Cold War Kids – L.A. Divine

von Mimke Lena Teichgräber

musik, spielen, abspielen, drehen, old school, platten, teller, arm, plattenspieler, dj, djane, house, electro, sound, volume, loudspeaker, laut, leise, club, lounge, analog

22. Mai 2017

Cold War Kids
Titel: L.A. DIVINE

Label: Capitol Records
VÖ: 7. April 2017

L.A. DIVINE ist das sechste Album der Band Cold War Kids und das erste bei Capitol Records. Nachdem der Stil von Cold War Kids bereits in den vorherigen Alben durch einen Wechsel zwischen Indie, Rock, Blues und Pop gekennzeichnet war, ist auch in L.A. DIVINE keine klare Entscheidung für ein Genre ersichtlich. Durch diese lose Vermischung entstand nichts Außergewöhnliches, aber dennoch ein sehr angenehmes Album. Die Lieder dieses Albums unterscheiden sich in ihrer Art, ohne zu polarisieren oder vom unentschlossenen Stil der Band abzuweichen, bieten aber trotz ihrer Vertrautheit angemessene Abwechslung. Zwei der Lieder machen die Ambivalenz von Neuem und Typischem besonders ‚anhörlich‘: Love is Mystical, das Album-eröffnende Lied, stellt mit seiner poppig energetischen Art einen animierenden Einstieg dar. Darin besingt Nathan Willet die übernatürliche Kraft der Liebe. Textlich kommt diese Hommage ohne viel Romantik aus und beschreibt, was viele schon so ähnlich empfunden haben mögen.

Das Video zur Single ist allerdings gefüllt mit Rosen und Paaren, die sich in immer neuen Konstellationen zusammenfinden und sich küssen. Die mäßige Synchronität der Choreografie und Darstellung in Bezug auf das oft behandelte Thema Liebe werfen die Frage auf, wie ernst dieses Video genommen werden kann und sollte. Tanzende Menschen im Regen schrecken Indie-verwöhnte Fans durch die Parallelen zu typischen Popvideos vielleicht ab. Die Lieder Ordinary Idols, So tied up und Luck down zehren dezenter und angenehmer vom Einschlag des Pops, während Open up the Heavens sich wieder stark an das ursprüngliche Genre des Indie-Rocks anschmiegt.

Die bereits im Voraus veröffentlichte Single Can We Hang On? wird selbst von scharfen Kritikern gelobt, da hier trotz Handclaps Inhalt und Musik im Vordergrund stehen. Durch die immer sehr präsenten und famosen harten Rhythmen des Schlagzeugers Joe Plummer (früher bei Modest Mouse) und die markante Stimme Nathan Willets ist das Lied drängend und animierend und somit geeignet für abendliche Szenen voller Emotionen zwischen Tanz und Tränen.


Titelbild: Markus Spiske, bearbeitet (mlt)

Über Mimke Lena Teichgräber

Mimke Lena Teichgräber

Studiert seit 2013 Psychologie in Kiel, und frönt dem ALBRECHT seit dem Wintersemester 2014/15, von 2015 bis 2017 als Bildredakteurin und von Januar 2017 bis Januar 2018 als stellvertretende Chefredakteurin.

Weitere Artikel von

Es gibt momentan keine Kommentare zu Cold War Kids – L.A. Divine. Möchtest du einen Kommentar hinzufügen ?

Leave a Comment