Von Einkaufslisten, Zuckerstreuern und drei Wörtern…

Das Kreative Schreiben geht wieder los

von Merle Lippmann

Schreibwerkstatt // Quelle: BQ: Creative Commons, Pixabay

18. Januar 2018

Das Kreative Schreiben geht wieder los

Eine kreative Pause von der akademischen Welt, neue Impulse für die eigenen Werke oder pure Neugier: Die Erwartungen an den Schreibkurs Kreatives Schreiben sind so unterschiedlich wie seine Teilnehmer. 13 Leute sitzen am 26. November an den Tischen des Glaskastens in der Mensa 1, um ihre Schreibfähigkeiten zu üben und weiterzuentwickeln. Unter den Teilnehmern sind sowohl Anfänger, die einfach mal sehen wollen, wie der Kurs so ist, als auch Fortgeschrittene, die schon seit langer Zeit schreiben und regelmäßig an dem Kurs teilnehmen. Doch für alle gilt dasselbe: „Welche Form ihr euren Texten gebt, ist egal. Ihr könnt eine Geschichte in Prosa schreiben, ein Gedicht oder meinetwegen auch eine Einkaufsliste“, so die Worte des Workshopleiters Arne Suttkus, seines Zeichens selbst Autor und erfahrener Schreibkursteilnehmer.

Der Kurs wurde im Wintersemester 2013 ins Leben gerufen. Er findet seitdem jedes Semester statt. Der Workshop geht über drei Wochenendtage, verteilt über das Semester, und endet mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung. Sieben Stunden sitzen die Teilnehmer über ihren Schreibblöcken mit einer einstündigen Mittagspause dazwischen. Im Kurs gibt es keine Hierachie. Jeder Teilnehmer darf seine Meinung zu den Texten äußern. Der Workshopleiter äußert sich durchgehend positiv zu den Werken, gibt Anstöße, motiviert und äußert selbst Ideen, wie die Geschichte wohl weitergehen könnte. Mit bereits bekannten Gesichtern aus früheren Semestern tauscht er Witze und Insider aus. In den Schreibphasen herrscht im Raum eine beinahe andächtige Stille. Außer dem Stift auf dem Papier ist nichts zu hören. Jeder der Teilnehmer schreibt ruhig und konzentriert an den gestellten Aufgaben. Diese sind mitunter ein wenig seltsam oder scheinbar unlösbar. Wie zum Beispiel die Aufgabe, bei der Arne einen Zuckerstreuer auf den Tisch stellt und den Teilnehmern sagt, sie sollen darüber einen Text schreiben. Ebenso außergewöhnlich ist die Aufgabenstellung, in der drei der Teilnehmer ein Wort sagen und der Kurs innerhalb von zehn Minuten einen Text schreiben soll, der diese Worte enthält. Bei Wörtern wie „Regen“, „Fisch“ und „Buch“ nicht unbedingt eine leichte Aufgabe. Wer eine detaillierte Analyse oder eine gut begründete und diskutierbare Kritik an seinen Texten erwartet, ist in diesem Kurs falsch. Es geht einzig und allein um die Möglichkeit, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, einmal wegzukommen von dem akademischen Anspruch des Universitätsalltags und die Angst davor zu verlieren, seine Texte vor anderen Menschen vorzulesen. Am Ende des Workshops gehen die Teilnehmer mit einem guten Eindruck, ausgeschöpfter Kreativität und Zetteln voller Geschichten nach Hause.


Am Dienstag, den 30. Januar 2018, haben die Teilnehmer des Workshops die Chance, in einer so genannten LitSession ihre Texte vor Publikum zu lesen. Die Veranstaltung findet im Foyer des ICKPunkt statt. Karten gibt es im Vorverkauf im Kulturbüro oder an der Abendkasse.

Über Merle Lippmann

Merle Lippmann

Merle ist seit Oktober 2015 beim ALBRECHT. Sie studiert Deutsch und Philosophie auf Fachergänzung.

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