Wilwarin 2011 ‒ Ellerdorf calling

„You will never be forgotten“, singt die kanadische Punkband „The Flatliners“ und „Danko Jones“ fragt „Do you kiss on the first date?“ im Festivalsommer 2008. Das Publikum tanzt vor der Bühne, dass es nur so staubt. Kleinlich darf nicht sein, wer mitfeiern will. Aber ein wenig Sand zwischen den Zähnen gehört ja schließlich zu jedem Festival dazu, wie lauwarmes Bier und kalte Ravioli.

Dieses Jahr geht das Wilwarin in seine 14. Runde. Am 3. und 4. Juni findet das Rock-Punk- Hardcore-Festival auf den Wiesen des beschaulichen Ellerdorfs bei Rendsburg statt. Nicht nur „Danko Jones“ spielte schon zwischen Schleswig- Holsteiner Kuhweiden, die zwei Konzerttage bieten vor allem auch Newcomern und Local-Acts eine Bühne.

Dieses Jahr rocken unter anderem die Hardcore-Punk-Legende „Nomeansno“, die Electropunks von „Frittenbude“ und die Uruguayer „No Te Va Gustar“ die Festivalmeute.

Neben Rock-, Punk- und Electrofans kommen aber auch alle Freunde der karibischen Tanzmusik auf ihre Kosten. Das Festival wurde dieses Jahr auf vier Bühnen erweitert. Auf der neuen Reggae- und Dancehall-Stage sorgen, neben vielen anderen, „Soulfire Hi-Fi“ und „Maxim“ für sommerliche Hitzewallungen. Das Wilwarin begeistert nicht nur jedes Jahr wieder mit seiner außergewöhnlich guten Musikmischung und seiner familiären Atmosphäre, sondern auch durch sein einzigartiges Unterhaltungstalent. Dieses Jahr sorgen ein Fußballturnier, Parkplatz-Punkrockkaraoke, gemeinsames Bingo und ein Poetry-Slam auf den Festivalbühnen für Abwechslung. Und wer noch überschüssige Energie hat, kann sein Können auf einer Skate-Fun-Pipe beweisen.

Wilwarin Meeting Foto Christian Isachsen

Dafür lohnt sich auch die eher beschwerliche Anreise, denn vom Bahnhof in Ellerdorf bis zum Festivalgelände können Würstchen, Zelt und Grill auf dem Rücken ganz schön schwer werden. Reist man nicht mit dem Auto an, sollte man zumindest den Bollerwagen vom Dachboden holen und für diese Zwecke entstauben. Wie die ganz Großen hat Auauch das Wilwarin-Festival mit Behörden und Bestimmungen zu kämpfen. Das kostet Geld und so steigen dieses Jahr die Ticketpreise um 3 bis 4 Euro. Die Getränkepreise halten die Wilwariner, die stolz auf ihr „nicht durchkommerzialisiertes“ Festival sind, aber stabil unten. Ein Euro von jedem Ticket wird einem wohltätigen Zweck gespendet.

Am 6. Mai fand in der Schaubude in Kiel das traditionelle Wilwarin-WarmUp statt. Es machten die Bands „Dampfmaschine“ und „Educated By Errors“ schonmal Appetit auf mehr und es konnten erste feucht-fröhliche Festivalfreunde gefunden oder Fahrgemeinschaften gegründet werden. Das Schönste an jedem Festival ist, dass man sich am letzten Abend wieder über eine warme Dusche und ein gefliestes Bad freuen kann. Dazu muss man aber auch erstmal eine Menge im Staub tanzen, viele verkohlte Würstchen essen und die große Festivalparty mitfeiern. Spätestens am 3. Juni fängt der Sommer im Norden an, freut sich nach zwei wilwarin-trockenen Jahren auch die Autorin.

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Cathrin war bis 2011 stellvertretende Chefredakteurin des Albrechts und für Anzeigen und Finanzen verantwortlich. Sie leitete das Lektorat und wirkte am Layout der Print-Ausgabe mit.

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