Wie steht’s um die Homo-Ehe in Europa?

In Italien wurde jetzt die eingetragene Lebenspartnerschaft für homosexuelle Paare beschlossen. Ein riesiger Schritt für das katholisch geprägte Land. Doch in vielen Ländern Europas hinkt die Gesetzgebung hinter der Stimmung in der Gesellschaft hinterher: Viele sind für die Öffnung der Ehe für Homosexuelle, aber die Gesetzgebung verbietet es. Zoon Politikon zeigt, wie es um die Rechte Homosexuelle in Europa steht.

Karte ZP
Grün: Gleichgeschlechtliche Ehe; Gelb: Eingetragene Lebenspartnerschaft; Grau: Keine Anerkennung/unklar; Rot: Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert.

BELGIEN: Belgien war das erste Land nach den Niederlanden, welches die Ehe für Homosexuelle öffnete. Dies geschah 2003. Im selben Jahr wurde auch ein Antidiskriminierungsgesetz erlassen.

BULGARIEN: Homosexualität wurde 1968 legalisiert. Seit 2003 gibt es ein Antidiskrimininierungsgesetz, was aufgrund einer EU-Vorgabe verabschiedet wurde. Eingetragene Lebenspartnerschaften oder gleichgeschlechtliche Ehen sind gesetzlich verboten.

DÄNEMARK: 2012 wurde die Homo-Ehe legalisiert. Zudem exisitert ein Antidiskriminierungsgesetz. Homosexualität ist auch gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. 1989 legalisierte Dänemark die eingetragene Lebenspartnerschaft und war damit das erste Land weltweit, welches diese erlaubte.

DEUTSCHLAND: Deutschland ist gesellschaftlich gegenüber Homosexualität sehr offen. Seit 1994 wird Homosexualität nicht mehr bestraft und seit 2001 ist es für homosexuelle Paare möglich, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen. Die Eheschließung ist aber bislang nur für heterosexuelle Paare möglich.

ESTLAND: Homosexualität wurde 1992 legalisiert. Es besteht ein Antidiskriminierungsgesetz und seit 2014 ist eine eingetragene Lebenspartnerschaft möglich. Damit ist Estland die erste ehemalige Sowjetrepublik, die die eingetragene Lebenspartnerschaft legalisiert hat.

FINNLAND: 1971 wurde Homosexualität legalisiert, 1995 wurde Diskriminierung Homosexueller gesetzlich verboten. 2002 wurde die eingetragene Lebenspartnerschaft legalisiert. 2017 soll die Homo-Ehe in Kraft treten.

FRANKREICH: Homosexualität wurde bereits 1791 erlaubt, Diskriminierung ist seit 1985 verboten. Seit 2013 ist es für homosexuelle Paare in Frankreich möglich, zu heiraten. Dennoch gibt es eine starke Minderheit, die gegen die Homo-Ehe ist.

NIEDERLANDE: 1811 wurde Homosexualität entkriminalisiert. 1993 wurde ein Gesetz gegen Diskriminierung erlassen. Im Jahr 2000 öffneten die Niederlande als ersten Land weltweit die Ehe für Homosexuelle, seit 2001 sind dort Eheschließungen möglich.

NORWEGEN: Norwegen führte 1981 als erstes Land weltweit ein Antidiskriminierungsgesetz ein. 1993 gab es ein Lebenspartnerschaftsgesetz. Seit 2009 können Homosexuelle auch eine Ehe eingehen.

ÖSTERREICH: Homosexualität ist seit 1971 legal. Seit 2004 gibt es auch ein Antidiskriminierungsgesetz. Erst seit 2010 ist es Homosexuellen in Österreich erlaubt, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen.

POLEN: 1932 wurden homosexuelle Handlungen straffrei. Während der sozialisitischen Diktatur galt Homosexualität aber offiziell als Krankheit. 1991 wurde Homosexualität nicht mehr als Krankheit gelistet. 2003 wurde ein Antidiskriminierungsgesetz verabschiedet. Zurzeit gibt es in Polen allerdings keine gesetzliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften.

SCHWEDEN: 1944 wurde Homosexualität straffrei. Seit 1987 ist die Diskriminierung Homosexueller verboten. 1995 wurde es möglich, seine Partnerschaft anerkennen zu lassen. Seit 2007 ist auch die Ehe für Homosexuelle geöffnet.

SERBIEN: Seit 1994 ist Homosexualität nicht mehr illegal. Seit 2009 ist eine Diskriminierung aufgrund von Homosexualität verboten. Dennoch sind eingetragene Lebenspartnerschaften oder die Ehe für Homosexuelle nicht zulässig. Homosexuelle werden von Seiten der Kirche und von Rechtsextremen bedroht.

SPANIEN: Spanien wurde 2005 weltweit das dritte Land, welches die Homo-Ehe und die Adoption durch homosexuelle Paare ermöglichte.

TSCHECHIEN: Tschechien ist gegenüber Homosexuellen relativ liberal. 2006 wurde die eingetragene Lebenspartnerschaft für Homosexuelle geöffnet.

GROSSBRITANNIEN: Eingetragene Lebenspartnerschaften sind seit 2004 möglich. Die Homo-Ehe wurde 2013 eingeführt.

WEISSRUSSLAND: Homosexualität wird seit 1994 nicht mehr gesetzlich verfolgt, ist aber gesellschaftlich wenig anerkannt. Es existieren keine Antidiskriminierungsgesetze. Es gibt keinerlei Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Durch Verfassung, Ehe- und Familienrecht des Landes wird die Ehe ausdrücklich als Zivilpakt definiert, der durch ein staatliches Organ geschlossen wird und zwei Person gegensätzlichen Geschlechts offensteht.

Rune Weichert
Über Rune Weichert 39 Artikel
Rune ist 21 und studiert seit 2013 an der CAU Politikwissenschaft und Skandinavistik. Seit 2014 ist er beim ALBRECHT dabei. Nebenbei ist er auch beim Campusradio als Nachrichtenredakteur tätig.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*