Seid aktiv – nutzt eure Stimmen, um etwas zu verändern

Was haben Greta Thunberg und Pussy Riot gemeinsam? Sie sind Leitfiguren und Spitzen von Bewegungen, die sich aktiv für Dinge einsetzen, die sie verbessern wollen. Sie verkörpern unsere gesellschaftliche Vorstellung von Aktivismus. Nichtsdestotrotz sind Aktivist:innen in der Regel weniger berühmte Personen. Doch was ist Aktivismus genau und warum ist er wichtig? 

Aktivismus und Demokratie 

Was alle Aktivist:innen eint, ist der Wille etwas zu bewirken – sei es der Schutz des Klimas und der Umwelt, der Tierschutz oder die Gleichberechtigung der Geschlechter.  Aktivist:innen gehen nicht den klassischen Weg, den eine Demokratie für gesellschaftliches Gestalten, zum Beispiel durch das Ausüben eines politischen Amtes, vorgesehen hat. Aber sie treiben politische Prozesse anders bedeutsam voran. Sie prangern gesellschaftliche Missstände an, rütteln auf, öffnen die Augen für Themen außerhalb des alltäglichen Dunstkreises. Was mit einem privaten Gespräch beginnt, kann zu einer Bewegung anwachsen und an Bekanntheit gewinnen, bis das Thema für die politische Agenda unumgänglich wird. Wer die Grenzen von legitimem Aktivismus kennt und sich nicht verrennt, legt möglicherweise den Grundstein für eine gesamtgesellschaftliche Veränderung. 

Paradebeispiel Fridays for Future 

Prominentestes Beispiel ist und bleibt wohl die Fridays for Future Bewegung. Was am 20. August 2018 mit Greta Thunberg und einem Plakat begann, ist zu einer erdumspannenden Bewegung geworden, die sich mit freitäglichen Streiks für die Einhaltung des 1,5- Grad-Ziels einsetzt. Und genau dieses Ziel droht gerade krachend verfehlt zu werden. Anfang Mai dieses Jahres warnten Expert:innen der UN, dass die Schwelle von 1,5 Grad schon 2026 überschritten werden könnte. Und nun? Alles hinnehmen und sich zurücklehnen? Gerade in solchen Situationen wird die Bedeutung von Aktivismus deutlich. Wer aktiv vorangeht eröffnet die Möglichkeit auf Verbesserung. Nur, wenn überhaupt etwas unternommen wird, besteht wenigstens die Chance, eine lebenswerte Umwelt zu erhalten. 

Aktivismus ist vielfältig 

Und genau so ist es mit Aktivismus im Allgemeinen. Er ist das Gegenbeispiel zu Resignation, die unmittelbare Möglichkeit zur Veränderung. Und es gibt viele Wege, aktiv zu werden, und zwar ohne Gewalt und Radikalismus. Das können neben der Teilnahme an einer Demonstration auch schon die kleinen und ganz alltäglichen Dinge sein. Bereits durch das Umstellen der eigenen Gewohnheiten lässt sich viel erreichen. Im Umweltschutz wären das zum Beispiel die Vermeidung von Plastikmüll oder ein Verzicht auf Fleisch. Auch das Initiieren und Unterzeichnen von Petitionen schafft Aufmerksamkeit und geht heutzutage sogar über das Internet. Gerade diese Niedrigschwelligkeit ist dabei die Tücke. Wer vom Sofa aus das eigene schlechte Gewissen beruhigen kann, sieht vielleicht danach keinen Grund mehr, aktiv im echten Leben seine Verhaltensweisen zu ändern. Deswegen verschanzt euch nicht in eurer Wohnung. Diskutiert mit anderen, unterstützt Projekte, die euch wichtig sind oder geht demonstrieren. Seid aktiv! 

Autor*in

Judit ist 22 Jahre alt und seit März 2021 Teil der Redaktion.

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