Von ‚CAUderwelsh‘ und ‚CAUch potatoes‘

Zwei Teams der CAU beim Programmierwettbewerb NWERC in England

von Ira Mick

Von links: CAUderwelsh: Bernhard, Jette, Einhard, Coach: Christoph Daniel, CAUch potatoe: Jeremia, Malte und Bennet

18. Januar 2018

Zwei Teams der CAU beim Programmierwettbewerb NWERC in England

Christoph Daniel Schulze war auf dem Programmierwettbewerb

Christoph Daniel Schulze war auf dem Programmierwettbewerb

„Huddled around a single computer, competitors race against the clock in a battle of logic, strategy, and mental endurance.“ Die Beschreibung des Northwestern Europe Regional Contest (NWERC), einem renommierten Programmierwettbewerb, mag auf viele dezent abschreckend wirken. Nicht jedoch auf sechs Informatik-Student*innen sowie ihren Coach, die es am Wochenende des 25. und 26. Novembers nach Bath im Westen Englands verschlug. Bewaffnet mit deutschen Tastaturen und selbst geschriebenen Referenzheften (andere Waffen akzeptierten die Sicherheitskräfte am Flughafen auch nicht) traten sie an, die CAU zum ersten Mal nach acht Jahren wieder, um auf dem NWERC zu repräsentieren.

Dort mussten Aufgaben wie zum Beispiel ‚Installing Apps‘ gelöst werden: Es gilt, diverse Apps auf einem Smartphone zu installieren, welches jedoch nur eine begrenzte Speichergröße besitzt. Jede App hat eine Download- und eine Installationsgröße, und je nach Installationsreihenfolge reicht der Speicherplatz, um unterschiedlich viele Apps zu installieren. Es galt, die Kombination zu finden, mit der die meisten Apps installiert werden können. Hier kommt das sogenannte ‚Rucksack-Problem‘ zum Einsatz: Ein Algorithmus, der es ermöglicht, einen Behälter mit vorgegebener Kapazität mit Gegenständen unterschiedlichen Wertes zu füllen und dabei die effizienteste Kombination zu finden. In Bath galt es nun, elf solcher Probleme innerhalb von fünf Stunden zu lösen. Die erstellten Programme wurden von den Teilnehmern an einen Server gesendet, der mit speziell entwickelten Testdaten die Funktion der Programme prüfte. Die Teams wurden innerhalb kurzer Zeit über Korrektheit oder Fehler des Programms benachrichtigt.

Dem Gewinnerteam des NWERC winkte die Teilnahme an den World Finals, dem prestigeträchtigen ACM International Collegiate Programming Contest (ICPC), welcher im April dieses Jahres in Peking stattfinden wird. Das Konzept reicht zurück bis in die 1970er Jahre, als der ICPC als kleiner Wettbewerb an der Texas A&M University zum ersten Mal stattfand. Seitdem ist die Veranstaltung massiv gewachsen: An den World Finals 2017 haben ganze 133 Teams, aus je drei Studierenden bestehend, teilgenommen. Zu den Qualifikationsrunden hatten 2 498 Universitäten aus aller Welt 46 381 Studierende entsandt – so in diesem Jahr auch die CAU.

Angeregt wurde das Vorhaben bereits im Mai von Christoph Daniel Schulze, einem Doktoranden der Informatik, der für angehende Informatiker*innen Veranstaltungen zum Programmieren mit Java und dem Umgang mit Algorithmen und Datenstrukturen anbietet oder einem bei der Auswahl des perfekten Films für bierreiche Wochenendabende unterstützt.

In einer Vorlesung im Sommersemester hatte er kurz von seinem Vorhaben erzählt, im November am NWERC teilzunehmen, und die Studierenden zu einer freiwilligen Übung am Freitagnachmittag eingeladen. Gut 40 Interessierte folgten dem Aufruf, lernten algorithmische Herangehensweisen genauer kennen und versuchten sich an dazu passenden Aufgaben. Zum Ende des Semesters waren die meisten allerdings mit Pflichtveranstaltungen so ausgelastet, dass nur noch eine überschaubare Gruppe übrig blieb, die sich auch in den Semesterferien traf, um Algorithmen zu verstehen und das Programmieren zu üben. Daraus entstanden die zwei Teams, die sich am Anfang des Wintersemesters vor dem Wettbewerb mehrmals am Wochenende trafen, um noch mehr zu üben und die Teambindung zu stärken.

Programmierwettbewerb // Quelle: Christoph Daniel SchulzeDie sechs Studenten*innen, allesamt im dritten Fachsemester Informatik, hatten sich zu zwei Teams zusammen gefunden: Den CAUch potatoes, bestehend aus Jeremia Böhmig, Bennet Bleßmann und Malte Clement sowie CAUderwelsh, bestehend aus Bernhard Germann, Einhard Leichtfuß und Jette Petzold. Ber  eits am ersten Tag des Wettbewerbs hatten sie das erste Mal die Möglichkeit, zu üben, wie der Contest ablaufen würde und dabei zwei von drei gegebenen Problemen gelöst. Anschließend standen ‚social activities‘ an, die von einer Führung durch den Kirchturm von Bath über ein Pub Quiz hin zu einem offiziellen Dinner reichten – informatisch stilecht mit Pizza.

Im eigentlichen Wettbewerb am Sonntag waren beide Teams mit je zwei gelösten Problemen erfolgreicher als das letzte von der CAU entsandte Team. Für weitere Probleme gab es vielversprechende Ansätze, für welche die Zeit am Ende aber nicht mehr ganz reichte. Nach Peking wird es in diesem Jahr für ein Team aus Cambridge gehen, welches geradezu absurde acht von elf Problemen lösen konnte.

Die Teams der CAU sind sich einig: Sie haben viel geschafft, aber es ist dennoch einiges zu tun bis zum nächsten Wettbewerb. 2018 geht es nicht nur erneut zum NWERC, sondern auch zum German Collegiate Programming Contest, NWERCs deutschem kleinen Bruder. Auch dafür muss fleißig geübt werden, so wird es im nächsten Sommersemester wieder Treffen geben, an denen alle Interessierten teilnehmen können.
Auf dass sie dort kein CAUderwelsh programmieren und ihre Programme laufen, statt auf der CAUch zu gammeln!


Bilder: Christoph Daniel Schulze

 

Über Ira Mick

Ira Mick

Seit Oktober 2016 ist Ira beim Albrecht dabei, seit Januar 2017 ist sie für die Gestaltung des Weißraumes zuständig, und ganz selten Mal kommt ein Artikel zum Thema Hochschule aus ihrem Computer, nebenbei studiert sie Informatik.

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