Kanupolo

Viele, die Montag nachmittags, von 14 bis 15 Uhr, an der Schwimmhalle des Sportforums vorbeigehen, bleiben eine Weile stehen und betrachten neugierig das bunte Treiben im Schwimmbecken. Das Wasser spritzt, Menschen sitzen in Kajaks und jagen mit voller Paddelkraft einem Ball hinterher. Was da vor sich geht nennt sich Kanupolo.

Für viele eine noch unbekannte Sportart, aber an der CAU schon seit einigen Jahren fester Bestandteil des Sportprogramms. Am einfachsten lässt es sich als Handball auf dem Wasser beschreiben. Denn wie beim Handball gibt es zwei Mannschaften, die versuchen, einen Ball in das gegnerische Tor zu befördern. Die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt, gewinnt.

Doch beim Kanupolo ist der Hallenboden das Wasser und die Spieler – pro Mannschaft fünf Feldspieler – müssen sich mit Paddeln im Kajak vorwärts bewegen, was gar nicht so leicht ist wie es sich anhört. Auch zu erwähnen ist das Tor, das wesentlich kleiner ist als ein Handballtor, und noch dazu in zwei Metern Höhe hängt.

Der volleyballähnliche Ball wird entweder mit der Hand geworfen oder mit dem Paddel geschlagen, wobei das Paddel auch als Hand des Torwarts dient. Bei richtigen Wettkämpfen wird zweimal zehn Minuten gespielt, mit einer Halbzeitpause von drei Minuten. Da es beim Kanupolo schon recht rabiat zugehen kann, tragen die Spieler Schwimmwesten und einen Helm mit Schutzgitter, was ein wenig an Footballspieler erinnert. Um die Verletzungsgefahr zu verringern, ist laut Regelwerk jede Handlung, die einen anderen Spieler gefährdet, ein Foul.

Die Sportart verbindet Mannschafts-, Ball- und Wassersport und erfordert Teamgeist, Kraft, Ausdauer und Konzentration. Kanupolo ist eine Sportart, die weltweit ausgeübt wird und fester Programmteil der World Games ist. Die Uni Kiel war im November 2010 Austragungsort der Deutschen Hochschulmeisterschaften im Kanupolo und belegte dabei Platz neun von insgesamt 21 Mannschaften.

Selbstverständlich ist Kanupolo auch auf der Kieler Woche zu bewundern. Ein schneller, raffinierter Sport, der auch für den Zuschauer nicht langweilig wird. Jeder, der Interesse hat, Kanupolo einmal auszuprobieren, ist herzlich willkommen. Grundkenntnisse im Paddeln und Eskimotieren (die Methode, durch die ein gekentertes Kanu/Kajak ohne Aussteigen wieder aufgerichtet wird) sind beim Training von Vorteil, um ein Kopfüber-unter-Wasser-baumeln (kann am Anfang sehr unangenehm sein) zu verhindern.

Autor*in

Anna Lisa ist seit dem Herbst 2010 als Redakteurin beim Albrecht tätig. Sie schreibt besonders gern Opernkritiken und Theaterrezensionen und leitete mehrere Jahre das Kulturressort. Der kulturelle Schwerpunkt begründet sich im Studium der Fächer Deutsch und Europäische Ethnologie/ Volkskunde.

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Anna Lisa ist seit dem Herbst 2010 als Redakteurin beim Albrecht tätig. Sie schreibt besonders gern Opernkritiken und Theaterrezensionen und leitete mehrere Jahre das Kulturressort. Der kulturelle Schwerpunkt begründet sich im Studium der Fächer Deutsch und Europäische Ethnologie/ Volkskunde.

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