Wall Street im Uniformat

Der Business and Finance Club Kiel e.V. stellt sich vor

Bild: Business and Finance Club Kiel e.V.

Karriere, Bildung und Netzwerk – mit der Gründung des Business and Finance Club e.V. soll Studierenden die Welt der Finanzmärkte und Aktienkurse auf einer praxisorientierten Ebene nähergebracht werden. Im Interview erzählen der Vorstandsvorsitzende Chris und sein Stellvertreter Robert, wie es im Herbst 2018 zur Gründung des Börsenvereins kam, wer alles Mitglied werden kann und welche spannenden Events noch für die zukünftigen Semester anstehen.

DER ALBRECHT: Wie kam es zur Gründung des Vereins?

Chris: Ich habe den Börsenverein zusammen mit Robert und ein paar weiteren Mitgliedern im November letzten Jahres nach meinem Auslandssemester in Norwegen gegründet. In Norwegen bleiben alle nach den Kursen noch an der Uni und engagieren sich in bestimmten Vereinen. Das hat mich inspiriert und ich habe es mir auf die Fahne geschrieben, dass ich dasselbe auch hier in Deutschland mache.

Robert: Ich habe damals bereits in einem etwas kleineren Kreis Aktien analysiert und mich mit Kapital- und Finanzmärkten auseinandergesetzt. Chris hatte dann die Idee, das noch größer aufzuziehen und diesen Verein zu gründen. Im Vordergrund steht die Förderung von finanzieller Bildung. Wir sind der Meinung, dass das noch zu wenig – vor allem von der Praxisseite – an der Uni behandelt wird. Wir wollen mit externen Referierenden, die aus ihrem Berufsalltag erzählen, Veranstaltungen anbieten, die einen etwas besser auf das spätere Berufsleben vorbereiten können.

Wie hat sich der Verein seitdem entwickelt?

Chris: Wir sind Teil des BVH (Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen e.V.). Das ist ein Dachverband, bei dem alle Börsenvereine Deutschlands Mitglied sind, mit insgesamt 13 000 Studierenden. Durch die Unterstützung des BHV ging es nach der Gründung sehr schnell: Im November kam die Zulassung und im Dezember waren wir schon bei unserer ersten Konferenz in Frankfurt und konnten unsere Homepage online stellen. Die Resonanz ist sehr gut, auch seitens der Uni. Wir werden von den Professor*innen unterstützt, beispielsweise durch Professor Schmidt (VWL) und Professor Nippel (Finanzwirtschaft), das ist echt super. Anfang der Woche haben wir die 50 Mitgliedermarke geknackt, wobei uns die weibliche Beteiligung noch zu gering ist.


Wer kann bei euch Mitglied werden?

Chris: Da wir ein gemeinnütziger Verein sind, kann im Prinzip jeder bei uns Mitglied werden. Wir staffeln das in drei Modelle bezüglich der Mitgliedsbeiträge: Für Studierende sind es zehn Euro pro Semester, Nicht-Studierende 20 Euro und Unternehmen, die bei uns Mitglied werden wollen, müssen 300 Euro zahlen.

Robert: Wir stellen durch die kostenpflichtige Mitgliedschaft eine Vielzahl an Zeitschriften zur Verfügung, die man als Mitglied kostenlos abonnieren kann. Auch kann man als Mitglied an unseren gesamten Events teilnehmen, wie beispielsweise an Workshops, die von anderen Unternehmen organisiert werden und Konferenzen des BVH in Frankfurt.

Woran kann es liegen, dass ihr nur wenige weibliche Mitglieder habt?

Chris: Genau das ist auch die Frage, die wir uns stellen. Das ist so ein Gesamtphänomen in der Finanzbranche. Wir haben gerade ein Projekt in Kooperation mit Uniconsult Kiel e.V. angestoßen, um dieses Phänomen genauer zu untersuchen und ändern zu können. Denn drei weibliche Mitglieder auf insgesamt 50 sind viel zu wenig.

Robert: Dabei ist auch wichtig zu erwähnen, dass wir für alle Fachbereiche offen sind, nicht nur für BWL und VWL. Man muss kein Finanzwissen mitbringen. Ein gewisses Interesse für die Finanzbranche sollte schon vorhanden sein, aber es gibt auch viele Bereiche bei uns, in die man sich einbringen kann, die primär erstmal nichts mit der Finanzbranche zu tun haben, wie zum Beispiel Marketing oder Social Media. Das Wichtigste ist Engagement. Es besteht auch die Möglichkeit, sich unseren Verein erst einmal anzusehen, man muss nicht sofort Mitglied werden.

Gibt es bestimmte Events, bei denen man euch und den Verein besser kennenlernen kann?

Chris: Wir wollen einen regelmäßigen Stammtisch einführen, der offen für alle ist. Es gibt auch unsere Portfolio-Teamtreffen, zu denen jede*r eingeladen ist. Weitere Events sind auch auf unserer Website unter www.bfc-kiel.de zu finden. Ansonsten kann man uns einfach per Mail kontaktieren.

Robert: Die offiziellen Events sind zwar nur für Mitglieder, sonst würde es auch keinen Anreiz geben Mitglied zu werden. Aber wir bieten auch Vorlesungen wie beispielsweise den Börsenführerschein an, bei denen Studierende der VWL oder BWL auch Leistungspunkte sammeln können. Wir arbeiten für die zukünftigen Semester an einer eventuellen Kooperation mit dem ZfS, damit auch Studierende anderer Studiengänge Leistungspunkte sammeln können. Bisher können die Studiengänge nur das Zertifikat erwerben.

Was kann man sich genau unter einem Börsenführerschein vorstellen?

Robert: Der Börsenführerschein ist eine Einführung ins Thema Börse und Finanzmärkte. Die Veranstaltung ist in vier Vorlesungen geteilt, wobei sich in den ersten zwei Terminen mit den grundlegenden Begriffen und der Geschichte befasst wird und in den letzten beiden die Themen weiter vertieft werden. Am Ende kann man einen Test mitschreiben, welcher mit einem Zertifikat honoriert wird. Wir haben es dieses Semester zum ersten Mal gemacht und das lief ziemlich gut, insgesamt hatten wir 60 Teilnehmende.

Gibt es schon Ideen für zukünftige Projekte oder Veranstaltungen?

Chris: Unser Ziel ist es, nächstes Jahr nach London zu fliegen und uns die Börse dort anzusehen. Am besten wäre natürlich, wenn wir durch andere Unternehmen finanziert würden oder wir es uns als Verein leisten könnten.

Robert: Wir haben noch sehr viele Ideen, die wir in den nächsten Semestern umsetzen möchten. Die haben auch nicht immer etwas mit Finanzen zu tun. Zum Beispiel wollen wir einen Kurs zum Thema „Wie präsentiere ich mich im Vorstellungsgespräch?“ anbieten und es ist ein Werkstattbesichtigung bei Airbus geplant.

Vielen Dank für das Gespräch!

Bilder: Business and Finance Club Kiel e.V.

Johanna Touoda
Über Johanna Touoda 33 Artikel
Johanna studiert seit dem Wintersemester 2016/17 Deutsch und Soziologie an der CAU. Sie ist seit Oktober 2016 Teil der ALBRECHT-Redaktion. Von Juli 2017 bis Januar 2019 war sie als Ressortleiterin für die Kultur verantwortlich. Sie ist seit Februar 2019 Chefredakteurin des ALBRECHT.

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