Spontanität statt Planung

Selbststudium zu Zeiten von Corona

Bild: Rebecca Such // Der Albrecht

Das derzeitige Semester stellt uns alle vor neue Aufgaben und auf die Probe. Dass das Sommersemester 2020 in die Geschichte eingehen wird, steht außer Frage. Der sonst so geregelte Alltag gerät aus den Fugen und der Begriff Selbststudium bekommt eine ganz neue Definition. Im Jahr 2020 sollte es eigentlich nicht mehr so schwer sein, Seminare und Vorlesungen online abzuhalten, aber die Dozierenden an der CAU beweisen, was alles schieflaufen kann.  

Angefangen bei der Art des Seminars selbst. Viele Studiengänge leben vom regen Austausch und von den Diskussionen, die sich während einer Sitzung ergeben. Aus diesem Grund erschließt sich mir nicht, warum viele solcher Seminare nicht über BigBlueButton oder andere Video-Konferenz-Programme abgehalten werden. Studierende werden oft in der Luft hängen gelassen, Informationen, die wichtig für den Verlauf des Semesters sind, müssen den Dozierenden aus der Nase gezogen werden – sofern denn eine Antwort auf die Mail überhaupt im eigenen Postfach eintrudelt. 

Nicht zuletzt aber erhöht sich mein Blutdruck regelmäßig, wenn viele Dozierende offenbar nicht im Hinterkopf haben, dass wir Studierenden durchaus auch ein Leben neben dem Studium führen. Nicht erst einmal bekam ich drei bis vier Tage vorher eine Mail, dass an dem bestimmten Tag eine Video-Sitzung stattfindet, selbstverständlich mit Anwesenheitspflicht. So schön, so gut – wenn diese Sitzungen vielleicht nicht erst wenige Tage vorher angekündigt werden und vielleicht sogar am regulären Seminartermin stattfinden würden. Denn die Realität sieht anders aus. Montags eine Mail erhalten, dass für das Seminar am Mittwoch am kommenden Freitag eine Videokonferenz stattfindet. Andere Seminare? Wie, Studierende haben noch andere Seminare? Und wie, Studierende arbeiten? 

So angenehm ich dieses Ausnahme-Semester finde, da ich mir meine Zeit freier einteilen kann und mir den Weg zur Uni spare, so anstrengend finde ich die Seminare, die auch sieben Wochen nach Semesterbeginn noch keine richtige Struktur haben, und so unerklärlich sind mir die Gedanken der Dozierenden, wenn diese die Termine für die Online-Sitzungen bekanntgeben.  

Liebe Dozierende der CAU, bitte hört auf, kurzfristig plötzlich Sitzungen anzukündigen, die teils nicht mal zu der Zeit des eigentlichen Seminars stattfinden. Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die an diesen Sitzungen teilnehmen möchte, aber so kurzfristig keine Möglichkeit hat, Arbeitszeiten zu verschieben oder möglicherweise zu dem neuen Termin ein anderes Seminar hat. Das würde mir dieses Semester einige Nerven sparen in einer Zeit, die sowieso sehr nervenaufreibend ist. 

Autor*in

Rebecca ist 24 Jahre alt, studiert Deutsch und Philosophie im Profil Fachergänzung und ist seit Oktober 2018 beim ALBRECHT. Seit Januar 2019 leitet sie das Lektorat.

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Über Rebecca Geisler 11 Artikel
Rebecca ist 24 Jahre alt, studiert Deutsch und Philosophie im Profil Fachergänzung und ist seit Oktober 2018 beim ALBRECHT. Seit Januar 2019 leitet sie das Lektorat.

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