nacht to’n Drögen op,
un slaapen warn, wiel we de Regen lustern.
Wenn dann an de neegste Morgen jüst de Sünn de Harvst lüchen latt,
dann hebben we as Kieler disse Daage sünnerlich leev!

 

Quelle Titelbild: Sergio Valle Duarte

Autor*in
Avatar
Über Sandra Heuer 0 Artikel
Sandra ist 21 Jahre alt und studiert Geschichte und Europäische Ethnologie/Volkskunde an der CAU Kiel. Seit 2012 ist sie Mitglied der Redaktion. Seit April 2014 ist sie Chefredakteurin der Print-Ausgabe.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*