Kindheitsheld: Das Dschungelbuch

Ein Kultfilm, der ans Herz geht

Gibt es eine Formel fürs Glück? Eine Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist. Wenn es nach dem Bären Balu geht, dann ist es ganz klar: Alles, was es zum Glück braucht, ist Gemütlichkeit – „denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir“. So singt der Bär es zumindest im wohl bekanntesten Song aus dem Disneyklassiker Das Dschungelbuch. Die Geschichte vom Findelkind Mogli, das im Dschungel vom Panther Baghira gefunden und dann von Wölfen aufgezogen wird, erlangte insbesondere in Deutschland Kultstatus.

Auch mich zog Das Dschungelbuch in seinen Bann. Angefangen hat alles mit einem Schulranzen, den ich mir als angehendes Schulkind aussuchen durfte. Mir hatte es damals ein ganz besonderer Ranzen angetan: dunkelgrüne Pflanzen, lauter Dschungeltiere und ein Junge mit roter Büx waren darauf zu sehen. Es dauerte nicht lange und mein Bett zierte entsprechende Bettwäsche, in der man sich auch gerne tiefer verkroch, wenn der Tiger Shir Khan auf dem Bildschirm erschien. Und es trällerte Tag ein Tag aus „Oh dubidu, ich wäre gern wie duhuhu…“, „Stets ein Lied beim Marsch parat, das ist wichtig Kamerad,…“ und „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit jagst du den Alltag und die Sorgen fort…“ aus meinem CD-Player.

Eine Geschichte mit Herz, weg vom eher düsteren Original des britisch-indischen Autors Rudyard Kipling, hat sich Walt Disney gewünscht. Mit seiner Zeichentrick-Version des Stoffes erschuf er wohl die bekannteste Verfilmung des Buches. Der am 18.Oktober 1967 in den USA veröffentlichte Kinofilm war der letzte Zeichentrickfilm, der von Disney vor seinem Tod selbst produziert wurde, und auch einer der schönsten. Bis heute erfreut sich die Geschichte um den kleinen Mogli großer Beliebtheit. So kam 2016 die Disney-Realverfilmung The Jungle Book in die Kinos und der Streaming-Dienst Netflix veröffentlichte letztes Jahr mit Mogli: Legende des Dschungels eine stark an der Romanvorlage orientierte Version. Nicht zuletzt sind es allerdings die Lieder, die den Film zu etwas Besonderem machen – Probier‘s mal mit Gemütlichkeit wurde sogar mit einer Oscar-Nominierung für den besten Song ausgezeichnet.

Und nach all den Jahren ist es insbesondere dieses Lied, das mir im Kopf geblieben ist. Gerade in stressigen Prüfungsphasen schleicht es sich gerne wie eine Art Mantra in den Kopf und lässt einen die Kunst der Prokrastination perfektionieren. Denn Entspannung und gutes Essen als Formel für‘s Glück und ein sorgenfreies Leben? Das klingt doch gar nicht so schlecht.


Zeichnungen: Eileen Linke

Johanna Touoda
Über Johanna Touoda 34 Artikel
Johanna studiert seit dem Wintersemester 2016/17 Deutsch und Soziologie an der CAU. Sie ist seit Oktober 2016 Teil der ALBRECHT-Redaktion. Von Juli 2017 bis Januar 2019 war sie als Ressortleiterin für die Kultur verantwortlich. Sie ist seit Februar 2019 Chefredakteurin des ALBRECHT.

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