Von Alice Schwarzer, Dschungelcamp und großen Brüsten

Dan Pero Manescu (Q-ART)

Dieser Text ist ein Kollektiv von bereits geschriebenem. Ein mit Füllwörtern zusammengeklebter Haufen sprachlicher Atemnot. Die Orthografie der Fragmente haben wir verbessert, wo es nur ging, wie es nur ging. Was am Ende heraus gekommen ist, ist die Summe des gemeinsam Gedachten, dessen was uns alle in Foren, bei Twitter verfolgt und beschäftigt, bewegt, erregt. Etwas, das uns allen auf unser Gesichtsbuch geschrieben steht, mit spitz nach vorne stehenden Lettern der Größe 80D: Micaela Schäfer.

„Verona Feldbusch oder Katie Price, die konnten auch nichts Richtiges, und haben dennoch ihre Lücke gefunden“, sagt sie über sich selbst. „Micaela Schäfer – Kenn ich nicht“, meint FE-92 in einem Forum über Micaela Schäfer. „Die #Micaela hab ich so gern wie Fußpilz“ sagt Sarah und füllt doch ihre Samstagabende mit ihr.

35 Jahre nach der Gründung der Emma ist der antifeministische Boulevard in unser aller Leben angekommen, was Twitter-Nutzer Twarrior nach dem Promi-Boxkampf sehr trefflich zusammenfasste: „Immer wenn ich Micaela Schäfer im Fernsehen sehe, fühle ich mich Alice Schwarzer ein Stückchen näher.“

„Sind in diesem Land alle weich im Kopf geworden?“, merkte Karsten Thielke einmal dazu an. Den kennt man in der Regel nicht. Und seine Meinung ist so unwichtig, dass der gemeine Leser spätestens am Ende dieses Satzes noch einmal zurückgehen wird im Text, weil er seinen Namen bereits wieder vergessen hat und sich fragt, über wen denn hier eigentlich geschrieben wird. Nicht über Karsten. Auch wenn er außer sich ist über Micaelas erreichte Aufmerksamkeit.

„Auf mich sind großbusige, würmerfressende Frauen, die ansonsten dumm wie zehn Meter Feldweg sind, nicht wirklich inspirierend“, schreibt er neben vielen vielen weiteren Worten, nur um im völligen Überdruss mit parsifalischer Verdeutlichung anzufügen: „Mir ist dafür jede Sekunde Lebenszeit einfach zu schade.“

Nun, vielleicht hat er Recht, der Karsten. Weshalb mit seinem Dogma im Rücken vielleicht nur die Worte von SirAndreas Whitemöller zu sagen bleiben:

„Wer das bis hierhin gelesen hat muss echt Langeweile haben :-)“

In diesem Sinne, Glosse, Ende, aus.


Titelbild: Wikimedia Commons / Dan Pero Manescu (Q-ART)

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Über Tim Vüllers 3 Artikel
Tim war 2012 Teil der Redaktion und Layouter der Print-Ausgabe.

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