Präsidentin der CAU mit schweren Anschuldigungen konfrontiert

Am 22. Januar 2024 veröffentlichte Leonid Schneider in einem Internetblog eine Recherche zu früheren Arbeiten von Simone Fulda. Die amtierende Präsidentin der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel soll laut »For Better Science« Daten zu Forschungsarbeiten im Bereich der molekularen Krebsforschung manipuliert haben.

Im Detail werden die Vorwürfe durch vermeintlich gespiegelte Abbildungen in wissenschaftlichen Veröffentlichungen gestützt. Dies stritt Fulda laut NDR Schleswig-Holstein ab und verwies auf keinerlei Tatsachengrundlagen. Der NDR befragte zudem zwei unabhängige Professor*innen anderer Hochschulen, welche die Möglichkeit einer Manipulation nicht ausschlossen.

Auf Schneiders Anfrage an die Ombudspersonen der Universität Kiel, antworteten diese mit einer Ankündigung zur Untersuchung dieses Falles. Die Aufarbeitung soll unabhängig der Position der Beschuldigten passieren. Ferner wies man auf die Weiterleitung an ehemalige Universitäten von Prof. Dr. Fulda hin.

Am 07. Februar 2024 fand eine Stellungnahme Fuldas in der Senatssitzung der CAU statt. Diese tagte zwar regulär öffentlich, jedoch blieb die Rechtfertigung ein Internum.

Eine Anfrage der Redaktion bezüglich einer Stellungnahme blieb leider unbeantwortet.

Update zur Causa Fulda (10.02.24)

Das Präsidium der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gab am 10. Februar 2024 den Rücktritt Fuldas bekannt. In einer Pressemeldung ist von der »Zurverfügungstellung des Amtes« durch die Präsidentin die Rede.

»In Verantwortung für die Universität und schweren Herzens gehe ich diesen Schritt, da leider bei Teilen der Universität keine ausreichende Vertrauensbasis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mehr vorhanden ist.«

Prof. Dr. Simone Fulda

Bis zur Nachfolger*innenwahl im Jahr 2025 übernimmt ein Interimspräsidium. Dieses besteht aus Vizepräsidentin Prof. Catherine Cleophas, Kanzlerin Claudia Ricarda Meyer, Vizepräsident Prof. Markus Hundt, Prof. Eckhard Quandt und Prof. Ralph Schneider.

Update zur Causa Fulda (15.02.24)

Der AStA kritisiert die Verhältnisse rund um die Causa Fulda in einer Stellungnahme. Mangelnde Kommunikation, fehlende Transparenz und Vorwürfe zur übermäßigen Gewichtung von Exzellenzstrategien bilden die Kritik. Für den/die nächste*n Präsidenten*in wünscht sich der AStA einen folgenden Rahmen:

»Für die Neubesetzung des Präsidenten*innenamts wünschen wir uns eine Person, welche die Universität nicht nur als potenziell exzellente Forschungseinrichtung sieht, sondern das Potenzial in Lehrauftrag und der Studierendenschaft erkennt.«

AStA Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Die Untersuchungen zu den Vorwürfen gegenüber Prof. Dr. Fulda sind nicht abgeschlossen. Die Uni-Kanzlerin Ricarda Meyer äußert sich zum weiteren Vorgehen:

»Diese Vorwürfe werden derzeitig sorgfältig nach Richtlinien guter wissenschaftlicher Praxis durch die zuständigen Einrichtungen geprüft«

Uni-Kanzlerin Ricarda Meyer

In Summe stellt die Causa Fulda einen Steinschlag für die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel dar. Unabhängig von den zukünftigen Resultaten der Untersuchung. Weitere Erkenntnisse werden voraussichtlich Zeit benötigen.

Update zur Causa Fulda (23.02.24)

Laut Regelungen des Schleswig-Holsteinischen Hochschulgesetztes steht Prof. Dr. Simone Fulda ,nach dem Abtritt, eine Professur an der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel zu. Eine öffentliche Zusage zur Annahme gab es jedoch nicht. Fulda könnte somit wieder in den universitären Betrieb einsteigen. Dies lies eine E-Mail des Präsidiums verlauten. Die derzeitigen Untersuchungen zur Causa Fulda haben bis zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Neuigkeiten ergeben.

Autor*in
Onlineredaktion

Karl ist 20 Jahre alt und studiert Geschichte sowie WiPo an der CAU. Er schreibt seit dem WiSe 23/24 für den Albrecht und ist zuständig für die Online-Redaktion.

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