Aus die Maus!

Opfergaben in der Wissenschaft

´Eine Maus ist kein Mensch!´ //Bild: Ludwig Werny

War am Ende alles umsonst? Vian Tulosba (Name geändert), Doktorandin am Max-Planck-Institut für altertümliche humanmedizinische Annahmen (AHA), ist den Tränen nahe. „Ich war absolut naiv, das hätte ich niemals kommen sehen“, gesteht die Biologin.

Ähnlich müssen sich wohl tausende weitere Forscher:innen rund um den Globus gefühlt haben, als kürzlich revolutionäre Thesen die Wissenschaft in Aufruhr versetzten und Schockwellen der Erkenntnis auslösten. Diese offenbarten eine unfassbare, gar ungeheuerliche Wahrheit: „Eine Maus ist kein Mensch.“ Das behauptet zumindest Prof. Marcel Leist, Arbeitsgruppenleiter und Dozent an der Universität Konstanz und beschwört eine 3R-Regel. Vian Tulosba ist verzweifelt: „Ich habe mich doch gerade erst an die 3G-Regel gewöhnt, wer soll da noch mitkommen“, schimpft die Forscherin. Die drei R stehen jedoch für „Reduce“, „Refine“, „Replace“, ein Appell, Tierversuche in der Wissenschaft nicht weiterhin als unumstößlichen Goldstandard anzusehen, sondern gelegentlich auch die archaische Maus-Mensch-Beziehung zu überdenken. „Blasphemie!“, mögen jetzt manch alteingesessene Koryphäen der Wissenschaft denken und stoisch weiter an ihrem antiken scheibenförmigen Weltbild festhalten.  

In Vian Tulosba sind nun allerdings Zweifel am obligatorischen Dogma der biomedizinischen Forschung geweckt worden. Trotz ihres Glaubens an die Wissenschaft möchte sie nun häufiger alternative Methoden abwägen, ehe sie Mäuse für ihre Forschung opfert. Ob die bahnbrechenden Behauptungen Leists nun allerdings zu einem allumfassenden, allgemein anhaltenden Aha-Erlebnis aller Forscher:innen führen werden, bleibt abzuwarten.  

Müssen die Biologiebücher also neu geschrieben werden? Basiert die biomedizinische Forschung des letzten Jahrhunderts auf einer großen Lüge? Sind Tieropfer überhaupt noch zeitgemäß? Und wenn Mäuse keine Menschen sind, was sind sie dann? Transdimensionale Wesen mit einem ganz eigenen Plan? Quälende Fragen nagen an dem Geist der Forschenden. Am Ende kann es auf all diese Fragen natürlich nur eine Antwort geben: 42.  

Von Ludwig Werny

Quelle/Wissenschaftlicher Bezug:

https://www.uni-konstanz.de/typo3temp/secure_downloads/59539/0/9fd7fbd1b1bf34bfb14c3e4127eb53f735418f5e/unikon29.pdf

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Hier veröffentlicht DER ALBRECHT seine Gastartikel – eingesandt von Studierenden, Professor*innen und Leser*innen der Zeitung.

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