Kindheitsheld*innen: Weihnachtsmann & Co. KG

Alle Jahre wieder läuft ein Kindheitsklassiker zur Weihnachtszeit. Seit den späten 90ern flimmert Weihnachtsmann und Co. KG in seiner Originalfassung in vielen Haushalten auf den Bildschirmen. Die französische Produktion rund um Père Noël, der am 25.Dezember die Geschenke bringt, begleitet den Weihnachtsmann, seine magischen Elfen Trixi, Gilfi und Jordi sowie den Eisbären Balbo. Die Hauptcharaktere müssen sich regelmäßig mit ihrem Nachbarn und Widersacher Grantelbart und seinem Gehilfen Gugor, einem Troll, auseinandersetzen und nebenbei für ein besinnliches Weihnachtsfest sorgen. 

Die Beziehung zwischen diesem und dem Antagonisten der Serie stellt sich immer wieder als besonders ungesund heraus, beispielsweise wenn Grantelbart Gugor als Fußhocker nutzt, ihn alle Hausarbeiten erledigen lässt oder Gugor gezwungen wird, auf einem Berg Kohlen zu schlafen. Als Kind hatte ich immer etwas Mitleid mit ihm, besonders als er sich einen Doppelgänger zu Weihnachten wünschte, der die Schikanen Grantelbarts ertragen sollte. Mit dem Mitleid war es aber bei meinem achtjährigen-Ich schnell wieder vorbei, sobald der Weihnachtsmann als rot gekleideter Tölpel oder Birnennase bezeichnet wurde und Grantelbart mal wieder versuchte, die Pläne für ein fröhliches Weihnachtsfest zu durchkreuzen.  

Im Laufe der Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest versucht er die Gerätschaften der Geschenkeproduktion zu manipulieren, sich mit anderen Weihnachtsgegnern zusammenzuschließen, Spielzeuge zum Leben zu erwecken, sich einen Zauberstab zu erschaffen oder die Weihnachtsmannprüfung zu sabotieren.

Natürlich wissen der Weihnachtsmann und Gilfi, Trixi und Jordi dem entgegenzuwirken und vereiteln nicht nur Grantelbarts von Beginn an zum Scheitern verurteilte Pläne, sondern stellen sicher, dass jedes Kind am Weihnachtsabend ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum vorfindet.  

Hilfreich dabei sind die Kräfte der Elfen, die sie dazu befähigen, zu fliegen, Objekte zum Schweben zu bringen oder sich in jedes erdenkliche Tier zu verwandeln. Neben der Herstellung von Spielzeug und der Rettung von Weihnachten müssen sich die Elfen auch jedes Jahr wieder durch einen Berg an Wunschzetteln kämpfen. Ebenfalls sorgen sie dafür, dass die gewünschten Spielsachen tadellos funktionieren und diese die Werkstatt nicht mit Kaugummi fluten oder Gilfi mit Höchstgeschwindigkeit quer über den Nordpol jagen. 

Aber nicht nur die Erlebnisse von Weihnachtsmann und Co. machen die Serie zu einem Muss in der Vorweihnachtszeit, sondern auch die visuelle Umsetzung, die immer wieder mit ihrer unveränderten Einzigartigkeit und einfachen aber genialen Szenerie glänzt.  

Die Welten, in die man eintaucht, sei es die Höhle, in der nach einer neuen magischen Perle für die Spielzeugmaschine gesucht wird, die Insel Animalia, auf der Weihnachten verboten wurde, die Bibliothek des Weihnachtsmanns mit allen Büchern der Welt, die Städte, in die die Elfen reisen müssen, um Probleme von Wünschen mancher Kinder zu lösen oder die Weihnachtswerkstatt, in der die eigentliche Arbeit stattfindet, haben mich als Kind schon gefesselt und mein kleines Ich für den Weihnachtsmann und seine Elfen begeistert.  

Allerdings darf man auch den tollpatschigen Eisbären Balbo nicht vergessen, der trotz seiner Unbeholfenheit dazu beiträgt, das Weihnachtsfest zu retten, auch wenn er manchmal selbst der Grund dafür ist, dass sich Weihnachten in Gefahr befindet. 

Essentiell sind ebenfalls die Rentiere des Weihnachtsmanns Rudolph, Donner und Blitz, ohne die kein Geschenk am 25. Dezember am rechten Platz wäre und die damit wohl den wichtigsten Job im Weihnachtsbusiness übernehmen. 

​​​Was kann man an der wohl weihnachtlichsten Serie überhaupt aussetzen? Sie ist nicht nur bis heute eine der schönsten Weihnachtstraditionen, die Jahr für Jahr in allen Wohnzimmern Einkehr hält und sowohl Kinder- als auch Erwachsenenherzen höherschlagen lässt, sondern schon ihr Titelsong ist Bote für Harmonie und verbreitet Nostalgie und Vorfreude auf die kommende Zeit.

In unserem Alltag brauchen wir alle doch etwas Geborgenheit und für zwanzig Minuten Sentimentalität und Kindheitserinnerungen hat fast jeder Zeit, denn, wie der Weihnachtsmann sagte: „Ehe man sich’s versieht, ist es schon Weihnachten.” 

Ich kann jeden nur dazu anhalten, sich der weihnachtlichen Kindheitsnostalgie hinzugeben und die Abenteuer des Weihnachtsmanns und seiner Helfer zu verfolgen. 

Bis zum Weihnachtsabend heißt es auch dieses Jahr wieder: „Weihnachtsmann, wir lieben dich!” 

Autor*in

Franziska studiert Germanistik und Anglistik und ist seit dem Oktober 2023 beim Albrecht. Sie ist Teil des Lektoratsteams und schreibt vorwiegend in der Kultur.

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