Der Glaube an eine bessere Zukunft

Die Hochschulgruppe Enactus Kiel stellt sich vor

Bild: Enactus Kiel

Es ist ein stürmischer Tag in Kiel. Da war es nicht die beste Idee, sich auf dem Christian-Albrechts-Platz zu treffen, denn der starke Wind lässt mich fast vom Boden abheben. Doch ich kann mich noch ins Hochhaus retten, wo Saskia und Chris bereits auf mich warten.

Vor gut einem Jahr saßen wir in ähnlicher Konstellation bereits zusammen: Chris, damals mit Robert, hat mir den Business and Finance Club e.V. vorgestellt.

Nun soll es aber um Enactus Kiel gehen, eine Hochschulgruppe, die ebenfalls von Chris an der CAU gegründet wurde. Er scheint das Hochschulgruppen-Gründen zu seinem Hobby gemacht zu haben. Im Interview verraten Saskia und er uns, was genau Enactus ist, was unter einer besseren Welt zu verstehen ist und wie ihr Teil von Enactus werden könnt.


DER ALBRECHT: Was kann ich mir unter Enactus vorstellen?

Saskia: Enactus steht für „entrepreneurial, action, us“ und ist eine soziale Organisation. Nicht in dem Sinne, dass wir nur soziale Projekte verfolgen — wir unterstützen Projekte, die neben dem sozialen Aspekt auch den ökologischen Hintergrund sowie Nachhaltigkeit in den Fokus setzen. Die Mission ist, dass wir soziale und ökologische Verantwortung übernehmen wollen.

Chris: Im Wesentlichen läuft es so ab, dass Studierende mit ihren Projektideen, die genau diese drei Bereiche abdecken, zu uns kommen können. Wir helfen ihnen dann bei der Umsetzung. Das Ganze wird unterstützt durch den Dachverband Enactus Germany, der uns ein riesiges Netzwerk mit zahlreichen Unternehmen und Kontakten in der Wirtschaft bietet und von dem wir auch Feedback bekommen können.


Warum seid ihr Teil von Enactus?

Saskia: Ich hatte tatsächlich, kurz bevor Chris seine Gründung von Enactus Kiel auf Facebook gepostet hatte, eine kleine Sinnkrise. Denn ich hatte das Gefühl, dass so viel Schlimmes auf der Welt passiert, dass ich nicht mehr wusste, wo ich anfangen kann, was zu verändern. Ich habe nach einer Art Rahmen gesucht, in dem ich anfangen kann zu handeln. Und Enactus bietet mir den Rahmen, sowohl soziale, ökonomische als auch lokale und internationale Projekte zu unterstützen. Wir sind alle motiviert und es ist cool, solch eine Dynamik im Team zu haben.

Chris: Ich habe Enactus letztes Jahr im Herbst gegründet. Es hat mich motiviert, nachhaltige Projekte zu fördern und gleichzeitig Studierenden dabei eine Möglichkeit zu bieten, sich zu engagieren und zu vernetzen. Auch wollte ich so mehr Praxis an die Uni bringen.


Wie groß ist euer Team bis jetzt?

Saskia: Mit Frida sind wir zehn. Frida ist mein Dackel und quasi mit in der Teamleitung. Sie ist bei allen Treffen mit dabei und sorgt für gute Laune.

Chris: Sie hat auf jeden Fall immer die besten Ideen (lacht).


Euer Ziel ist „eine bessere und nachhaltigere Welt”, so schreibt ihr es auf eurer Website. Was genau macht das denn für euch aus?

Saskia: Ich würde das gerne an unserem aktuellen Projekt Oh Honey erklären. Das ist unser erstes Projekt. Oh Honey stellt Eistee her, welcher mit nachhaltig produziertem Honig gesüßt wird. Es verbindet alle drei Aspekte: Der Eistee wird in Glasflaschen verkauft, mit dem Verkauf werden Bienenschutzprojekte unterstützt und mit diesem Projekt soll von großen Firmen abgelenkt und mehr auf regionale sowie lokale Produkte gesetzt werden. Es bietet eine gute Möglichkeit, unsere Natur nachhaltig zu schützen.

Chris: Wir stellen uns jetzt nicht vor, dass wir die Welt in 20 Jahren komplett verändern können. Aber mit den kleinen Projekten wollen wir zeigen, dass man ein Unternehmen am Laufen halten kann, auch wenn es nachhaltige, soziale und ökologische Ziele verfolgt. Wir wollen beweisen, dass das eine das andere nicht ausschließt.


Welche Projekte sind denn noch so entstanden neben Oh Honey?

Chris: Als richtiges Projekt gibt es bisher nur Oh Honey. Aber Enactus ist eine weltweit agierende Organisation. Wenn wir beispielsweise die Projekte der anderen Enactus-Gruppen aus Deutschland betrachten, dann gibt es auf jeden Fall eine Menge und teilweise auch sehr erfolgreiche Unternehmen. Zum Beispiel ein Unternehmen, das auf Madagaskar Algen züchtet, um damit der Mangelernährung entgegen zu wirken.


Zusammenfassend kann ich mir Enactus also so vorstellen: Ich habe eine Projektidee, komme damit zu euch und wir entwickeln dann zusammen das Projekt weiter, sodass es nachher eventuell ein eigenes Start-Up werden kann. Läuft es denn immer so rum ab, oder entwickelt ihr auch selber Projektideen?

Chris: Das trifft es sehr genau. Also du bleibst dabei noch der oder die Projektleiter*in. Wir nehmen dir die Idee nicht weg, sondern unser Team unterstützt dich nur bei der Umsetzung des Projekts, kümmert sich beispielsweise um eine Social Media-Präsenz oder erstellt Businesspläne.

Saskia: Genau, und daneben haben wir auch viele eigene Ideen. Jedoch stecken die noch ganz tief in den Kinderschuhen. Wir stellen uns das so vor, wenn wir später mehr Mitglieder haben, dass wir eine interne Gruppe gründen, die sich nur auf die Entwicklung von Projektideen fokussiert. Sodass wir nicht nur darauf angewiesen sind, dass Menschen mit Ideen auf uns zu kommen.


Vielen Dank für das Gespräch!

Autor*in

Johanna studiert seit dem Wintersemester 2016/17 Deutsch und Soziologie an der CAU. Sie ist seit Oktober 2016 Teil der ALBRECHT-Redaktion. Von Juli 2017 bis Januar 2019 war sie als Ressortleiterin für die Kultur verantwortlich. Sie ist seit Februar 2019 Chefredakteurin des ALBRECHT.

Johanna Touoda
Über Johanna Touoda 54 Artikel
Johanna studiert seit dem Wintersemester 2016/17 Deutsch und Soziologie an der CAU. Sie ist seit Oktober 2016 Teil der ALBRECHT-Redaktion. Von Juli 2017 bis Januar 2019 war sie als Ressortleiterin für die Kultur verantwortlich. Sie ist seit Februar 2019 Chefredakteurin des ALBRECHT.

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