WUFF – Filmkritik

Seit dem 25. Oktober im Kino

WUFF ist, neben Asphaltgorillas, bereits der zweite Film von Detlev Buck, der dieses Jahr in den Kinos anläuft. Die Handlung ist schnell umrissen: Buck erzählt in mehreren Handlungssträngen lustige, traurige und romantische Ereignisse seiner zwei- und vierbeinigen Protagonisten, die wenig Bezug auf Ulrich Seidels Film Tierische Liebe nehmen, dafür aber auf Filme wie Lassie, Der Förster vom Silberwald und Dumm und Dümmer.
Bevor wir einen Film im Kino schauen, sehen wir die Filmplakate im Foyer hängen. Bereits hier macht es der Film einem sehr leicht, ihn nicht zu mögen: „WUFF – Eine tierisch gute Liebeskomödie von Detlev Buck“, ist darauf zu lesen. Der Detlev Buck, der so wundervolle und humoristische Geschichten verfilmte wie Erst die Arbeit und dann?, Wir können auch anders…, Karniggels und nebenbei Musikvideos für die beste Band der Welt (Die Ärzte) drehte. Es erweckt den Anschein, Buck ließe sich mittels seines sozialen Umfelds inspirieren. Seine Affinität zu Kinder- und Jugendfilmen wie Bibi & Tina, Knallhart oder Same Same but Different könnte in engerer Verbindung zu seiner Funktion als Vater und damit einhergehend den eigenen Kindern stehen. Wodurch WUFF das Ergebnis einer Feldstudie in Bezug auf die Annäherungsversuche und das Paarungsverhalten gutbürgerlicher Berliner*innen sowie deren Hunde zurückzuführen wäre.
Mit 114 Minuten Laufzeit ist WUFF entweder zu kurz oder zu lang, nicht zuletzt, weil der Film mit seinen Figuren diverse Perspektiven in unterschiedlichen Handlungssträngen eröffnet, die Buck leider nur für oberflächliche Dramatik und Pointen verwendet. Selbst höchst empathischen Menschen wird es schwerfallen, eine emotionale Bindung zu den Figuren aufzubauen. An der Tatsache wird ebenso die eklatant an die mentale Situation der jeweiligen szenischen menschlichen Figur geknüpfte Filmmusik, die an sich aus einer guten Auswahl an Musikstücken besteht (First Aid Kit, Daughter), nichts ändern.
Ich habe wirklich versucht, den Film nicht zu mögen, zumal die zahllosen süßen oder witzig gemeinten Hunde- und Katzenvideos auf den Social Media-Plattformen einen bereits nerven. Dennoch sind Fragmente von Bucks herrlich trockenem Humor zu erkennen. Natürlich habe ich trotzdem an mancher Stelle über die vorhersehbaren Witze gelacht, das liegt im Besonderen an dem tollen Cast. Mit Detlev Buck einen Film zu produzieren muss entweder sehr viel Spaß bringen oder sehr gut bezahlt werden. Es ist ansonsten nicht nachvollziehbar, warum so viele tolle Schauspielerinnen und Schauspieler (Frederick Lau, Katharina Thalbach, Kostja Ullmann, Emil Cox und Kida Khodr Ramadan) bei WUFF mitwirken, am Drehbuch kann es nicht liegen.

Fazit: WUFF ist eine kurzweilige und klischeehafte, jedoch teilweise recht amüsante Liebeskomödie, die im Besonderen durch ihren wundervollen Cast besticht und darüber hinaus die lebens- und liebesunfähigen Hundebesitzer*innen der Großstadt parodiert.

5 von 10 KinoKatzenpunkten

 

 

 

 

 


Bildquelle Titelbild: dcm

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Marc Asmuß
Über Marc Asmuß 41 Artikel
Marc studierte Politik, Soziologie und Medienwissenschaft in Kiel. Für den ALBRECHT schreibt er seit 2015 insbesondere für das Kulturressort und dessen Filmsparte KinoKatze.

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