Zwölf Fragen an: Eka von Kalben

Politiker*innen müssen der Presse meist Fragen beantworten, die mit aktuellen Ereignissen, Forderungen aus der Wirtschaft und Opposition oder Wahlen zusammenhängen. Die persönliche Seite unserer Volksvertreter*innen kennen wir hingegen kaum. In der neuen Reihe Zwölf Fragen an… stellt DER ALBRECHT Politiker*innen von einer anderen Seite vor. Heute: Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im schleswig-holsteinischen Landtag Eka von Kalben.

Wie sieht ein guter Tag für Sie aus?

Ich habe im Landtag die Opposition auf den Pott gesetzt, mein Freund hat Essen vom Italiener bestellt und es gibt eine neue Folge von Game of Thrones.

Wer ist Ihr Vorbild?

Michelle Obama ist eine bewundernswerte Frau, die ich gerne kennenlernen würde, aber zum Vorbild habe ich eher meine Eltern, die mich bezüglich meiner Haltung zum Leben sehr geprägt haben.

Was regt Sie so richtig auf?

Wenn Menschen sich über alles Mögliche aufregen, aber ihren A**** nicht hochkriegen, um etwas zu verändern.

Wenn Sie nicht in die Politik gegangen wären, was würden Sie dann machen?

Ein Leben ohne Politik kenne ich nicht. Wenn ich nicht im Landtag wäre, würde ich weiter ehrenamtlich Politik machen und meinen Lebensunterhalt in meinem Job verdienen oder mit Delphinen schwimmen.

Was war der dramatischste Moment in Ihrer politischen Karriere?

Wirklich dramatisch waren die letzten fünf Jahre in unser Koalition nicht. Aber aufregend waren vor allem die Momente, wenn es um Personen ging, also der Rücktritt von Wara Wende, der Bildungsministerin, oder als die Mehrheit nicht reichte, um unseren vorgeschlagenen Datenschutzbeauftragten zu wählen. Das war schon herbe und im Übrigen mein fünfzigster Geburtstag.

Woher kommen Ihre politischen Haltungen?

Ich bin in der Nähe von Gorleben aufgewachsen. Deshalb bin ich eng mit der Anti-Atom- und der Friedensbewegung verbunden. Außerdem bin ich mit 18 Jahren Mutter geworden und habe deshalb schon früh Verantwortung für mich und die kommenden Generationen übernommen.

Was ist das beste Buch, das Sie je gelesen haben?

Die Frage finde ich immer besonders schwierig, weil mir meistens eher die Bücher einfallen, die ich gerade jetzt lese. Letztes Jahr habe ich Chimamanda Ngozi Adichie für mich entdeckt, eine nigerianische Feministin.

Woran denken Sie, wenn Sie nicht einschlafen können?

Daran, wie ich jetzt mal am besten einschlafe, weil ich immer Angst habe, am nächsten Morgen nicht wach genug zu sein.

Was ist das Größte beziehungsweise Wichtigste, was Sie in der deutschen Gesellschaft/Politik bewirkt haben?

Am wichtigsten waren mir sicher die Erfolge aus den letzten fünf Jahren in der Koalition und hier ganz vorweg die Aufnahme von Geflücht­­­­­­­­eten und der Abschiebestopp nach Afghanistan. Besonders stolz war ich darauf, dass es mir gelungen ist, einer Gruppe von Frauen, die vom IS verfolgt wurden, in Schleswig-Holstein eine Unterbringung zu organisieren.

Was ist – Ihrer Meinung nach – die beste Lösung für die Probleme in unserer Gesellschaft?

Eine Weltformel zur Lösung aller Probleme gibt es nicht. Aber wichtig ist es, nicht nur in Legislaturperioden zu denken, sondern auch die Auswirkungen des heutigen Tuns für die Zukunft mit zu bedenken. Also Nachhaltigkeit. Gleichzeitig müssen wir den Zusammenhalt stärken, was vor allem durch eine gerechtere Gesellschaft geht. Hier im Land und global. Für mich bieten die Grünen dafür die besten Antworten.

Was nimmt – Ihrer Meinung nach – zu viel Raum in der politischen Debatte ein?

Donald Trump, die AfD und irgendwelche vermeintlichen Skandale. Häufig geht es dabei nicht um die Suche nach Lösungen (siehe letzte Frage) sondern darum, wer im Sandkasten das größte Schäufelchen hat. Meiner Meinung nach hat das auch was mit der fehlenden Frauenquote in anderen Parteien zu tun.

Wovor fürchten Sie sich am meisten?

Dass meinen Kindern was passiert und vor meiner alten Klavierlehrerin

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen wurden per E-Mail an die Gesprächspartner*innen beziehungsweise an die zuständigen  Pressesprecher*innen  geschickt und schriftlich beantwortet.

Bildquelle: Eka von Kalben

Autor*in

Rebecca war von 2014 bis 2019 teil der ALBRECHT-Redaktion. In der Zeit hat sie für ein Jahr das Lektorat geleitet und war ein weiteres Jahr die stellvertretende Chefredakteurin.

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