Vom Uniprojekt zum Regionalmagazin

Innerhalb der letzten vierzig Jahre sind die Tierpopulationen auf unserer Erde um mehr als 50 Prozent geschrumpft und in den Weltmeeren befinden sich mehr Plastikteilchen als Plankton. Nach dem Living Planet Report 2016 der Umweltorganisation WWF wurden im Jahre 2012 nicht nur die Ressourcen einer Erde, sondern umgerechnet von 1,6 Erden verbraucht. Wenn wir so weiterleben, dann werden schon 2030 zwei Erden nötig sein, um weiterhin den Jahresbedarf an Nahrung, Wasser und Energie abdecken zu können, so der WWF.

„Um nachfolgende Generationen nicht zu gefährden, müssen wir die ökologischen Grenzen des Wirtschaftens erkennen und unsere Lebens- und Konsumgewohnheiten daran anpassen. Jeder Verbraucher kann mit einem bewussten Verhalten ein Zeichen gegen den Massenkonsum und die Wegwerfgesellschaft setzen“, erklärt Sabrina Aust, die für das Nachhaltigkeitsmagazin Wat nu? schreibt.

In Wat nu? werden umweltfreundliche und nachhaltige Projekte aus der Region rund um Kiel gebündelt und vorgestellt. Die Idee zu dem Nachhaltigkeitsmagazin kam Janina Taigel, Masterstudentin für Sustainability, Society and the Environment an der Christian-Albrechts-Universität, vor etwa zwei Jahren. „Als ich nach Kiel zog, bemerkte ich, dass es in dieser Stadt schon sehr viele nachhaltige Projekte gibt, aber die Masse der Menschen diese gar nicht gut genug kennt.“ Im Wintersemester 2014/15 besuchte sie den Changemaker-Kurs unter der Leitung von Professor Dr. Christoph Corves. Zusammen mit ihrem Kommilitonen Hugo van Hove erstellte sie ein Konzept für das Magazin. „Wir wollen Anregungen für alltägliche Herausforderungen geben und auch zur aktiven Teilnahme an regionalen Projekten motivieren“, so Sabrina Aust. „Die Ideen für den plattdeutschen Titel Wat nu? und für die Möwe Theo, die mittlerweile zu unserem Erkennungszeichen geworden ist, haben wir unserer Redakteurin Dana Borkowski zu verdanken“, erinnert sich Janina Taigel lächelnd.

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Am Ende des Kurses wurde das Team von dem Ideenwettbewerb YooWeeDoo mit einem Preisgeld von 2 000 Euro ausgezeichnet, sodass die erste Ausgabe im Oktober 2015 veröffentlicht werden konnte. Die zweite Ausgabe erhielt eine Förderung von Grüner Strom Label e.V. und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und erschien im April 2016. Aktuell ist das Team auf der Suche nach Fördermitteln.

Im letzten Monat veröffentlichte Wat nu? die vom AStA der CAU geförderte dritte Ausgabe. Rund um das Thema Kreativität, werden unter anderem Kieler Projekte wie Aufleuchten, entzückt, Backen & Schnacken und das Reparatur-Café Gaarden vorgestellt. Aufleuchten ist ein studentisches Projekt, das aus gefundenem Holz und Altglas schicke Lampen-Unikate baut. entzückt setzt ein Zeichen gegen die Textilindustrie, indem aus alten Stoffen neue Schlüpfer genäht werden. Das Team von Backen & Schnacken baute vor kurzem einen großen Lehmofen vor der Alten Mu, um zum gemeinsamen Backen und Schnacken einzuladen. Und in dem Reparatur-Café Gaarden wird sich der Wegwerfkultur widersetzt: Alle drei Monate können hier Besucher mit kaputten Geräten vorbeikommen und sie zusammen mit ehrenamtlichen Tüftlern und Handwerkern reparieren.

Das Magazin erscheint halbjährlich und liegt an vielen verschiedenen Orten in Kiel kostenfrei aus. Die Crew besteht derzeitig aus sechs ehrenamtlichen Studierenden und jungen Absolvent*innen. Wer Lust zum Schreiben hat, kann sich gerne bei Janina Taigel und Sabrina Aust melden. Blättert durch – und habt Mut zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Fenja Wiechel-Kramüller
Über Fenja Wiechel-Kramüller 10 Artikel
Fenja ist 22 Jahre alt und studiert Germanistik und Philosophie in Kiel. Sie schreibt seit November 2015 für den Albrecht.

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