Ein Interview mit Wibke Matthes und Anne Rabe vom ZfS 

Wibke Matthes ist geschäftsführende Mitarbeiterin am Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) der CAU. Anne Rabe ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und leitet mehrere Kurse. In diesem Interview fragt DER ALBRECHT nach, was das ZfS macht und welche Vorteile die Kurse für Studierende mit sich bringen. 

Ganz allgemein gesprochen: Was macht das ZfS? 

Das ZfS – genauer die Abteilung Schlüsselkompetenzen – ist für das Veranstaltungsangebot des Profils Fachergänzung zuständig und stellt fachübergreifende Lernangebote bereit. Wir koordinieren hier circa 300 Module aller Fakultäten. 

Im Bereich der Schlüsselkompetenzen sind zehn Lehrende tätig, die ein Gesamtprogramm von ungefähr 40 Seminaren zu Schlüsselkompetenzen anbieten. Bei uns können Studierende aller Fächer gemeinsam lernen und so Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Konfliktmanagement, Interkulturelle Kompetenz, Unternehmerisches Denken und Handeln oder Nachhaltigkeits- oder Diversitätskompetenz erlernen. Immer handlungsorientiert, stets wissenschaftsbasiert und mit einer Menge Reflexion, Spaß und Diskussion verbunden. 

Wie komme ich in die Kurse?  

Auf verschiedenen Wegen. Die beste Zugänglichkeit ist über unsere Website www.zfs.uni-kiel.de gegeben. Dort gibt es alle Informationen zur Anmeldung. Dadurch, dass viele verschiedene Fächer gemeinsam das Angebot bereitstellen, bestehen auch unterschiedliche Anmeldeverfahren. Die jeweiligen Informationen sind über das UnivIS zu finden. Bei einem Großteil der Veranstaltungen findet das im HISinOne statt. Dort erfolgt die Vergabe der Plätze nach dem Zufallsprinzip und Studierende können sich bei bis zu fünf Veranstaltungen bewerben. Restplätze vergeben wir dann im Windhundverfahren. 

Kann ich auch ZfS-Kurse belegen, wenn ich nicht auf Fachergänzung studiere? 

Ja, sehr gern. Grundsätzlich sind die Veranstaltungen offen für alle Studierenden. Es bleibt aber die Frage, ob und wie eine Anrechnung der ECTS-Punkte im jeweiligen Studiengang erfolgt. Leider sind wir aufgrund der Vielfalt der Teilhabenden auf Seiten derjenigen, die die Lehre bereitstellen, auch mit einer Vielfalt von Anerkennungslösungen konfrontiert. In vielen Fällen gibt es aber schon erprobte Verfahren. Das gilt zum Beispiel für Studierende der Informatik, der Agrar- und Ernährungswissenschaften, der Geographie, der Physik oder der Materialwissenschaften. Aus diesen Fächern haben schon viele Studierende bei uns ECTS-Punkte erworben. Am besten klärt man diese Frage natürlich schon vor der Anmeldung. 

Gibt es einen Kurs, der bei Studierenden besonders beliebt ist? Oder auch einen, in dem immer Plätze frei sind? 

Unser beliebtester Kurs im Feld der Schlüsselkompetenzen ist Kompetenz und Persönlichkeit. Hier haben wir leider nur 20 Plätze, aber immer mehr als 180 Anmeldungen. Die Angebote Grundlagen der Kommunikation oder Einfach führen – sich selbst und andere sind auch sehr beliebt und ebenfalls oft siebenfach überbelegt. Wenn wir Plätze freihaben, gibt es dazu auf unserer Website immer einen Hinweis. 

Weniger nachgefragte Kurse sind die sehr spezialisierten Angebote wie Dokumentarfilm oder Webinhalte mit HTML5 und CSS3 und JavaScript. Das liegt sicher in der Natur der Sache. 

Was ist der Mehrwert für Studierende, die für die Fachergänzung ZfS-Kurse belegen? 

Die Kurse aus den unterschiedlichen Fächern der CAU erlauben den Blick in eine andere Wissenschaft, das erweitert den Horizont und hilft dem eigenen Fach. Die Kurse zu Schlüsselkompetenzen bieten die Möglichkeit, sich nach individuellen Interessen die immer wichtiger werdenden ‘Future Skills’ anzueignen. Sie werden heute als ebenso wichtig erachtet wie die Fachkompetenzen, das zeigen viele verschiedene Studien. Daher sind Schlüsselkompetenzen ein wichtiges Kriterium bei der Jobsuche. Arbeitgeber schauen meistens stärker auf alles, was zusätzlich im Rahmen eines Studiums gemacht wurde.

Außerdem erleichtern viele der Lerninhalte in den Schlüsselkompetenzen das Studium. Zeitmanagement, Selbstorganisation, Umgang mit Stress und Präsentationskompetenz sind ebenso wie das wissenschaftliche Schreiben wichtige Elemente der Studierfähigkeit. Und nicht zuletzt ist das gemeinsame Lernen mit Studierenden anderer Fächer eine perspektivenerweiternde Erfahrung und macht zudem viel Spaß. Hier sind schon viele Freundschaften und Vernetzungen über das eigene Fach hinaus entstanden. 

Vielen Dank für das Interview

Autor*in

Mira ist 21 Jahre alt und studiert seit dem WiSe 2020/21 Soziologie und Deutsch an der CAU. Sie ist seit November 2020 Teil der ALBRECHT-Redaktion und leitete ab Februar 2021 für ein Jahr das Ressort Hochschule. Seit Februar 2022 ist sie die stellvertretende Chefredakteurin.

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