Wissen statt Viren austauschen

Mit der Corona School ehrenamtlich Nachhilfe geben

Nachhilfe kann eben auch online stattfinden. (Bild: Corona School e.V.)

Seit Frühjahr dieses Jahres gibt es die Corona School – ein deutschlandweites Projekt, bei dem Studierende Schüler*innen beim Lernen unterstützen können. Am 15. März, kurz nach den deutschlandweiten Schulschließungen, haben vier Studenten aus Bonn und Berlin die Plattform gegründet.  

Wie Studierende sich an der Corona School beteiligen können und welche weiteren Angebote geplant sind erfahren wir von Jorina. Sie studiert im vierten Semester Psychologie und ist Campus Representative der Corona School an der CAU. 

DER ALBRECHT: Was kann ich mir unter der Corona School vorstellen? 

Jorina: Wir versuchen in einer Zeit wie dieser, das Homeschooling zu erleichtern und Familien und Schüler*innen zu helfen. Dafür haben wir die Corona School ins Leben gerufen. Schüler*innen von der ersten bis zur dreizehnten Klasse können sich auf unserer Internetseite registrieren und angeben, in welchen Fächern sie sich Unterstützung wünschen. Danach findet ein Matching statt, bei dem jeweils ein*e Schüler*in und ein*e Student*in ein Team bilden, das sich dann auf Jitsi kennenlernen kann. Ab da können sich die Matches virtuell so oft treffen, wie sie wollen und entscheiden, welche Online-Plattform sie dazu nutzen. 

Wie bist du auf das Projekt aufmerksam geworden? 

Ich habe zwei oder drei Wochen nach der Gründung davon gelesen und fand die Idee sofort super. Daher habe ich mich direkt als Lernunterstützung angemeldet. Zurzeit helfe ich zum Beispiel einem Jungen aus Bayern in Latein. Als es dann hieß, dass noch Leute gesucht werden, die das Projekt weiterverbreiten und Werbung an den Unis dafür machen, habe ich mich gemeldet. Es ist nicht exorbitant viel Arbeit, da tu ich gerne was ich kann, um das Projekt bekannter zu machen. 

Gibt es noch weitere Angebote? 

Neben der Eins-zu-Eins-Betreuung bietet die Corona School in den Sommerferien auch AGs zu den verschiedensten Themen an, das geht von veganem Kochen bis zu Informatikkursen. Ich leite zurzeit mit einer Freundin einen Kurs zum kreativen Schreiben und expressiven Darstellen. Dabei konnten wir selbst festlegen, dass wir den Kurs an zwei Tagen anbieten und höchstens acht Schüler*innen daran teilnehmen können. 

Bild: Jorina Sendel

Außerdem ist es an manchen Universitäten schon möglich, über die Corona School sein Praktikum für das Lehramtsstudium anrechnen zu lassen. In Kiel ist dies bis jetzt aber nicht möglich. 

Und wie kann ich mich als Student*in dafür anmelden? 

Studierende besuchen einfach die Website der Corona School (https://www.corona-school.de/), auf der sie sich registrieren können. Dort kann dann auch angegeben werden, in welchen Fächern und auf was für einem Level die Hilfe angeboten wird. Zurzeit sind circa 12.500 Schüler*innen bei der Corona School angemeldet, aber nur 9.000 Studierende, weshalb wir uns über jede*n, der*die Lust und Zeit hat zu helfen, freuen würden. 

Bevor die Studierenden Hilfe anbieten können, durchlaufen sie ein Screening. Dabei geht es hauptsächlich darum, zu gucken, ob die Person schon irgendwelche Erfahrungen mitbringt und seriös ist. 

Was ist, wenn es zu Problemen kommt, zum Beispiel die Erwartungen des*der Lernpartner*in ganz anders sind als die eigenen? 

Eigentlich ist das kein Problem, man kann sich ja mit dem*der Schüler*in bezüglich des Stoffes absprechen, sich die Materialien beispielsweise vorher zusenden lassen etc. Gerade in den unteren Klassenstufen ist das unproblematisch, so habe ich das bis jetzt erlebt. Sollte der Fall auftreten, dass man selbst nicht weiterhelfen kann, da der Stoff für einen unbekannt ist, sollte man einfach ehrlich sein und das Match auflösen.  Aber oft hat man die Kompetenzen zur Unterstützung ja nicht nur aus der eigenen Schulzeit, sondern auch aus dem Studium. So dass das Wissen über den einfachen Schulstoff hinausgeht. 

Wie plant ihr für die Zukunft? 

Die Corona School ist sehr schnell sehr groß geworden, daher mussten zwischendurch schon einige Dinge neu geplant werden. Momentan müssen wir uns die Frage noch nicht stellen, wie es Zeiten nach Corona weitergeht – aktuell sieht es ja danach aus, als würde die Situation erst einmal so bleiben. 
 
Vielen Dank für das Gespräch!

Autor*in

Kristin studiert Soziologie und Politikwissenschaft im vierten Semester. Sie ist seit Ende 2018 beim ALBRECHT und ist Ressortleiterin der "Hochschule".

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Kristin studiert Soziologie und Politikwissenschaft im vierten Semester. Sie ist seit Ende 2018 beim ALBRECHT und ist Ressortleiterin der "Hochschule".

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